Wilderei-Hochburg Graubünden «Die Palette reicht vom Adler bis zum Steinbock»

In der Schweiz ist illegales Jagen noch immer ein Thema: In Graubünden gibt es bis zu 20 Fälle pro Jahr. Den Schützen drohen hohe Bussen.

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Einem Bündner Wildhüter bot sich am vergangenen Sonntagmorgen ein grässliches Bild: In einem Bach bei Fanas GR entdeckte er die Eingeweide eines Hirsches. Ein Wilderer hatte das Tier geschossen, ausgeweidet und abtransportiert. Vom Täter fehlt bis heute jede Spur (BLICK berichtete).

Der Fall zeigt: Wilderei ist nicht nur in afrikanischen Ländern, sondern auch in der Schweiz ein Thema. Der Bündner Jagdinspektor Georg Brosi spricht auf Anfrage der «Südostschweiz» von zehn bis 20 Fällen pro Jahr, in denen im Kanton Graubünden Tiere illegal erlegt werden. Dem Experten ist aber klar: Im mit 7'106 Quadratkilometern flächenmässig grössten Kanton der Schweiz «dürfte die Dunkelziffer relativ gross» sein.

Graubünden, ein Hotspot für illegale Trophäenjagd? In anderen Kantonen scheint die Situation zumindest etwas weniger dramatisch. Beispielsweise im Wallis: «Wir zählen pro Jahr durchschnittlich etwa sechs Fälle von klassischer Wilderei», sagt Peter Scheibler von der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere. Auch im Kanton Bern sind es pro Jahr maximal zehn Fälle, wie das kantonale Jagdinspektorat auf Anfrage von BLICK mitteilt.

In den Zahlen nicht mitgerechnet: Fälle, in denen Jäger aus Versehen Tiere abschiessen, die eigentlich nicht getötet werden dürfen. Diesen Schützen droht meist nur eine Ordnungsbusse.

Wer jedoch gezielt Tiere ohne Bewilligung abknallt und dabei erwischt wird, muss unter Umständen tief in die Tasche greifen: Im Kanton Graubünden sieht das Jagdgesetzt Bussen von bis zu 20'000 Franken vor. Zudem müssen die Täter die Kosten für die illegal geschossenen Tiere erstatten. «Im Fall eines Bartgeiers können das schnell einmal 30'000 Franken sein», sagt Jagdinspektor Brosi. 

Er unterscheidet zwei Gruppen von Wilderern: Die Fleisch- und die Trophäenwilderer. Ersteren gehe es darum, möglichst günstig zu Wildfleisch zu kommen. Die Trophäenwilderer schiessen dagegen auf alles was sich bewegt: «Die Palette der gewilderten Tiere reicht vom Adler über kapitale Hirsche bis in zu den Steinböcken», sagt Brosi. (vsc)

Publiziert am 18.02.2016 | Aktualisiert am 18.02.2016
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7 Kommentare
  • Anna  Rusch 19.02.2016
    20 Fälle sind bekannt, doch die Dunkelziffer ist sicher viel viel höher! Gute Werbung für Graubünden!
  • Anna  Rusch 19.02.2016
    Warum hört niemand etwas, wenn Hirsche getötet werden, die haben es sicher nicht mit Pfeil und Bogen gemacht! Die anderen Tiere werden sicher präpariert, warum kommen von da keine Meldungen oder Kontrollen? Hackt keine Krähe der anderen das Auge aus?! Diese Szene ist einfach nur krank, doch niemand will es sein! Würde man die Wildtiere die grösser als 30 cm sind und heimisch wären (!) nicht ständig abknallen, dann würde es den "Freizeitjäger" nicht brauchen! Dass ist pures Freizeitgemetzel !
    • Emil  Chrazminöd 19.02.2016
      So wie Sie schreiben verstehen Sie von der Fauna, insbesondere von der Jagd gar nichts. Man kann auch "krankhaft" gegen das Jagen sein. Ich würde Ihnen vorschlagen, eine "Selbsthilfegruppe" zu gründen. ;-)
  • Arnold  Sommerhalder aus Walterswil
    19.02.2016
    Und ich behaupte die Dunkelziffer ist höher und es sind gaaanz wenige ohne Jagdschein, der Andern sind die Jäger selber.
  • Rolf  Gruber 19.02.2016
    Den Wildfrevlern wird das Handwerk ja auch leicht gemacht.
    Die Wildhüter wurden durch Stelleneinsparungen stark dezimiert. Die noch vorhandenen Wildhüter sind heute hauptsächlich als Wolfshüter im Einsatz. Das sieht dann so absurd aus dass ein einziger Wildhüter für eine Fläche des vier- bis fünffachen des Kanton Zug zuständig ist und das in einem Bergkanton.
  • Pascal  Meister , via Facebook 18.02.2016
    20 Fälle pro Jahr? Bei tausenden von legal getöteten Tieren? Das scheint echt kein dramatisches Problem zu sein - abgesehen von den Fällen, in welchen geschützte oder sonst sehr seltene Tiere geschossen werden.
    • Voegeli Rolf  19.02.2016
      Herr Meister,von mir ausgesehen ist 1 "Fall"schon zu viel!