Betreiber, Prostituierte und Kunden zittern: Moralisten erpressen Puff

SCHWERZENBACH - Im grössten Freudenhaus der Schweiz gibts Puff. Unbekannte versuchen die Besucher vom «The Globe» zu erpressen. Wer nicht zahlt wird angeprangert.

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Im grössten Freudenhaus der Schweiz gibts Puff: Unbekannte erpressen die Besucher des Bordells The Globe in Schwerzenbach ZH. Sie erhalten an sie adressierte Briefe, versandt vom Postzentrum Zürich-Mülligen. Absender: Die Moralisten. «Wir sind Moralisten, und Du bist unser Ziel», steht am Anfang des Schreibens.

«Sex für Geld, um Deine Perversionen zu befriedigen! Wir wissen mit wem Du wie lange für wie viel was gemacht hast. Aber dies weisst Du ja auch! Wir hoffen, Du leidest nicht an Gedächtnisschwund, sonst können wir Deinem Gedächtnis mit ein paar Fotos nachhelfen.»

Wer nicht zahlt, wird angeprangert: «Wir geben Dir exakt 5 Tage ab Empfang Zeit, um uns 1999,- CHF per Bitcoins an folgende Adresse zu bezahlen.» Bitcoin ist eine digitale Währung im Internet, beliebt beim organisierten Verbrechen.

«Ich habe dort nur parkiert, um im nahen Restaurant zu essen», sagt ein Opfer zu BLICK. «Jetzt habe ich Probleme mit der Freundin, weil sie denkt, dass ich bei ­einer Prostituierten war.» Auch andere betroffene Männer wollen nicht im Bordell gewesen sein. Trotzdem müssen sie mit der drohenden Blossstellung rechnen.

«Insgesamt haben sich bis jetzt 25 Kunden gemeldet, die ein solches Erpresserschreiben in ihrem Briefkasten gefunden haben», sagt Bordellbesitzer Ingo Heidbrink (51). «Es tut mir vor allem für jene leid, die auf Diskretion angewiesen sind.»

Auch Heidbrink hat Post von den Moralisten bekommen. Bei ihm geht die Drohung deutlich weiter. Es steht: «Wir sind im Besitz der persönlichen Daten von Euren Kunden. Wir werden sie im Internet veröffentlichen.» Der Bordell-Chef soll zahlen. Und zwar 75'000 Franken.

Heidbrink hat bereits Massnahmen getroffen. Er hat Anzeige erstattet und Sicherheitspersonal eingestellt. Niemand könne mehr unbemerkt Kennzeichen notieren. Heidbrink ist seit zwölf Jahren in dem Geschäft. Einen Angriff wie diesen hat er bis jetzt noch nicht erlebt: «Wir hatten einen Brand- und einen Buttersäureanschlag, ausserdem eine Schutzgelderpressung. Aber diese Masche ist ganz neu.»

Publiziert am 20.02.2016 | Aktualisiert am 20.02.2016
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15 Kommentare
  • Lichtenhagen  Peter aus Adliswil
    20.02.2016
    Die Moral von der Geschichte. Nutzt den ÖV. Diskret, schnell und dazu noch umweltfreundlich. Im Eingangsbereich Kragen hoch. Gruss von einem Globe Gänger.
  • Pierre  Glöckli , via Facebook 20.02.2016
    Vielleicht gehts gar nicht um Geld sondern um Konkurrenz. So wäre das Ziel schon erreicht wenn niemand dahin geht! Immerhin ist in dübendorf auch ein Riesen puff und die Zeiten sind hart geworden
  • Pascal  Meier 20.02.2016
    Was ist denn da mit Ingo passiert? Der sah vor 3 Jahren doch komplett anders aus?
  • Reinhard  Roth , via Facebook 20.02.2016
    Autonummer auf dem Strassenverkehrsamt sperren, dann können sie euch nichts anhaben.Gilt auch wenn sie ihr Auto auf einem Privatgelände parkiert haben.Da kommt immer so eine Rechnung von einer dubiosen Firma PPC Immoservice GmbH mit irgendwelchen Forderungen. Auf der Rechnung steht dann jeweils "Umtriebsentschädigung". Bussen dürfen diese ja keine ausstellen.Jeweils in den Kübel damit
    • Pascal  Meister , via Facebook 20.02.2016
      Leider dürfen sie die 40 Franken verlangen, gerichtlich abgesegnet, man riskiert sonst eine Anzeige, und die kann sehr teuer werden (mehrere hundert Franken). Kommt halt auf den Auftraggeber an, ob der das dann durchzieht.
  • Michel  Wehner aus Zürich
    20.02.2016
    Das ganze sieht nach einer billigen Versuch, aus nichts Geld zu zu machen, aus. Bestenfalls konnten wohl die Erpresser die Kontrollschildern aufschreiben und beobachten durch welchen Eingang jemand ein und ausgegangen ist. Mehr wird wohl kaum drin sein. Oder wird im Globe, mit buchhalterischer Genauigkeit, Protokoll geführt wer mit wen wie lange und so? Wohl kaum. Das ist eine billige Masche gegen die man relativ einfach vorbeugen kann.