Für Sie degustiert: Shiraz und Co. vom Kap Oldenburg – Paradebeispiel für Südafrika-Klasse

Lieben Sie Shiraz? Oder Syrah? Tolle Traube, tolle Weine! Australien und die Côte du Rhône. Doch auch in Südafrika treffen wir auf Weltklasse. Zum Beispiel bei Oldenburg.

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Der Report ist nicht ganz neu. Letzten Oktober hat ihn Neil Martin erstellt. Martin ist Degustator für Robert M. Parker, Weinpapst. Also gewissermassen der weinpäpstliche Nuntius am Kap. Gut 1000 Weine (!) hat der Delegierte degustiert. Und über 300 mit 90 und mehr Punkten bedacht. Den Report finden sie hier.

Doch auch das ist nicht neu. Martin ist ebenso hoffnungslos dem Südafrika-Virus verfallen wie unser eigener Weinpapst René Gabriel. Der hat Südafrika im Gegensatz zu Parker schon in dessen Qualitäts-Babyjahren auf die Landkarte der grossen Weine gesetzt. Und ist dabei geblieben. Wie wir.

Shiraz – spätreifend und kapriziös

Genug Vorgeplänkel. In medias res. Und damit zum Shiraz. Die Traube, eine natürliche Kreuzung der Sorten Mondeuse Blanche und Dureza, stammt aus dem französischen Rhonetal, weshalb ihr originärer Name auch Syrah ist. Shiraz ist die Anglifizierung. Die Traube ist spätreifend und kapriziös. Sie braucht viel Sonne. Bleibt die aus, werden die Weine tanninlastig und grün. Das wird dem berühmtesten Shiraz gewiss kaum je passieren, dem Grange von Penfolds aus Australien.

In der Schweiz wird die Traube vor allem im Wallis angepflanzt. Mit einigen Resultaten auf Weltklasseniveau. So von Jean-René Germanier, Diego Mathier, Gilbert Devayes und vor allem Denis Mercier. In Südafrika sind die Big Player der sagenhafte Columella von Eben Sadie, einer der absolut besten Weine vom Kap, dazu Eagle’s Nest, De Toren’s Black Lion, und – eben – Oldenburg.

In zehn Jahren auf den Olymp

Eine Typische Wein-Familiengeschichte. Im Zeitraffer: Altes Herrschaftshaus im Kap-Kolonial-Stil aus den 50er-Jahren, gehörte der Grossmutter des heutigen Besitzers Adrian Vanderspuy. Reben gabs da schon immer, nur wurden die Trauben an Genossenschaften geliefert. 2002 gibt Adrian eine Studie in Auftrag, um das Potenzial des Terroirs auszuloten. Das Resultat wirft ihn um! 2003 kauft er den Laden. Alle Reben werden ausgerissen und neu gepflanzt. Dann gehts zügig voran. Erste Weine. Bessere Weine. Im letzten Platter’s, das ist Südafrikas Weinbibel, der erste Fünf-Sterne-Wein (Cabernet Sauvignon 2011, ein ganz exquisiter Tropfen!). Nur 50 kriegen die Höchstnote pro Jahr.

Oldenburg liegt in Banghoek. Adrian und Vanessa Vanderspuy sehen sich als Gralshüter dieser kleinen Ecke von Stellenbosch, zehn Autominuten von der Weinstadt entfernt. Die Weine wachsen auf Anlagen,die sich auf 300 bis 450 Meter über Meer befinden, also in gebirgiger Umgebung. Die Nächte sind da recht kühl, was dem gesunden Wachstum des Traubenguts förderlich ist. Ein perfektes Mikroklima, das es auch ermöglicht, tolle weisse Rebsorten anzubauen. Der Chenin Blanc ist jedenfalls ein Gedicht.

Luxus pur auf dem Weingut

Und dann ist da noch The Homestead. Das 200 Jahre alte Familienanwesen, das renoviert und zu einem Luxus-Guesthouse umgebaut wurde. Es lässt keinen Wunsch offen und kann nur exklusiv gebucht werden. Das heisst, die ganze Anlage «gehört» dann dem buchenden Gast. Bis maximal 12 Personen in sechs Schlafzimmern. Ganz billig ist der Spass indes nicht: Mit einem Schlafzimmer beträgt der Zimmerpreis pro Nacht derzeit 1200 Franken.

Zurück zu den Weinen. Wir haben die Gewächse von Oldenburg verkostet. Beeindruckend der Syrah und der Chenin Blanc. Doch wir haben viele, viele weitere Südafrikaner degustiert. Die besten stellen wir hier vor. Wer sich selbst ein Bild von der derzeitigen Form der Weine vom Kap machen will: An den South Africa Days vom 28. Bis 30. August sind viele Winzer zu Gast in Wädenswil. Alle Details und wie Blick.ch-Leser zu Gratistickets kommen finden Sie weiter unten.

Publiziert am 22.08.2015 | Aktualisiert am 14.11.2016
 

WELTKLASSE-SÜDAFRIKANER: 18 PUNKTE

Klein Constantia Estate Red 2012 (67% Cabernet Sauvignon, 20% Petit Verdot, 13% Malbec): Kirschig-lakritzige Nase, Zedernholz, Typizität eines grossen Bordeaux, im Gaumen höchste Eleganz, Weichselkirschen, feinkörnige Tannine, Cassis, Power und doch Finesse, minzige Frische, in einem langen Finale endend. Unbedingt früh öffnen und dekantieren. Entfaltet sein gesamtes Aroma erst nach zwei, drei Stunden. Score: 18/20 (CHF 29.--)

Anwilka 2011 (Foto, 67% Syrah, 31% Cabernet Sauvignon, 2% Petit Verdot): Kräftige Nase voll von Kirschen, Brombeeren, Pflaumen, dezente edle Parfümnoten, im Gaumen fleischig ohne mastig zu sein, rechte, schöne Tannine, Power und doch Eleganz, pfeffriges, langes Finale. Wunderbar! Auch wunderbar süffig. Jedes einzelne Glas macht Spas. Score: 18/20 (CHF 49.--)

Constantia Glen Five 2009 (40% Petit Verdot!, Rest Merlot, Cabernet Franc und Sauvignon, Malbec): Tolle ausladende Cassis-Nase, Lakritze und Chriesi, Kräuter, Zedernholz, im Gaumen schönes Fluss, trinkig, Eleganz trotz der Power, mineralisch, leichte Bittermandeln gegen Ende, eukalyptisches, frisches Finish, das in Ricola-Noten endet und sehr lang ist. Score: 18/20 (CHF 39.--)

Constantia Glen Five 2010 (40% Petit Verdot!, Rest Merlot, Cabernet Franc und Sauvignon, Malbec): Opulente Nase mit viel Chriesi, Zwetschgenaromatik, dunkle Kaffee- und Schogginoten, fast teerig, im Gaumen Druck, knackige Tannine, Würze, trotz der Kraft viel Eleganz, wunderbare Balance, rechte Säure, enorme Frische, schöne Länge! Score: 18/20 (CHF 39.--)

Eagle’s Nest Shiraz 2012: Dezente Holznoten, im Gaumen viel Würze, Eleganz, Pfeffer, Kräuter, leichtfüssig, schönes, minziges und recht langes Finale. Score 18/20 (CHF 39.--)

 

STELLENRUST: CHENIN-BLANC-REFERENZ

Nicht ganz eine halbe Million Flaschen produziert Stellenrust, ein 1928 gegründeter Familienbetrieb, der damit zu den grössten seiner Art zählt. Die Hälfte der Weingärten befindet sich im sogenannten Golden Triangle von Stellenbosch, wo einige der besten Böden für Rotweine zu finden sind. Star der Kellerei ist indes der im Holzfass vergorene Chenin Blanc. Die Trauben von 50-jährigen Rebstöcken wachsen auf dem Bottelary Hill, wo das Klima kühler ist und nachmittags eine frische Meeresbrise für Abkühlung sorgt. Der Barrique-Chenin hat schon mehrfach die Maximalnote von fünf Sternen in der Südafrika-Weinbibel Platter’s eingeheimst.

Chenin Blanc Barrel Fermented „49“ 2013 (Foto): Vanillige, rauchige Nase, extreme Schieferaromatik, Caramel, im Gaumen Hefe, Butter, Fülle, Schmelz, knackige Säure, Honig, Opulenz, schöne Süsse, wunderbar lang. Score: 17,5/20 (CHF 19.90 statt 24.--)

Chenin Blanc Barrel Fermented „49“ 2012: Ausladendes Nase, Hefe, exotische Früchte, Butter, Caramel, knackige Säure im Gaumen, immer mineralischer werdend, Brotnoten, recht schlank, schöne Länge. Score: 17/20

Sauvignon Blanc 2014: Tolle, extrem ausladende Nase, voll von nassem Gras, Ricola-Kräuterigkeit, Agrumen, totally tropical, im Gaumen leichter Schmelz, rechte Säure (fast wie bei einem Riesling), Nervigkeit, mittleres Finish. Perfekter Meeresfrüchte-Sommerwein. Und: Ein Preis-/Leistungshammer. Score: 16,5/20 (CHF 13.90)

Weiter degustiert:

  • Pinotage Corner Stone 2012: Score 16/20 (CHF 24.--)
  • Pinotage 2013: Score 16/20 (CHF 13.90)
  • Chenin Blanc 2014: Score 16/20 (CHF 11.90)
  • Peppergrinder’s Shiraz 2011: Score 15,5/20 (CHF 24.--)
  • Chardonnay Barrel Fermented 2013: Score: 15,5/20 (CHF 19.90 statt 24.--)
 

LE RICHE: CABERNET-SPEZIALIST

Etienne Le Riche (Fotos: mit Sohn Christo) war Chef-Weinmacher auf Rustenberg, bevor er 1996 seine eigenen Weine auf der Farm Leef of Hoop im Jonkershoek-Tal in Stellenbosch zu keltern begann. Er ist Mitglied der von CWG, der Cape Winemakers Guilde, in der  sich die besten Weinmacher am Kap der guten Hoffnung zusammengeschlossen haben. Die Spezialität von Le Riche ist Cabernet Sauvignon. Here we go:

Cabernet Sauvignon/Merlot 2010: Leicht schweflige Nase, würzig, dezent teerig, im Gaumen etwas spitz, fast rotbeerig, Cassis, Kräuter, rechte Säure, mittleres Finish. Score: 15,5/20 (CHF 17.80)

Richesse 2011 (Cabernet Sauvignon und Franc, Merlot, Petit Verdot): Dezente fruchtbetonte Nase, Kräuter, im Gaumen rund, kräftig, viel Würze, frisch, leicht bitter-kräuteriges Finish, recht lang. Score: 16,5/20 (CHF 19.90)

Cabernet Sauvignon 2011: Lakritze, im Gaumen komplexer, leichte Mineralität, Frische, fast mediterran, rechte Frucht, Power, Würze, Fleisch, mundfüllend, recht langes Finish. Score: 17/20 (CHF 24.--)

Cabernet Sauvignon Reserve 2011: Nase verschlossen, ein Hauch Chriesi, im Gaumen hoch elegant, dezente Power, lakritzige Frische, Cassis, Moschus, minim reduktiv, dezente Tannine, schönes Finale. Score: 17,5/20 (CHF 42.—)

WO GIBTS WAS ZU DEGUSTIEREN?

* 31. August. 11-19.30 Uhr. Mémoire & Friends. Swiss Wine Grand Tasting. Die grosse Werkschau des Schweizer Weins. Mit allen Mémoire-Mitgliedern, ihren Freunden und vielen Auslandschweiz-Winzern. Mit drei Masterclasses um 11.15 Uhr, 14.15 Uhr, 16.15 Uhr. Vorverkauf CHF 20.--, Tageskasse CHF 30.--, Abendtickets ab 17 Uhr gratis. Kongresshaus Zürich. www.memoire-and-friends.ch.

* 4. und 5. September. Vinea – le salon des Vins Suisses. Die grösste Open-Air-Weindegustation der Schweiz in Sierre (Foto). Über 150 Produzenten stellen ihre Weine vor. Dazu gibts die prämierten Gewächse des Mondial du Merlot und Mondial du Pinot zu verkosten. Afterpartys. Sierre, Stadtzentrum. Tageseintritt CHF 30.--. Samstag, 4. September 15-20 Uhr. Sonntag, 5. September 11-19 Uhr. www.vinea.ch.

* 7. und 8. September. Die neuen Top-Crus aus Bulgarien. Sorten wie Misket oder Dimiat. Oder Mavrud. Unbekannt? Sechs bulgarische Top-Produzenten stellen sie vor. Dazu gibts Snacks. Am 7. Sept. im Hotel Schweizerhof in Luzern. 16-20 Uhr freie Degu. 17.30-18.30 Uhr geführte Degu mit VINUM-Chefredaktor Thomas Vaterlaus zum Thema «Autochthon - International». Am 8. Sept. im Zunfthaus zur Saffran in Zürich. 17.30-19 Uhr. Anmeldung unter www.mettlervaterlaus.ch.

 

DE TOREN V – WIE VERTIKAL

Das atemberaubende Weingut De Toren des charismatischen Emil Den Dulk haben wir an dieser Stelle bereits im Detail vorgestellt. Nun haben wir an einer ausserordentlichen Vertikale gleich zwölf Jahrgänge des De-Toren-Topshots Fusion V (V für 5 - 5 Traubensorten) und sieben Jahrgänge des Zweitweins Z (der mittlerweile eher ein Schwesterwein, weil auf ähnlich hohem Niveau ist) degustieren können. Diese spannenden Resultate wollen wir ihnen nicht vorenthalten. Zudem: De Toren produziert zwei Super-Mega-Tropfen von kleinster Mikro-Produktion. Beide sind der nackte Wahnsinn und die beiden besten im letzten Jahr vom Kap verkosteten Weine! Im Detail stellen wir ihnen überdies die beiden Einstiegsweine von De Toren vor sowie den aktuellen Jahrgang 2012 von Fusion V und Z.

Die Fusion-V-Vertikale:

  • 1999 (erster Jahrgang): 17,5/20
  • 2000: 17,5/20
  • 2001: 18/20
  • 2002: 18/20
  • 2003: 18/20
  • 2006: 18/20
  • 2007: 18/20
  • 2008: 17,5/20
  • 2009: 18/20
  • 2010: 18,5/20
  • 2011: 18/10
  • 2012: 17,5/20

Die Z-Vertikale:

  • 2004: 17,5/20
  • 2007: 16,5/20
  • 2008: 17,5/20
  • 2009: 17,5/20
  • 2010: 17,5/20
  • 2011: 17/20
  • 2012: 17/20

Die Einstiegsweine:

La Jeunesse Délicat (ohne Jahrgang, Cabernet Franc und Sauvignon, Merlot): Rotbeerige, fruchtige Nase, vor allem Erdbeeren, rund im Gaumen, nur minimer Schmelz, harmonisch, geschmeidig-süffig, Länge okay. Super Alltagswein, perfekt, um im Sommer einen Braai (südafrikanische Grillorgie) zu starten. Score: 17,5/20 (CHF 17.90)

Diversity 2012 (Cabernet Sauvignon, Merlot): Ausladende Nase, schöne Beerigkeit, leichte Toastnoten, im Gaumen rechte Tannine, eher grün, leichtfüssig, kurzer Abgang. Score: 15,5/20 (CHF 17.90)

Der aktuelle Jahrgang der Dauerbrenner:

Z 2012: Zurückhaltende, dunkelfruchtige Nase, leichte Espresso-Noten, Würze, im Gaumen Power, feine Tannine, mineralische Erdigkeit, präzis vinifizierter und eleganter Z mit mittlerem Finish. Score: 17/20 (CHF 32.--)

Fusion V 2012:  Ausladende Zwetschgennase, minime Toastnoten, im Gaumen äusserst konzentriert, Power, viel Frucht, schöne Tannine, enorme Frische, würziges, langes Finale. Score: 17,5/20 (CHF 42.--)

Die beiden Mikro-Mega-Weine:

Book 17 2013 (50% Cabernet Sauvignon, je 25% Cabernet Franc und Merlot. Im Unterschied zum V wurden die Pflanzen total entlaubt und entsprechend bewässert, damit die Trauben nicht verbrennen, sagt Weinmacher Albie Koch): Enorm ausladende, sehr frische, eukalyptische Nase, im Gaumen mächtig, rechte Fruchtsüsse, Kräuteraromen, Minze, Frische, unglaubliches Finish, das enorm lange nachhallt. Score: 19/20 (CHF 220.--)

Black Lion 2013 (Foto, Flasche 881 von 889. 100% Shiraz zu je einem Drittel aus Swartland, Helderberg und der Ozeanregion in Stellenbosch stammend, also aus drei verschiedenen Mikro-Klimas): Wahnsinnig ausladende, enorm würzige Nase, mächtig, kirschige Frucht, im Gaumen Power ohne Ende, viel Würze, fast etwas kompottig, unheimliche Power, unfassbare Länge, never-ending! Score: 19/20 (CHF 220.--)

Aldi: 16 Punkte für 5.60 Franken!

Aldi hat grosse Degustationstage! Die erste Tranche war am letzten Weekend, die zweite steigt an diesem, vom 17. Bis 19. September. 16 Weine sind in jeder Filiale geöffnet. Wir haben sie alle versucht. Es gab viel Mittelmass. Das eine oder andere grenzwertige. Und zwei Top-Gewächse in unterschiedlichen Preislagen. Weil es auf alle Degu-Weine 20% Rabatt beim Kauf von mindestens einem Karton gibt, können wir ihnen diese beiden Weine nur ans Herz legen:

Brunello die Montalcino San Zenone 2009 (Foto): Wunderschön ausladende Nase voll von roten Beeren wie Johannisbeeren, Zedernholz, leicht parfümiert, würzig, im Gaumen schöne schlanke Struktur, Sangiovese-Typizität, rotfruchtig, Himbeeren, frisch, schöner Fluss, recht langes eukalyptisches Finale. Wunderbarer Brunello! Score: 17,5/20 (CHF 15.99. www.aldi.ch)

Zum Kauf empfehlen können wir auch den Gran Reserva Duque de Medina 2006, ein Garnacha aus alten Reben aus der Appellation Cariñena. Eine Gutsabfüllung der Bodegas Ignacio, was bei Aldi eher nicht üblich ist. Der Wein besticht durch Terroirtypizität, Power, ohne aber das Filigrane und eine gewisse Nervigkeit zu verlieren, er ist smart, bleibt frisch-fruchtig bis ins mittellange Finale. Wenn man die 20 Prozent abzieht, kommt man auf 5 Franken und sechzig Rappen. Ein sensationeller Preis für diese Punktzahl! Score: 16/20 (CHF 6.99. www.aldi.ch)

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DIE WEINE VON OLDENBURG

Chenin Blanc 2012: Vanille und Butter, dennoch Frische, mineralisch, Feuerstein, im Gaumen Tiefe, Grasnoten, Power, Rauch, langes, leicht vegetales Finish. Score: 17/20 (CHF 22.50)

Chenin Blanc 2013: Toastnoten, Vanille, Butter, viel Mineralität, Feuerstein, im Gaumen Power, Fülle, Schmelz, Ananas, Hagebutten, etwas Fenchel, schlankes Finish mit mittlerer Länge. Score: 17/20 (noch nicht erhältlich)

Chardonnay 2013: Rauchige Nase, dezente Vanille und Butter, Lychees, Ananas, im Gaumen filigran, ja schlank, Frucht, Mineralität, Grasnoten, leicht vegetal, mittellanger Abgang. Score: 16,5/20 (CHF 22.50)

Syrah 2011 (Foto): Dezente, etwas alkoholisch-würzige Nase, viel Frucht, Pflaumen, Brombeeren, im Gaumen frisch, erstaunlich leichtfüssig-elegant, schön schmelzende Tannine, kräftige Säure, voluminös und trinkig, langes Finale. Wunderbar! Score: 17,5/20 (CHF 22.—statt 29.90)

Cabernet Sauvignon 2011: Wunderschön kirschige Nase, Zedernholz, minim parfümiert, komplex und harmonisch, im Gaumen leichter Schmelz, reife Tannine, schöne Säure offenbarend, schlanke Struktur, Lakritze, klassische Ausprägung eines Cabernets, balsamisches, langes Finale. Noch sehr jung, deshalb dekantieren. Hat ein langes Alter vor sich. Score: 17,5/20 (CHF 29.90)

Merlot 2011: Kirschig-beerige Nase, Zedernholz-Hint, im Gaumen geschmeidig-süffig, rechte harte, präsente Tannine, schlanke Struktur, dennoch mundfüllend, recht langes Finish. Score: 16,5/20 (CHF 29.90)

Cabernet Franc 2011: Tiefe, dunkel-teerige Nase, Brombeeren, Holznoten, im Gaumen dominierende Tanninstruktur, feingliedrig, rechte Süsse und Beerigkeit, gegen Ende ziemlich voluminös und recht lang. Ein Essensbegleiter. Unbedingt frühzeitig dekantieren. Score: 16,5/20 (CHF 29.90)

Rhodium 2011 (Merlot, Cabernet Sauvignon und Franc, Malbec, Petit Verdot): Tiefe dunkelbeerige Nase, Brombeeren, auch Kirschen, leichte Süsse, ein Hauch Parfüm, Zedernholz; im Gaumen harmonisch, ausbalanciert, reife Tannine, leichte Würze, sauber, etwas wenig Charakter, recht langes Finish. Score: 17/20 (CHF 44.--)

 

GEREIFTE SÜDAFRIKANER

Was immer noch nicht ein Allgemeinplatz ist: Weine vom Kap haben ein enormes Lagerpotenzial. Das haben wir bei einer hoch interessanten Degustation bei Südafrika-Spezialist Kapweine wieder mal im eigenen Gaumen einmal mehr bestätigt gesehen. Hier die Favoriten:

  • Boukenhoutskloof Cabernet Sauvignon 2005: Score 18,5/20 (CHF 89.--)
  • Boukenhoutskloof Syrah 2005: Score 17,5/20 (CHF 89.--)
  • De Trafford Merlot 2005: Score 17,5/20 (CHF 49.-)
  • De Trafford Cabernet Sauvignon 1999: Score 17,5/20 (CHF 89.--)
  • Sadie Family Columella 2000: Score: 18,5/20 (CHF149.--)
  • Veenwouden Merlot 1997: Score 18/20 (CHF 59.--)
  • Vergelegen V 2005: Score 17,5/20 (CHF 120.--)
  • Fort Simon Pinotage 2006: Score 17,5/20 (CHF 25.--)

Und dann noch der weisse Hammer aus meinem eigenen Keller. Ein Chardonnay wie ein Gedicht:

Hamilton Russell Chardonnay 2001 (Foto Jahrgang 2012): Sensationell! Ausladende Nase, Melonen, Akazienhonig, Harz, Waldaromen, im Gaumen hoch elegant, frisch, feingliedrig, dezent metallisch, leichte Kräuteraromen, Fenchel, Superlänge! Score: 18,5/20 (Die aktuellen Jahrgänge kosten CHF 39.--)

EINE SPRUDELNDE ÜBERRASCHUNG

Südafrika ist nicht berühmt, aber bekannt für seine Schaumweine. Nach traditioneller Methode (Champagne) hergestellte Schaumweine heissen hier Cape Classiqu. Ein solcher in der Flasche vergorener Schaumwein ist der Rosé Brut von Boschendal. Die Pinot-Noir-Trauben (und ganz wenig Chardonnay) reifen für 24 Monate auf der Hefe.

Boschendal Brut Rosé NV: Sehr fruchtige Nase, floral, Erdbeeren, feine Perlage, angenehmer Fluss, Fülle, mittleres Finish. Score: 17/20 (CHF 18.—statt 22.50)

 

DIE KAPWEINE DES JAHRES

Glenelly Grand Vin Chardonnay 2013: Fruchtige Nase, Ananas, dezente Vanille- und Honignoten, Melonen, im Gaumen Zigarrenaromatik, Zedernholz, viel Frucht, elegant-schlank, sehr moderner Chardonnay mit recht langem Finish. Score: 17/20 (CHF 17.—statt 22.--)

Eagle’s Nest Merlot 2015: Dezente rotbeerig-kirschige Nase, leichtes Parfüm, im Gaumen Schmelz, schöner Fluss, reife Tannine, knackige Säure und Mineralität, frisches, eukalyptisches Finish. Score: 17/20 (CHF 22.90 statt 29.--)

 

MIT BLICK.CH GRATIS AN DIE SOUTH AFRICA DAYS

Wer die in dieser Story vorgestellten Weine und noch viele mehr degustieren möchte (über 200), hat demnächst die Gelegenheit dazu. Vom 29. Bis 30. August finden in Wädenswil die South Africa Days statt. Wein ist die Hauptattraktion, ein gutes Dutzend Kap-Produzenten sind vor Ort, aber beileibe nicht die einzige. So erfahren Sie vom Spezialisten Knecht Reisen alles über Trips ans Kap. Zu essen hat es dank eines Braais, der südafrikanischen Variante unseres Grillplauschs, mehr als genug. Falls Sie ihre Wohnung auf südafrikanisch trimmen wollen – an den Three days finden Sie auch die nötigen Original-Kunstwerke aus Südafrika. Und eine Band vom Schwarzen Kontinent heizt musikalisch ein. Die genauen Zeiten: Freitag 16-22 Uhr, Samstag 10-22 Uhr, Sonntag 11-17 Uhr. Die Adresse: Kapweine, Rütibüelstrasse 17 in Wädenswil. Der Tagespass kostet 10 Franken. Mit blick.ch ist der Eintritt jedoch gratis. Sie brauchen bloss diesen Link anzuklicken und die gewünschte Anzahl Tickets (maximal 4) einzutragen. Damit diese nichts kosten, müssen sie den Gutschein-Code blick2015 eingeben. Schon werden Ihnen die Tickets bequem nach Hause geschickt. Enjoy!

Shiraz und Syrah aus Australien: Top Weine für Geniesser play

Der Fusion V von De Toren hat einen hohen Wiedererkennungseffekt, das hat die Vertikale von zwölf Jahrgängen eindrücklich aufgezeigt. Ein Verdienst von Weinmacher Albie Koch.

Alain Kunz

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