Ökostrom Preisvergleich lohnt sich

Wasser oder Wind: Fast alle Schweizer Stromversorger bieten Ökostrom an. Das Angebot ist breit, die Preisspanne gross. Worauf wir bei der Wahl achten sollten.

Wasserkraft deckt rund 60 Prozent des Schweizer Strombedarfs: Stausee Nalps im Val Nalps bei Sedrun GR. play

Wasserkraft deckt rund 60 Prozent des Schweizer Strombedarfs: Stausee Nalps im Val Nalps bei Sedrun GR.

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Unsere Energieministerin Doris Leut­hard kämpft für den Atomausstieg. Mit ihrer Energiestrategie 2050 will sie saubere, erneuerbare Energiequellen fördern. So lange muss man aber nicht warten: Wem Strom aus dem Reaktor missfällt, kann schon heute die Weichen Richtung Nachhaltigkeit stellen – und PC oder Bügeleisen mit Ökostrom betreiben.

Fast alle Stromversorger bieten inzwischen ein Produkt an, das auf Atomstrom und importierten Kohlestrom verzichtet. Dieser sogenannte Ökostrom besteht entweder ganz aus Wasserkraft – oder aus einem Mix, der Anteile von Wasserkraft, Windkraft, Photovoltaik oder Biomasse enthält.

Star unter den Ökostrom-Labels

2013 wurden bereits 15,6 Prozent des verbrauchten Schweizer Stroms unter einem Nachhaltigkeitslabel verkauft. Doch nur 1,5 Prozent erfüllen die strengen Vorgaben des Zertifikats «naturemade star» laut Definition des Vereins für umweltgerechte Energie (VUE) tatsächlich.

Besondere bei der Wasserkraft sei «nature­made star» gegenüber dem weniger strengen «naturemade basic» deutlich ­umweltverträglicher, betont VUE-Geschäftsstellenleiterin Ursula ­Stocker: «Das Star-Label verlangt unter anderem Auf- und Abstiegs­hilfen für Fische und limitiert die Abflussmengen. Das ist wichtig, um den Fischen das Überleben zu ermöglichen.»

Auch Eric Bush, Energieexperte der Online-Plattform topten.ch, empfiehlt Strom aus «naturemade-star»-zertifizierter Wasserkraft: «Das ist ökologisch sinnvoll.» Denn nicht jeder Wasserstrom sei umweltverträglich. «Wo mit viel Aufwand kleine Bäche mit Turbinen verbaut werden, leiden Tierwelt und Landschaft – obwohl dabei nur wenig Strom herausschaut.»

Strom ist ein abstraktes Produkt. Kaum jemand weiss auf Anhieb, wie viele Kilowattstunden er pro Jahr in seinem Haushalt verbraucht. Abhängig ist der Bedarf vor allem davon, ob man mit Strom kocht oder einen Waschturm im Badezimmer stehen hat. Über den Daumen gepeilt heisst das: Je nach Stromkonsum und Anbieter kann der jährliche Aufpreis für «naturemade»-Ökostrom gut und gern 1500 Franken ausmachen.

Sonnen- und Windkraft sind verhältnismässig teurer

Aber: Man braucht den Haushalt nicht komplett mit Ökostrom zu versorgen. Manche Anbieter erlauben einen Mix, der nur einen gewissen Prozentsatz Ökostrom enthält. Sollte diese Lösung das Haushaltsbudget dennoch sprengen, kann man das Öko-Abo jährlich kündigen.

Die Ökostrom-Angebote unterscheiden sich stark. So erhält man bei der Ökostrombörse Schweiz den Solarstrom schon für einen Aufpreis von nur elf Rappen – beim Elektrizitätswerk Obwalden zahlt man dafür 60 Rappen mehr. «Die Pioniere mussten für ihre Photo­voltaikanlagen mehr Geld investieren als jene Stromversorger, die erst heute auf den Ökozug aufspringen», erklärt Eneriegexperte Bush die Preisunterschiede.

Zudem sind Photovoltaik und Wind generell deutlich teurer als Wasserkraft. Deshalb sind auch jene Mischprodukte teurer, die hohe Anteile von Energie aus Sonne und Wind aufweisen.

Mehr Infos zu Ökostrom finden Sie unter:
www.topten.ch
 www.naturemade.ch

Publiziert am 19.01.2015 | Aktualisiert am 19.01.2015

Das bezahlt man

Ein Drei-Personen-Haushalt in ­einer Wohnung mit Elektroboiler und Gasherd verbraucht im Durchschnitt jährlich 4650 Kilowattstunden Strom. Mit Standardstrom bezahlt man dafür rund 1200 Franken.

Was aber kostet dieser Verbrauch mit Öko-Strom? Der Aufschlag variiert stark, ebenso die ökologische Bewertung der Angebote: Das zeigt der Stromvergleich von topten.ch deutlich. Darin findet man je nach Region bis zu zwei Dutzend Ökostrom-Angebote.

Gemäss topten.ch bezahlt man etwa in der Stadt Bern für 4650 Kilowattstunden des lokalen Standardprodukts «ewb.NATUR.Strom» 1116 Franken pro Jahr.

Je nach Ökostrom fallen folgende Aufpreise an: Für «Authentic Solar ADEV» 1800 Franken, für «Solarstrom Energie Zukunft Schweiz» 324 Franken, für «Fair POWER eco+» 279 Franken.

Das Vergleichsportal zeichnet «Fair POWER eco+» (Ökonote 5,4) in Bern mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis aus, das Produkt setzt sich zu 70 Prozent aus Wasser-, zu 10 Prozent aus Windkraft und zu 20 Prozent aus Solarstrom zusammen. Die beiden anderen enthalten ausschliesslich Solarstrom – sie sind teurer, brillieren aber mit der Ökonote 6.

Rappenspalter können in Bern auch das Produkt «ewb.BASIS.Strom» bestellen. Dieser Strom besteht aus fast 96 Prozent Atomstrom und ist im Jahr 35 Franken günstiger als das Standardprodukt.

Etliche Produkte werden schweizweit verkauft. Dann erhält man zwei Rechnungen: eine vom regionalen Stromversorger für den Standardstrom, eine vom auswärtigen Anbieter mit dem Ökostrom-Aufschlag.

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Nur 1,5 Prozent des Ökostroms erfüllen die strengen Vorgaben dieses Labels. play
Nur 1,5 Prozent des Ökostroms erfüllen die strengen Vorgaben dieses Labels.

Nachfrage gibt Energiewende Vorschub

Rein physikalisch unterscheidet sich Ökostrom nicht von Atomstrom: Beide Stromsorten werden ins Netz eingespeist, quasi in eine grosse Batterie, aus der alle Bezüger ihren Strom zapfen. Es ist deshalb gut möglich, dass ein Kunde mit einem Ökostrom-Abo dennoch Atomstrom geliefert erhält. Weit entscheidender ist: Die von ihm bestellte Strommenge wird aus Wind-, Wasser-, Photovoltaik- oder Biomassekraftwerken ins Stromnetz eingespeist. Labels wie «naturemade star» oder TÜV bürgen dafür, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Je mehr Ökostrom bestellt wird, desto mehr wird auch erzeugt – und ersetzt den Atomstrom.

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