Eltern von Adeline (†34) zum Prozess-Neustart «Das verlängert nur unser Leiden»

GENF - Der Prozess gegen den Mörder der Genfer Sozialtherapeutin Adeline Morel (†34) muss noch einmal von vorn beginnen. Ihre Eltern wussten nichts davon.

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Neuer Paukenschlag im Prozess der Peinlichkeiten gegen Adeline-Killer Fabrice Anthamatten (42): Die Genfer Berufungskammer hiess einen Antrag der Verteidiger des Mörders gut und setzte die Richter ab. Damit muss die Verhandlung noch einmal von vorn beginnen.

Die Eltern von Adeline, Esther (66) und Jean-Claude Morel (73), wurden vom Entscheid  überrumpelt. «Wir und auch unser Anwalt waren nicht informiert. Wir haben alle erst heute Morgen davon aus den Medien erfahren», sagt Adelines Vater zu BLICK. «Dieser Entscheid ist lamentabel. Er verlängert nur unser Leiden.»

Adelines Eltern gehen seit der Ermordung ihrer Tochter im September 2013 durch die Hölle. «Auch vom Tod unserer Tochter wurden wir nicht von offizieller Seite informiert. Unser Neffe, der in Italien in den Ferien war, sah die Meldung in Online-Medien und rief uns dann sofort an.»

Eklat schon im letzten Herbst

Der Prozess gegen Anthamatten endete im letzten Oktober mit einem Eklat und wurde nach vier Tagen abgebrochen. Grund: Ein drittes Gutachten über die Psyche des Mörders sollte eingeholt werden.

Das Gericht unter dem Vorsitz von Anne-Isabelle Jeandin Potenza erklärte, das bereits vorliegende Gutachten zweier französischer Psychiater sei zu schnell erstellt worden. Die Verteidiger von Anthamatten hatten argumentiert, das Gericht sei voreingenommen und habe sich gegen den Angeklagten gestellt. 

Neues Gutachter-Duo

Erst vor wenigen Wochen waren für das dritte Gutachten zwei neue Gutachter aus Kanada ernannt worden. «Alle Parteien stimmten dem Duo zu», sagt Jean-Claude Morel. «Die neuen Experten hätten drei Monate Zeit gehabt, ein neues Gutachten zu erstellen. Wir dachten, dass es jetzt endlich vorwärtsgeht. Das ist jetzt aber auch in Frage gestellt.»

Publiziert am 13.01.2017 | Aktualisiert am 13.01.2017
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6 Kommentare
  • Georg  Kuster 13.01.2017
    Das tut mit natürlich leid für die Eltern aber wir sind nunmal ein Rechtsstaat und da hat ein Angeklagter das Recht darauf, dass Richter die befangen sind den Stuhl räumen müssen. Wäre nicht gut wenn es anders wäre.
  • Georg  Ritter 13.01.2017
    Das ist nicht grosse Peinlichkeit, die die Hinterbliebenen leiden lässt. Die grosse Peinlichkeit hat damit begonnen, dass eine freundlich-naive, von Vorgesetzen nicht informierte Sozialtherapeutin mit einem verurteilten Gewalttäter zum Kauf eines Messers fährt (zur Hufpflege, wofür Laien kein Messer brauchen), das der Täter online aus dem Gefängnis bestellt hat. Grobfahrlässig und überaus liederlich, diese Behörden. Das wird zu wenig hervorgehoben.
  • Marga  Koch , via Facebook 13.01.2017
    Wenn ein Gericht aufgrund der mündlichen Verhandlung zum Schluss kommt, dass ein neues Gutachten erstellt werden muss, so muss die Verhandlung gemäss Prozessgesetz zwingend unterbrochen und nach Erhalt des neuen GA fortgesetzt werden. Das erstinstanzliche Gericht hat diese Vorgehensweise korrekt durchgeführt (nicht alle Gerichte hielten sich übrigens in anderen Fällen an dieses Gesetz).Und weshalb nun dieses faire Gericht im Fall F. A. wegen dem vorherigen GA befangen sein soll, ist unklar.
  • Hans  Poller 13.01.2017
    Schlimm für die Angehörigen. Hoffe dass das eine Lehre ist für alle unfähigen Richter wovon wir ja leider sehr viele haben!
  • Ueli  Sommaruga aus Cebu City
    13.01.2017
    Finde ich absolut in Ordnung, ein Taeter ist erst ein Taeter wenn das Verfahren absolut korrekt durchgefuehrt wurde bis nach Strassburg In der Schweiz wird bei den Gerichten viel zu vieles unsauber bearbeitet, gilt bis zum Bundesgericht