Weinmythen Halbwahrheiten und Irrtümer unter der Lupe

Wein ist Kulturgut, und Wein ist Kult. Und wenn etwas kultig ist, dann tummeln sich auch schnell eine ganze Reihe hartnäckige Mythen, die mal mehr und mal weniger Wahrheitsgehalt beinhalten. Wir haben uns einige geläufige Behauptungen einmal genauer angeschaut.

Wie kann man Rotweinflecken entfernen? play

 

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Eine Feststellung war schnell gesichert: So manche Weisheit, die der Schwarmintelligenz zufolge in Stein gemeisselt ist, gehört wohl eher in eine Märchensammlung der Gebrüder Grimm als in einen Weinratgeber. Omas althergebrachte Tipps und Tricks gelten hingegen auch heute noch. Also einfach mal auf die Weisheit des Alters hören.

Wie kann man Rotweinflecken entfernen?

Rotweinflecken in der Kleidung sind natürlich ärgerlich und sicher nicht einfach zu entfernen. Um dieses Mysterium kursieren in erster Linie zwei Behauptungen. Während die Aussage «Rotweinflecken gehen nicht raus» dem neuen Klassiker «Rotweinflecken lassen sich mit Salz entfernen» zu weichen scheint, müssen wir dazwischen grätschen und feststellen: Beides stimmt nicht wirklich!

Wie kann man Rotweinflecken entfernen? play
Finger weg von Salz bei Rotweinflecken! Thinkstock

Wer den Salz-Tipp schon einmal probiert hat, glaubte zunächst bestimmt an den Erfolg. Eines ist direkt zu beobachten: Der Fleck hellt auf. Doch ist nicht das Salz für dieses Wunder der Naturwissenschaft verantwortlich. Vielmehr zerstört die Rieselhilfe, die dem Küchensalz beigefügt ist, die roten Farbmoleküle. Was zurück bleibt, ist allerdings kein strahlendes und tiefenreines Weiss, sondern ein hell-bräunlicher Farbton. Dann doch lieber der Rotweinfleck.

 

So entfernt man Rotweinflecken schnell und sicher

Aber jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken. Speed und viel Wasser lauten Losung und Lösung. Je schneller man sich mit Wasser und am besten etwas Seife am Fleck zu schaffen macht, desto grösser ist die Chance, dass dieser vollständig entfernt wird. Das klappt auch bei Teppichen und Co. – also bei allem, was nicht in die Waschmaschine darf und kann. Wer die Fleckbearbeitung bei Rotwein noch etwas genauer studieren will, wird bei Wein.com fündig.

Wie trinkt man Wein richtig?

Gerade ist die neuste Weinbestellung angekommen, und schon freut man sich auf den ersten Schluck des neu erstandenen Tropfens. Wer kennt das nicht? Doch halt! Irgendwo stand doch mal, dass Wein nach dem Transport ruhen sollte. Also ab ins Souterrain damit und erstmal auf die glühenden Kohlen setzen und Däumchen drehen. Aber muss das sein?

Eins vorweg: Wer diese Weisheit befolgt, macht zumindest nichts falsch! Sein muss es aber nicht immer. Wein ist kein überstrapaziertes Nervenbündel, und selbst edle Tropfen aus der Neuen Welt werden beim Transport nicht seekrank. Ohnehin braucht vor allem junger Wein keine Pausen. In den meisten Fällen darf der Korkenzieher also auch direkt nach dem Transport aus dem Halfter gezogen werden und seinen Zweck erfüllen.

Zwei Ausnahmen gibt es allerdings dann doch: Direkt nach der Abfüllung sollten Weine rund sechs Wochen ruhen. Im Regelfall werden die betroffenen Tropfen aber auch erst nach diesem Zeitraum in den Handel gebracht, sodass der Verbraucher nicht gesondert darauf zu achten braucht. Die andere Ausnahme betrifft besonders alte Weine mit Depot. Ist dieses «aufgewirbelt» durch den Transport, benötigt der edle Tropfen erst einmal ein paar Tage Zeit, damit sich das Depot wieder absetzen kann.

Weitere Infos

Mehr zum Thema im Wein-Magazin

 

Alkohol verkocht im Essen

Wer greift nicht gerne auf einen Schluck Rotwein (eine grosse Auswahl bietet unter anderem der Weinshop Weinclub.com) oder sogar auf etwas Geistreicheres für das Verfeinern von Saucen zurück? Nichts dagegen einzuwenden, schliesslich verbirgt sich im edlen Tropfen oft das gewisse Etwas, das die mühevoll gezauberte Mahlzeit zum Hochgenuss macht. Wer nun aber glaubt, dass der enthaltene Alkohol ohnehin nach wenigen Minuten verkocht, irrt gewaltig.

Eines ist richtig: Alkohol verkocht ab 78 Grad Celsius. Dafür braucht es aber erstens Zeit, zweitens konstant diese Temperatur und drittens gilt die Regel nur für reinen Alkohol. Nun bestehen Wein und Co. nicht nur aus reinem Alkohol. Und ohnehin sind in der Sauce grosse Anteile an Wasser enthalten, was den Verflüchtigungsprozess verlangsamt. Aber auch Fett spielt eine gewichtige Rolle und hält Alkoholmoleküle vom Verdunsten ab.

Deutlich macht dies eine Studie der Universität Idaho (USA). Wer Alkohol kurz vor dem Servieren zum Abschmecken in Saucen gibt, muss damit rechnen, dass circa 85 Prozent des Alkohols enthalten bleiben. Köchelt das Essen weitere 30 Minuten vor sich hin, sind noch 35 Prozent des zugegebenen Alkohols enthalten. Selbst bei einem Schmorbraten und einer Kochzeit von 90 Minuten nach der Zugabe des Weins, sind immerhin noch 20 Prozent enthalten.

Das sollte nun natürlich niemanden davon abhalten, etwas Wein in die Sauce zugeben. Dennoch handelt es sich um wichtige Informationen, die vor allem Hobbyköche mit Kindern berücksichtigen sollten. Für alle anderen gilt: «Ich koche liebend gern mit Wein. Manchmal gebe ich ihn sogar ins Essen!»

Mehr zum Thema

Weitere Informationen im Blickpunkt Weinmythen – Alkohol im Essen

Publiziert am 24.03.2016 | Aktualisiert am 06.10.2016
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2 Kommentare
  • Till  Meier aus Zuerich
    24.03.2016
    ich habe mal Pasta Souce m. Gehacktem gemacht....wie immer zu viel. Ich habe wie immer meinen Eltern davon ein Tuperware voll mit gebracht....Tage später konnte mir meine Mutter sagen das kein Wein sondern Prosecco drinnen war....lecker war es und die beste bis anhin....
  • B.  Moser aus Olten
    24.03.2016
    Und was ist mit Fondue? Ich erhitzen den Wein immer gut, bevor der Käse reinkommt. Trotzdem habe ich etwas Bedenken wenn Kinder mitessen. Aber wir haben ja früher auch mit den Grossen mitgegessen, nur den Kirsch gabs separat... Fertigfondue kommt mir nicht auf den Tisch.