SRF-Sportchef Roland Mägerle erklärt den Übertragungsrechte-Poker von heute «Die nächsten zwei Olympischen Spiele haben wir auf sicher»

ZÜRICH - Die kommenden Olympischen Spiele werden nicht mehr von ARD und ZDF übertragen. Die Rechte waren ihnen zu teuer. Wie lange kann sich die SRG Olympia noch leisten? SRF-Sportchef Roland Mägerle (48) über die Zukunft von Olympia.

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BLICK: ARD und ZDF haben die Rechte an Olympia verloren. Sind Sie geschockt?
Roland Mägerle:
Nein, warum? Wir sind froh, dass wir die Rechte bereits gesichert haben. Wir werden die Spiele 2018 in Pyeongchang und 2020 in Tokio zeigen können. Insofern ist von uns keine Reaktion gefordert. Klar ist aber auch: Der Rechtemarkt ist in vielen Ländern, einschliesslich der Schweiz, umkämpfter geworden.

Welche Auswirkungen hat der Deal in Deutschland auf die Schweiz?
Sportrechte werden für bestimmte, nationale Territorien vergeben. Deshalb hat die Rechtevergabe in Deutschland keinen Einfluss auf die Situation in der Schweiz.

Discovery wollte angeblich 150 Millionen Euro für die Übertragungsrechte der Spiele in Pyeongchang und Tokio. Die deutschen TV-Sender waren jedoch nicht bereit, mehr als 100 Millionen Euro auszugeben. Wie viel haben Sie bezahlt?
Die Lizenzkosten können wir aus Vertraulichkeitsgründen nicht nennen. Nur so viel: In der Schweiz sind wir weit weg von solchen Beträgen. Die Spiele in Rio haben die SRG insgesamt 17 Millionen Franken gekostet. In dieser Summe sind neben den Rechten auch die Produktion und die Umsetzung für TV, Radio und Online in allen vier Sprachregionen enthalten.

Das ist immer noch viel Geld. Wie kommt der Anteil für die Rechte zustande?
Zahlreiche Faktoren spielen mit. Unter anderen die Grösse des Territoriums und die Konkurrenzsituation im nationalen Markt. In der Schweiz kommt ausserdem die Sprachenvielfalt dazu.  

Warum haben Sie im Gegensatz zu ARD und ZDF die Nase vorn?
Die SRG offeriert ein massgeschneidertes Programm für die Schweiz und bietet mit ihren sprachregionalen Sendern einem Millionenpublikum vor den TVs, Radios und Mobilgeräten attraktiven Livesport. Zudem ist die SRG ein zuverlässiger Partner mit einem über viele Jahrzehnte aufgebauten Know-how bei der Übertragung von Grossevents. 

Warum erwirbt die SRG die Rechte, wenn Olympia ohnehin auf Eurosport zu sehen ist?
Weil nur SRF, RTS, RSI und RTR die Schweizer Athletinnen und Athleten ins Zentrum rücken. Diesen speziellen Schweizer Fokus bieten ausländische Sender nicht. In manchen Fällen kann es sogar sein, dass die Sender der SRG olympische Sportevents ausstrahlen, die auf Eurosport nicht zu sehen sind.

Schauen die Deutschen die Spiele gratis bei SRF – und wir finanzieren alles mit unseren Gebühren?
Nein, das können sie nicht. Die SRG hat die Ausstrahlungsrechte nur für das Territorium der Schweiz erworben. Unsere Inhalte  zu den Olympischen Spielen werden fürs Ausland gesperrt. Das ist technisch problemlos zu lösen.

Besteht die Gefahr, dass die SRG die Rechte noch verlieren könnte?
Nein, das ist unumkehrbar.

Die Olympischen Spiele werden zunehmend kritisch betrachtet. Warum sind sie Service public?
Sie gehören zu den grössten und wichtigsten Sportereignissen der Welt. Deshalb sind sie fester Bestandteil des Sportprogramms der SRG-Sender. Gleichzeitig ist ein unabhängiger und kritischer Service public notwendiger denn je – gerade angesichts zunehmender Kommerzialisierung und politischer Herausforderungen in der Welt des Sports. Die sprachregionalen Sender der SRG sind sich dieser Verantwortung bewusst und beleuchten über die Emotionen der sportlichen Wettkämpfe hinaus auch die Hintergründe der Grossevents.

Publiziert am 05.12.2016 | Aktualisiert am 12.12.2016
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1 Kommentare
  • werner  Müller 05.12.2016
    "Die nächsten 2 Olympischen Spiele haben wir auf sicher".Die Frage ist einfach zu welchem Preis. Ist immer wieder schön, wie Programm-verantwortliche stolz sind Geld auszugeben, welches ihnen nicht gehört.