Aargauer Polizei stinksauer auf französische Behörden Sexclub-Mörder von Neuenhof läuft immer noch frei rum!

NEUENHOF AG - Vor über neun Jahren wurde in Neuenhof die Leiche von Marco K. (†39) gefunden. Erschossen und vergraben in einem Waldstück. Der mutmassliche Killer Nicolas Vaiarelli (heute 52) wurde später in Frankreich verhaftet. Doch jetzt der Schock: Obwohl die Aargauer Ermittler überzeugt sind, dass Vaiarelli der Mörder ist, läuft dieser laut BLICK-Recherchen in Frankreich frei herum. Von einem Prozess: Keine Spur!

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Die Mordermittler der Kantonspolizei Aargau sind stinksauer auf die Behörden in Frankreich. Der Killer Nicolas Vaiarelli (52) läuft trotz Verhaftung seinerzeit in Frankreich immer noch frei herum. Es gab weder einen Prozess noch ein Urteil. Vaiarelli hatte im Januar 2007 den Sexclub-Mitinhaber Marco K.* († 39) im Streit erschossen, verbrannt und in einem Wald in Neuenhof AG verscharrt.

Fiona Strebel von der Aargauer Oberstaatsanwaltschaft bestätigt die BLICK-Recherche: «Die Gründe, weshalb es in diesem Fall noch zu keiner Verhandlung gekommen ist, sind uns nicht bekannt.»

Zwar erhielt die Staatsanwaltschaft vom Bundesamt für Justiz (EJPD) jeweils Informationen. Letztmals am 17. Mai 2016. Das EJPD leitete ein Schreiben des französischen Justizministeriums weiter. Darin stand, Vaiarelli sei am 18. Dezember 2015 ein weiteres Mal befragt worden und solle im Juni 2016 erneut befragt werden. Nur: «Bis zum heutigen Zeitpunkt ging keine weitere Mitteilung mehr ein», sagt Strebel. «Wir wissen daher nicht, ob eine weitere Befragung mit ihm im Juni 2016 tatsächlich stattgefunden hat.»

Vaiarelli bestreitet die Tat. Laut BLICK-Informationen vermuten die Aargauer Ermittler, dass er gute Kontakte in französische ­Polizeikreise hat und Bestechungsgelder im Spiel sein könnten. Denn der rumänisch-französische Doppelbürger wurde nach seiner Flucht im Juli 2007 zwar in Frankreich verhaftet, kam im März 2010 aber frei – trotz wasserdichter Aktenlage und zwei Zeuginnen, die ihn massiv belasten. Damals warnte die Aargauer Staatsanwaltschaft die Angehörigen von Marco K. und die Zeuginnen. Denn: Vaiarelli war schon 1987 wegen Mordes verurteilt worden.

Weshalb ihn Frankreich nicht in Sicherheitshaft nimmt und das Risiko eingeht, dass er zum dritten Mal mordet, bleibt für die Aargauer Ermittler ein Rätsel. Auf das Verfahren haben sie keinen Einfluss mehr.

Das EJPD verwies BLICK an die Behörden in Frankreich. Doch weder dort noch bei der französischen Botschaft in Bern war jemand zum Mordfall zu ­erreichen.

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 12.10.2016 | Aktualisiert am 12.10.2016
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2 Kommentare
  • Peter  Muster aus Koppigen
    12.10.2016
    Es ist immer überall das gleiche. Wenn ich z.b in frankreich geblitzt werde erfahren dies die schweizer behörden sofort und mir kann im sinne einer doppelbestrafung auch in der schweiz der ausweis entzogen werden. Aber bei schwerverbrecher klappt es wieder nicht. Warscheinlich weil diese höchstens kosten und kein geld bringen.
  • Armin  Bruesch aus Thusis
    12.10.2016
    Der Filz ist überall - ohne Ausnahme der Grenzen. Ist es es aber nicht so, dass, wenn jemand kuscht, der /die hat/haben selber etwas zu verbergen!? Es sind doch nur noch Skandale die die Welt zusammen hält, weil jeder etwas vom anderen weis, was wiederum aber nicht alle wissen dürfen . (Kunst der Diplomatie, oder ?)