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Endlich neuen Job gefunden Muss ich Sozial-Leistungen zurückzahlen?

Ich habe zwei Jahre Sozialhilfe bezogen. Nach langer Arbeitslosigkeit habe ich nun eine Stelle gefunden. Muss ich die bezogenen Leistungen jetzt zurückerstatten?

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Nicht unbedingt. Es kommt darauf an, in welchem Kanton Sie ­Sozialhilfe erhalten haben. Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe empfiehlt zwar, dass aus späterem Erwerbseinkommen keine Rückerstattung geltend gemacht werden soll. Doch jeder Kanton hat ein eigenes Sozialhilfegesetz.

Es regelt, unter welchen Bedingungen bezogene Sozialhilfe zurückbezahlt werden muss. Die Verjährung und die Rückzahlung bei einem erheblichen Vermögensanfall, etwa bei einem hohen Lottogewinn oder einer grossen Erbschaft, handhaben die Kantone ebenfalls unterschiedlich.

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So regeln einzelne Kantone die Rückerstattung

  • Der Thurgau fordert Sozialhilfe rasch zurück. Sobald die Einnahmen des ehemaligen Sozialhilfeempfängers höher sind als seine Ausgaben, wird eine Rückzahlung verhandelt. Ehemalige Sozialhilfeempfänger sollen aber nicht demotiviert werden, sich wirtschaftlich zu verbessern. Bei Einkommen, die knapp über dem Existenzminimum liegen, verlangt der Kanton deshalb keine Rückzahlung.
  • Die Kantone St. Gallen und Aargau fordern Leistungen zurück, wenn sich die Lage der ehemals unterstützten Person gebessert hat und die Rückerstattung wirtschaftlich zumutbar ist.
  • Im Kanton Zürich müssen Sozialleistungen zurückerstattet werden, wenn der Vermögenszuwachs der unterstützten Person nicht durch eigene Arbeitsleistung erfolgt ist – ausser die eigene Arbeitsleistung führte zu so knappen Verhältnissen, dass ein Verzicht auf Rückerstattung nicht angemessen wäre. Lottogewinne und grosse Erbschaften von ehemaligen Sozialhilfebezügern müssen dazu verwendet werden, frühere Leistungen zurückzuerstatten.
  • Im Kanton Genf muss Sozialhilfe nur bei ausserordentlichem Vermögensanfall, beispielsweise durch einen Lottogewinn, zurückerstattet werden.

Weitere Infos

Detaillierte Informationen zu den kantonalen Sozialhilfegesetzen finden Sie unter www.skos.ch. Dies lohnt sich jeweils, wenn die Behörden eine Forderung zur Rückzahlung von Sozialhilfe stellen.

Weitere Infos aus dem Fachbereich Sozialberatung finden Sie auf Guider, dem neuen digitalen Berater des Beobachters. Jetzt gratis testen.

Publiziert am 13.12.2016 | Aktualisiert am 07.01.2017
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7 Kommentare
  • drafi  schweizer aus berg
    13.12.2016
    am meisten stört hier dass in der Schweiz immer noch der Kantönligeist herrscht, wie wäre es wenn man für solche, und vieles andere endlich einmal Einheitliche Regelungen treffen würde, es gäbe viel weniger Gerichtsscharmützel, man könnte viel Geld Sparen, ich verstehe das nicht, haben denn die Politiker kein Interesse auf Einheitliche Regelungen, brauchen wir für jeden Kanton eigene Gesetze, die Menschen sind ja auch alle auf zwei Beinen, also beendet endlich dieses Wirrwarr
  • simone  meyer aus Tüscherz-Alfermée
    13.12.2016
    Wie wäre es wenn man den ALTEN den Vorrang geben würde für einen Job oder eben denen Menschen, die auch wirklich arbeiten wollen. dies sollte mal diskutiert werden! Es gibt so viel Potenzial, es fordert ein Umdenken , sonst müssen noch mehr auf die Nothilfe!
  • A.  Berner 13.12.2016
    Wenn jemand der das nötig hat Sozialleistungen bezieht, ist das absolut ok. Wenn er dann aber wieder ein vernünftiges Einkommen hat, oder sich Vermögen angehäuft hat, ist das doch keine Frage, dass man das zurück bezahlt. Verstehe nicht, was da nicht klar sein sollte - ist ja eigentlich nur geliehenes Geld...
    • Daniel  Gerber aus Zürich
      13.12.2016
      Definieren Sie vernünftiges Einkommen oder Vermögen bitte genauer. In der heutigen Zeit schmilzt das Vermögen schneller als die Gletscher in der Schweiz. Eine Erkrankung oder Arbeitslosigkeit im Alter reicht aus.
  • Charly  aus Belp
    13.12.2016
    Immer wieder der Kantönligeist, was Schweizweit gilt muss auch für alle Kantone gleich sein, sonst ist es ungerecht, leider haben wir viel zu vile solche Ungereimtheiten, statt das unser Politiker/Innen das endlich lösen, verschenken sie X Milliarden ins Ausland, das darf und kann es nicht sein!!
    • max  gerster 14.12.2016
      Absolut richtig. Es Sozial absolut unverträglich, das die Kantone dies regeln. Schweiz weit für Alle die gleichen Bedingungen, alles andere ist untragbar, aber typisch Schweiz. Für den Genfer lohnt es sich wieder zu arbeiten, in anderen Kantonen wird man bestraft. Es geht hier um die Gleichstellung der Menschen in der ganzen Schweiz, nicht um die Rückzahlung per se, einfach gleiches Recht für Alle.
  •   , via Facebook 13.12.2016
    Wenn man bis zum Alter von75 Jahren im Ausland sein Vermögen verzehrt weil der Staat mich mit 49 Jahren aus meinem Beruf entfernt hat weil gewissen Vertretern der gnädigen Obrigkeit meine Nase und Meinung nicht gefällt muss ich dann die Ergänzungsleistungen bei der AHV auch wieder zurückzahlen sollte ich im Lotto gewinnen?