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Nur 18 Grad in der Wohnung Vermieter heizt zu wenig – was tun?

«In unserer Wohnung hat es gerade mal 18 Grad, wir frieren die ganze Zeit», schreibt Linda M. Und will wissen, was sie tun kann, damit der Vermieter endlich für Wärme sorgt. Hier die Antwort.

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Der Föhn ist ihre letzte Hoffnung: Linda M. sitzt auf ihrem Sofa und bläst sich warme Luft zu. Sie friert. Es ist Samstagabend, und schon wieder funktioniert ihre Heizung nicht – wie so oft, wenn es draussen kälter wird. Sie wählt die Nummer ihrer Verwaltung, doch natürlich ist diese am Wochenende nicht erreichbar, und auch der Hauswart nimmt das Telefon nicht ab.

Ihr bleibt nichts anderes übrig, als sich in Decken zu kuscheln und zu warten, bis sie am Montag die Verwaltung kontaktieren kann.

Was tun, wenn der Vermieter die Wohnung zu wenig heizt? play

Der Beobachter-Ratgeber «Mietrecht» von Patrick Strub. Hier bestellen.

Wie warm sollte die Wohnung sein?

Gemäss Praxis der Schlichtungsstellen muss die Raumtemperatur in einer Mietwohnung von 7 bis 23 Uhr 20 bis 21 Grad erreichen. Zwischen 23 und
7 Uhr ist eine Absenkung zulässig.

Was, wenn es zu kalt ist?

Wenn eine Heizung aussteigt und die Wohnung ungemütlich kalt wird, sollte man als Mieter unbedingt zuerst den Hauswart oder den Vermieter informieren. Sind diese innert nützlicher Frist nicht erreichbar, dürfen die betroffenen Mieter auf Kosten des Vermieters den Reparaturservice selber bestellen. Basis dafür sind die gesetzlichen Bestimmungen über die Geschäftsführung ohne Auftrag (Art. 422 OR). Der Vermieter muss dann trotzdem für die Kosten aufkommen. Aber: Prüfen Sie am besten vor Beginn der kalten Jahreszeit, ob die Heizräume in Ihrer Liegenschaft zugänglich sind. Wenn nämlich niemand erreichbar ist und die Räume abgeschlossen sind, kann auch ein Servicefachmann nicht weiterhelfen.

Wann muss die Heizung im Herbst angestellt werden?

Es gibt keine genauen Richtlinien, wann die Heizung nach dem Sommer wieder in Betrieb genommen werden muss. Früher stand oft in den Mietverträgen, die Heizsaison dauere zum Beispiel vom 1. Oktober bis zum 31. März. Eine solche Vertragsklausel würde vor dem Gesetz wohl nicht mehr standhalten. Wenn es am 26. September schon extrem kalt ist, kann sich ein Vermieter nicht auf eine Vertragsklausel berufen, wonach die Heizsaison am 1. Oktober beginnt. Dies, weil – gemäss Art. 256 Abs. 2 OR – Klauseln in einem Mietvertrag über Wohnräume nichtig sind, die die Verpflichtung des Vermieters einschränken, einen «gebrauchstauglichen» Zustand der Wohnung zu gewährleisten. Will heissen: Die Heizung muss eingeschaltet werden, wenn es nötig ist, also wenn die Raumtemperatur ohne Heizen tagsüber unter 20 Grad sinken würde.

Wer wegen eines Heizungsausfalls frieren musste, sollte das mit eingeschriebenem Brief an den Vermieter festhalten und eine Mietzinsreduktion fordern. Wie viel die Reduktion ausmachen muss, ist Ermessenssache. Liegt die Raumtemperatur unter 18 Grad, ist für die betreffende Zeit eine Mietzinsreduktion von mindestens 20 Prozent des Nettomietzinses realistisch.

Weitere Infos aus dem Fachbereich Mietrecht finden Sie auf Guider, dem digitalen Berater des Beobachters. Mehr zu den Angeboten von Guider.

Publiziert am 15.11.2016 | Aktualisiert am 15.11.2016
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21 Kommentare
  • Niko  Cord 16.11.2016
    18 Grad sind doch ganz angenehm, finde ich. Zieht man sich halt einen Pullover an. Ausserdem wird immer und überall geklagt der Mensch produziere zu viel Treibhausgase, dann lasst uns doch was dagegen tun, und weniger Heizen. Aber jene welche am Lautesten über den Klimawandel jammern sind auch jene welche jammern wenn sie im Winter keine 25 Grad in der Wohnung haben.
  • Cinzia  Toller , via Facebook 15.11.2016
    Im Tessin wird die Heizung erst eingeschaltet wenn die Aussentemperatur unter + 4 Grad C fällt. Man ist sich das gewohnt, weil das Klima wesentlich freundlicher ist. Aber Frage: Wie lange kann unser Planet derartigen Komfort noch so selbstverständlich gewähren ?
  • Roland  Kopp 15.11.2016
    Ist die Wohnung nicht richtig geheizt entsteht Schimmel! Und Schimmel ist auch wieder so ein Streitpunkt! Nun, in diesem Fall ist der Vermieter der Übeltäter!
    • R.  M. aus Schweiz
      16.11.2016
      Genau und deshalb sollten Sie eine Mitgliedschaft beim Mieterschutzverband in Erwaegung ziehen.googeln Sie danach.
      Haben Sie die Heizungen in der Wohnung richtig entlueftet.
      Zuesaetlichen Elektroheizkoerper kaufen und aufstellen,am Besten mit Zeitschaltuhr.Kostet halt aber waermt,bis Sie es geregelt haben mit ihrem Vermieter.
  • André  Jost aus Rothrist
    15.11.2016
    Und was mache ich seit bald 3 Jahren? Ich kriege die Temperatur nicht UNTER 22 Grad, ohne ständig lüften zu müssen. Vermieter macht nix, obwohl immer wieder bemängelt. Habe Heizung abgestellt - kriege dennoch Heizkosten.
    • Thomas  Hager aus Luzern
      15.11.2016
      Eine Mängelrüge mit Frist einreichen, danach den Mietzins auf ein Sperrkonto einzahlen. Bei Fragen an die Schlichtungsbehörde oder den Mieterverband wenden.
  • Jacques  Schmid aus Küsnacht
    15.11.2016
    Der Bundesrat will bis 2050 die 2000 Watt Gesellschaft. Ihr solltet Euch jetzt schon an kühlere Temperaturen im Wohnzimmer gewöhnen. Denn weiter lustig heizen, geht dann halt nicht mehr. Aber das wollenja auch die meisten Schweizer. Bissed uf Zäh!
    • Thomas  Hager aus Luzern
      15.11.2016
      Mit alten Technologien geht das nicht mit neuen aber schon.