Die Hacker erpressen den deutschen Promi-Millionär Jetzt spricht das erste Valartis-Opfer

BENDERN (FL)/KÖLN (D) - Unbekannte haben das Internetbanking der liechtensteinischen Valartis-Bank gehackt. Sie erpressen mehrere Hunderte Kunden. Nun wurde ein erster Name bekannt. Auf der Liste sollen sich weitere Prominente befinden.

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Seit Wochen erpressen Hacker vermögende Kunden der Privatbank Valartis mit Sitz in Bendern (FL). Das Internetbanking wurde gehackt. Hunderte sind betroffen, unter ihnen sollen Politiker und Schauspieler sein.

Jetzt meldet sich ein erste Opfer zu Wort: Dirk Ströer (47).

Der Kölner Unternehmer hat seine Millionen mit Werbung verdient. Er ist Grossaktionär beim Werberiesen Ströer und beteiligt sich an diversen Start-ups. Sein Vermögen soll 800 Millionen Franken betragen.

Der «Bild am Sonntag» sagte er, dass er «keinen Cent Schwarzgeld» in Liechtenstein habe. «Ich habe nichts zu verbergen!» Auf dem gehackten Konto sei nie eigenes Geld gewesen. «Ich habe nur einen Kredit aufgenommen. Der ist auch bereits abbezahlt», sagt er der Zeitung. Er überlege sich nun, Strafanzeige wegen versuchter Erpressung einzureichen.

Bank erstattete Anzeige

Der Erpressungsfall sorgt im Ländle seit Wochen für Aufregung. Anfangs wollten die Kriminellen Geld von der Bank. Sie schickten ihr zum Beweis Kundendaten und boten dann ihre Hilfe beim Stopfen des Datenlecks an. «Die Bank sollte mehr als zehnmal so viel zahlen wie üblich», sagte ein Sprecher zu BLICK.

Weitere E-Mails folgten. Der Ton wurde immer aggressiver. «Sie haben uns erpresst und ein Ultimatum gesetzt.» Die Valartis zahlte nicht. Man mache keine Deals mit Erpressern, hiess es (BLICK berichtete). Die Banker erstatteten stattdessen Anzeige bei der Polizei. Die Kriminellen wandten sich in der Folge direkt an die Kontoinhaber. Sie forderten für ihr Schweigen zehn Prozent des Kontostandes.

Weitere Promis auf der Liste

Laut der «Bild am Sonntag» haben die Erpresser auch einen slowakischen Ex-Minister, einen russischen Banker und einen Airline-Unternehmer aus der Türkei auf ihrer Liste. Die Valartis verwaltet 3,5 Milliarden Franken Kundengelder. Seit März ist sie im Besitz des chinesischen Milliardärs Hon Kwok Lung (61).

Das Datenmaterial des Hackers sei schlecht, heisst es bei der Bank: «Es sind alte Daten von 2013. Es geht um Logindaten und Namen. Kein Kunde hat einen finanziellen Schaden erlitten.» Zugriff auf Kontostände haben die Unbekannten nie gehabt.

Publiziert am 19.12.2016 | Aktualisiert am 19.12.2016
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2 Kommentare
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    19.12.2016
    Ganz einfach, die Gesetze anpassen! Schwarzgeldbesitzer können nur bestraft werden, wenn staatliche Institutionen das Delikt aufspüren. Somit werden Datenklau, Verkauf von CD mit Kunden oder erpresserischer Datenklau von den Gerichten nicht mehr als Beweismittel anerkannt. Im Gegenzug muss der Staat dafürbesorgt sein, seine, von gewissen Politikern willentlich, "selbstgebastelten" Gesetzeslücken zu schliessen !



  • R.  Rüegg 19.12.2016
    kein Zugriff auf Kontostände, aber 10 Prozent des Kontostandes erpressen? Wie soll das gehen?

    Ich glaube die Häcker haben mehr Details als die Bank zugeben will.