Die Absage kam wenige Stunden vor dem neuen Jahr. Für den Waadtländer Sébastien Buemi (24) ist der Traum von einem Formel-1-Comeback vorerst ausgeträumt.
Am 15. Dezember 2011 war Buemi nach drei Jahren und 55 Rennen (29 WM-Punkte) bei Toro Rosso-Ferrari entlassen worden. Seither kämpfte er als Red-Bull-Ersatzfahrer vergeblich um eine Rückkehr in die grosse Manege des GP-Zirkus.
Seine letzte Hoffnung für 2013 zerschlug sich jetzt: Force India-Mercedes (Stammpilot Paul di Resta) teilte Buemi mit, dass er aus dem Transferrennen sei. Wer nun beim WM-Siebten der zweite Mann ist, hat man dem Schweizer aber nicht verraten!
Buemi, der sich 2012 auch einen Namen als SRF2-Co-Kommentator gemacht hat, lässt sich natürlich nicht unterkriegen. Er will jetzt so schnell wie möglich seinen Vertrag bei Red Bull verlängern. Nach seinem Simulator-Marathon mit über 22'000 Kilometern gehört er ja zur Weltmeister-Familie.
Wenn 2013 mal einer der Stammpiloten Sebastian Vettel oder Mark Webber ausfällt, würde sofort Buemi an den Start gehen.
Dass Ferrari sich plötzlich nicht mehr um den Testfahrer Buemi bemüht, bleibt rätselhaft. Buemi will die Dinge zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren. Erst muss er seine Zukunft sichern. Fest stehen bis jetzt mehr Werks-Einsätze bei Toyota für die Langstreckenrennen (darunter auch die 24 Stunden von Le Mans).
Ferrari spielt offenbar bei der Vergabe des zweiten Cockpits bei Force India eine grosse Rolle. Die Inder blicken schon ein Jahr voraus, müssen sich für 2014 einen Turbo-Motor sichern. Bekommen sie diesen vielleicht etwas billiger, wenn sie den französischen Ferrari-Schützling Jules Bianchi (23) vom Ersatz- zum Stammpiloten 2013 machen?
Man muss es fast annehmen, weil man den früheren Favoriten bei Force India, Adrian Sutil (29), eigentlich schon lange hätte bekanntgeben können. Aber vielleicht bekommt er wegen seiner Glas-Attacke in einem Nachtklub von Shanghai 2011 nächstes Jahr kein Einreise-Visum für China, Amerika und Kanada. Sutil musste für die Verletzung eines Lotus-Mitbesitzers (Eric Lux) eine hohe Geldbusse bezahlen und ist jetzt vorbestraft.
Muss Force India tatsächlich Bianchi nehmen, wird bei Sauber Ersatzpilot Robin Frijns (21) wohl leicht neidisch. Der Holländer hatte beim Finale der viel beachteten Renault World Series (3,5 Liter) im Finale von Barcelona Bianchi mit einer harten Attacke abgedrängt und so noch den Titel geholt!
Das zweite freie Cockpit ist bei Caterham-Renault zu haben. Dort braucht der Franzose Charles Pic (kam mit viel Geld von Marussia) sicher einen schnellen Mann neben sich. Mit einem 15-Millionen-Franken-Geldkoffer klopft der Brasilianer Bruno Senna bei jedem Team an. Aber auch die bisherigen Fahrer, Kovalainen und Petrow, machen sich hier noch Hoffnungen.
Offiziell müssten die Teams ihre Fahrer erst am Donnerstag vor dem ersten GP-Training 2013 in Australien melden. Das wäre am 13. März. Die ersten Testfahrten steigen vom 5. bis 8. Februar im andalusischen Jerez. McLaren-Mercedes stellt sein neues Auto am 31. Januar im Werk von Woking vor, am 1. Februar tut dies übrigens Force India in Silverstone. Sauber plant die erste Ausfahrt zu Beginn der Jerez-Testfahrten.
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