Legal Kiffen für die Wissenschaft Hunderte Berner wollen Apotheken-Gras

BERN - Forscher suchen Berner, die ihr Cannabis legal in der Apotheke kaufen wollen. In zwei Wochen haben sich schon 400 Kiffer gemeldet.

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Kaufen Kiffer in Bern ihren Stoff bald in der Apotheke? (Symbolbild)

Toini Lindroos

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Die Stadt Bern liess im März die Herzen von Kiffern höher schlagen. Für eine wissenschaftliche Studie suchte sie Freiwillige, die im nächsten Jahr ihr Marihuana nicht beim Dealer, sondern ganz legal in der Apotheke kaufen wollen (BLICK berichtete). Ähnliche Studien sind in Basel, Genf und Zürich geplant.

Seit zwei Wochen können sich Interessierte im Internet anmelden. Und die Begeisterung ist gross: Schon 400 Berner Kiffer wollen das Gras aus der Apotheke, wie Studienleiter Matthias Egger zu BLICK sagt.

Bund hat das letzte Wort

Dazu mussten sie erst einen Fragebogen im Internet ausfüllen (canreg.ch), den die Städte Basel, Genf, Zürich und Bern publiziert haben. Insgesamt haben schon 5000 Kiffer teilgenommen, doch nur die Stadtberner dürfen auch auf das Apotheken-Gras hoffen.

Prof. Matthias Egger, Studienleiter und Direktor des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern. play
Prof. Matthias Egger, Studienleiter und Direktor des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern. ISPM/Manu Friederich

Aber noch ist die Studie nicht bewilligt. «Erst beurteilt die Ethikkommission das Studienprotokoll», sagt Egger. Danach muss die Finanzierung gewährleistet sein. Am Schluss hat der Bund das letzte Wort. Für die Studie braucht es eine Ausnahmebewilligung des Bundesamts für Gesundheit (BAG). «Denn schliesslich ist der Konsum von Cannabis verboten», so Egger.

Mit der Studie will die Stadt Bern herausfinden, wie sich der Verkauf von Cannabis bei einer allfälligen Legalisierung oder Reglementierung gestalten könnte.

Vorbereitung für mögliche Legalsierung

Apotheken mit ihrer seriösen Beratung würden sich anbieten. «Wir untersuchen deshalb Nutzen und Schaden des Apotheken-Verkaufs. Würden die Konsumenten überhaupt mitmachen? Oder würde man Leute ansprechen, die vorher gar nicht konsumiert haben, was nicht die Idee wäre?», erklärt Egger.

Schliesslich wolle man auch sehen, ob sich der Schwarzmarkt beeinflussen, reduzieren oder längerfristig gar austrocknen lasse.

5000 Kiffer in der Stadt Bern

Sollte die Studie zustande kommen, gelten strenge Regeln. Teilnehmen dürfen nur Volljährige, die regelmässig kiffen. Pro Einkauf gibt es fünf Gramm, pro Monat maximal 25 Gramm. Der Preis läge rund zehn Prozent über dem des Schwarzmarkts. Zudem müssen die Teilnehmer regelmässig Fragebögen ausfüllen und zu Beginn auch eine Haarproben abgeben.

Studienleiter Egger ist zuversichtlich, dass sich noch weitere Kiffer melden werden und die Studie nächstes Jahr mit 500 oder mehr Teilnehmern starten kann. Das Potenzial ist jedenfalls da: In der Stadt Bern leben rund 5000 Kiffer.

Publiziert am 02.12.2016 | Aktualisiert am 07.12.2016
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