Ärzte sind sich einig Lärm ist schlecht fürs Herz!

Neue Studien zeigen, dass Umweltlärm zu mindestens 10'000 verfrühten Todesfällen infolge von Herzleiden beiträgt - und die Zahl bezieht sich ausschliesslich auf Europa.

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Lärm ist ungesund. Als Gegenmittel empfehlen die Ärzte Stille.

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Gesundheit

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Forscher der European Society of Cardiology fanden heraus, dass Lärm, der sich in gestörten Schlafgewohnheiten und erhöhtem Stresslevel niederschlägt, zu Bluthochdruck und einer erhöhten Herzfrequenz führt. Selbst wenn man meint, die nächtlichen Sirenen, die Schlagbohrer auf dem Weg zur Arbeit und den Schnatterpegel im Büro gewöhnt zu sein, belegen Wissenschaftler dennoch das Risiko - denn der Stress für das Herz sei nach wie vor vorhanden.

«Lärm sollte als neuer kardiovaskulärer Risikofaktor angesehen werden», sagt Herzspezialist Thomas Münzel, Professor der Internen Medizin an der Johannes-Gutenberg-Uni in Mainz. Seiner Meinung nach seien besonders die Menschen gefährdet, die «in der Nähe von Strassen, Bahnschienen und Flughäfen leben».

Andrew Freeman, Leiter der Kardiologie am «National Jewish Health» in Denver, doppelt nach: «Übermässige Beschallung ist nicht nur schlecht für die Gesundheit unserer Ohren, sondern führt zu erheblichem Stress, der kardiovaskulären Folgen haben kann.»

Die Experten schlagen Yoga und Meditation als Werkzeuge vor, um den Körper zur Ruhe kommen zu lassen. Freeman: «Ich glaube, Stille zu üben ist etwas Wichtiges, was wir jeden Tag tun können.»

Auch der britische Mediziner Robert Beiny, ein Experte für Hörvermögen, betont die Gefährlichkeit von Lärm: «Die jüngsten Ergebnisse, die Lärm mit einem erhöhten Herz- und Schlaganfallrisiko in Verbindungen bringen, sind nicht wirklich überraschend. Seit längerem gilt Lärm als ein Risikofaktor für das Hörvermögen, besonders hinsichtlich von Hörverlust und Tinnitus, wie von Menschen, die Lärm ausgesetzt waren, berichtet wird.»

Die überwältigende Beweislage bekräftigt die Verbindung zwischen einem Hörverlust und einer kardiovaskulären Erkrankung, Diabetes und der Verschlechterung von kognitiven Fähigkeiten.

«Allerdings ist Lärm nicht gleich Lärm», gibt Beiny zu bedenken. «Für den einen mag etwas Lärm sein, für den anderen Musik. Denken Sie an eine Harley Davidson. Unser Lärmempfinden ist hochgradig individuell.»

Individuell angefertigte Ohrstöpsel können den Menschen, die etwas hören wollen oder müssen, aber das Risiko eines Hörschadens verringern wollen, helfen. Andere benötigen in derselben Situation möglicherweise maximalen Ohrschutz. Unerwarteter Lärm kann zudem eine erschreckte Reaktion auslösen, die zu Angst oder einem Schock führt.

Beiny Rat an alle, die sich nach Ruhe sehnen: «Wann immer es möglich ist, gönnen Sie sich eine Pause von dem Lärm, suchen Sie einen ruhigen Ort auf, lassen Sie Ihre Ohren ausruhen und sich erholen. Ein Gehörschutz oder akustisch angepasste Ohrstöpsel sollten immer verwendet werden, besonders in Situationen mit sozialem und Freizeitlärm, wo es noch nötig ist, etwas zu hören.» (cm/gsc)

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Publiziert am 24.11.2015 | Aktualisiert am 24.11.2015
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