Schiri-Legende Urs Meier (57) über sein fröhliches, veganes Leben Wir pfeifen auf Fleisch, Eier und Milch

Der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Urs Meier (57) hat sich entschieden, vegan zu leben. Auch Töchterchen Blu (2) bekommt keine tierischen Lebensmittel.

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Braun gebrannt und glücklich strahlend. So zeigen sich Schiedsrichter-Legende Urs Meier (57), Gattin Andrea (45), ihre Tochter Lara (15) und das gemeinsame Töchterchen Blu (2). Dies liegt nicht nur am schönen Wetter und einem unbeschwerten Tag am Strand von Marbella (E), wo die Patchworkfamilie seit fünf Jahren lebt. «Seit wir uns vegan ernähren, haben wir viel mehr Freude, Leichtigkeit und Energie in unserem Leben», so der ehemalige Fifa-Schiri.

Was die vier vermitteln, hat nichts mit dem klischierten Bild von bleichgesichtigen und lustfeindlichen Veganern zu tun, im Gegenteil. Meier und seine Familie geniessen den neuen Lifestyle in vollen Zügen. Dabei fing alles ganz zufällig an. «Vorletzte Weihnachstferien verbrachten wir mit meiner Schwiegermutter, die nur vegan kochte. Wir merkten schnell, wie gut es uns dabei geht und haben es weitergeführt», so Meier, der die vier Jahre davor Pesceta­rier war – einer der kein Fleisch, aber Fisch isst. Das Leben als Veganer habe für ihn nur Vorteile. «Als Erstes habe ich sechs Kilo verloren. Dieses Gewicht halte ich, ohne eine Diät zu machen. Zudem gehen Krankheiten an mir vorbei und bei Cholesterin sage ich nur, was ist das», sagt der ZDF-Schiedsrichterexperte lachend. Lachen, das würden er und seine Familie ständig. «Da wir fitter sind, haben wir auch mehr Spass!»

Wie Meier folgen immer mehr Schweizer dem Vegan-Trend. Und wie jeder Lifestyle entwickelt sich das Ganze zum Geschäft. Die Detailhändler Migros und Coop haben den – veganen – Braten längst gerochen. Und erweitern ihr Vegan-Sortiment laufend. Ende Jahr hatte die Mig­ros 220 Produkte mit dem Vegi-Label im Angebot, davon 119 vegane. Unter dem Label Alnatura führt die Migros zudem 150 Artikel, die mit der Vegan-Blume gekennzeichnet sind. Konkurrentin Coop führt 200 Produkte mit Vegi-Label, davon 100 vegane. Die Vielfalt kennt keine Grenzen. So bietet Migros zehn Milchersatzprodukte aus Soja, Reis, Hafer und Mandeln an. Und bei Coop kann sich der geneigte Esser zwischen 13 Tofusorten entscheiden.

Dass vegane Lebensmittel ein Bedürfnis sind, spürt auch Stefan Rot (49), Geschäftsführer der Reformhaus-Ketten Müller und Egli. «Immer mehr unserer Kunden fragen, ob dieses oder jenes Lebensmittel auch wirklich vegan sei.»

Deshalb denken nun auch die Schweizer Restaurants um. Sie können es sich nicht mehr leisten, gar kein veganes Menü auf der Speisekarte zu haben. «Wir haben wöchentlich drei Anfragen von Gastrobetrieben, die eine Beratung wollen», sagt Cristina Roduner (38), Sprecherin der Veganen Gesellschaft Schweiz. Sie wollten beispielsweise wissen, wo sie vegane Zutaten beziehen können oder welche Produkte sich als Ersatz für tierische Lebensmittel eignen. Roduner spricht mittlerweile von «Hunderten» Gastrobetrieben in der Schweiz, in denen auch Veganer einkehren können. «Tendenz stark steigend.»

Unklar ist, wie viele Schweizer sich auch wirklich vegan ernähren. Zahlen gibt es nicht. Die Vegane Gesellschaft geht von 80000 Personen aus, was ungefähr einem Prozent der Bevölkerung entspricht. Um nicht weiter im Dunkeln zu tappen, will sie nächstes Jahr in einer gross angelegten Umfrage die genaue Zahl ermitteln.

Schiri-Legende Meier räumt allerdings ein, dass für ihn die Umstellung nicht nur reibungslos vonstattenging. «Den Käse am Abend habe ich anfänglich vermisst.» Er und seine Frau And­rea hätten die letzten Jahre viel über vegane Ernährung gelesen. «Das war unsere Pflicht, da wir auch unsere kleine Blu so ernähren.» Als Nahrungsergänzungsmittel nimmt die Familie vegane Vitamin-B12-Pillen zu sich. «So fehlt uns gar nichts.» Blu würde von sich aus einen grossen Bogen um Käse und Fleisch machen. «Weil sie den Geruch nicht mag», so ihr Papa. Meier ist es wichtig, dass jeder seinen Lebensstil so lebt, dass er zu ihm passt. «Ich bin zu achtundneunzig Prozent Veganer. Doch ich trage auch Lederschuhe, esse mal ein Fondue. Nur auf die Bratwurst, die ich früher so gerne hatte, pfeife ich heute gerne. Denn: Fleisch ist uns wurst!»

Publiziert am 21.02.2016 | Aktualisiert am 26.05.2016
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  • Daniel  Metzener , via Facebook 22.02.2016
    Mir tun vor allem die Kinder leid, denn sie werden in ein Ernährungs-Schema gepresst, welches überhaupt nicht dem Naturell unserer Spezies (Omnivor) entspricht. Fakt ist, dass unsere Mahlzeiten ausgewogen mit Kohlenhydraten, Proteinen und Ballaststoffen sein sollten.
  • Daniel  Metzener , via Facebook 22.02.2016
    Der Homo Sapiens ist ein Omnivor (Allesfresser) und dies ist von der Natur aus so vorgegeben. Genauso, wie es auch in der Tierwelt Carnivore (Fleischfresser) und Pflanzenfresser gibt. Nur Fleisch essen ist genau so ungesund, wie Veganismus. Die ausgewogene Balance ist dabei entscheidend – jeder Extremismus ist schädlich für die Gesundheit. Ich bin kein Arzt, jedoch behaupte ich, dass jeder Mediziner meine Einstellung teilen wird.
  • Marcel  Marti aus Oberbipp
    22.02.2016
    Wenn jemand Vegetarisch lebt für das habe ich vollstes Verständnis. Aber Vegan find ich nicht so toll, gut jedem das seine, aber es hat meiner meinung nach soviel wertvolle Nährstoffe in den Produkten die wir von den Tieren bekommen.
  • Harald  Maude aus Zürich
    21.02.2016
    Danke an alle Vegetarier und Veganer. Da bleibt mehr Fleisch für mich! Und wenn uns einmal das Fleisch ausgeht, können wir immer noch die Veganer essen....... Smile!
  • Pierre  Tanneur 21.02.2016
    Die ganze Problematik um den Veganismus beteht darin, dass die Veganer diese Ernährungsart zu einer Religion hochstilisieren und keinerlei Toleranz für andersartig lebende Meschen aufbringen. Sie sind sozusagen der IS der Lebensformen mit der gleichen Radikalisierung.