Rock-Lady Tina Turner im Interview: «Schweizer schätzen zu wenig, wie schön sie es haben»

Tina Turner gewährt BLICK eines ihrer raren Interviews und erklärt der Schweiz ihre Liebe.

Exklusiv: Tina Turner über ihr Leben in der Schweiz

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Sie ist so rar wie vierblättrige Kleeblätter. Jeder weiss, dass es sie gibt, aber sie zu sehen, ist ein grosses Glück. Jetzt ist sie da, Tina Turner (74), Simply The Best. Der Weltstar gibt BLICK ein exklusives Interview. Sie spricht über ihren neuen Job für die Swisscom, über Pünktlichkeit, Shopping und die deutsche Sprache.

Sie wählen Ihre öffentlichen Auftritte sehr gezielt aus – wie hat es die Swisscom geschafft, Sie als Botschafterin für die «iO App» zu gewinnen?
Tina Turner:
Ich habe mich gefreut, als mich Swisscom für eine Zusammenarbeit anfragte. Ich mag es zu kommunizieren und mit iO stehe ich für ein Produkt ein, das für Schweizer Qualität steht. Es ist einfach zu bedienen und meine Daten sind sicher. Das ist mir wichtig. Ich muss mich darauf verlassen können, dass meine Fotos, SMS und mein Adressbuch bei mir bleiben.

Welches Handy nutzen Sie?
Oft habe ich das von meinem Mann mitbenutzt. Inzwischen habe mein Eigenes, natürlich mit iO darauf.

Tina Turner, die Rock-Ikone. Sie ist resolut, witzig und charmant. Der Weltstar bringt mit Leichtigkeit einen dunklen Raum zum Leuchten. Sie spricht englisch, die Stimme klingt rau – und vertraut. So vertraut wie die Stimme eines Menschen, mit dem man seit Jahrzehnten einschläft und aufwacht, tanzt und feiert. Tina Turner, seit 1958 im Showgeschäft. Mehr als 50 Jahre später, 2009, gab sie ihr letztes Konzert. Heute singt sie nur noch eher spirituelle Lieder mit der «Beyond»-Gruppe. Nächste Frage, bitte.

Wären Sie manchmal lieber nicht per Handy erreichbar?
Ich lebe zurückgezogen und mag weniger, mich zu exponieren. Aber ich mag es, die Freiheit zu haben, entscheiden zu können, wann ich erreichbar bin und wann nicht.

Die technische Entwicklung geht rasant voran. Wie schaffen Sie es, mitzuhalten?
Ich halte nur bei technischen Innovationen Schritt, die mir das Leben einfacher machen. Ich schaue fern, höre Radio. Und mein Mann sorgt ebenfalls dafür, dass ich auf dem Laufenden bleibe. (Sie lacht)

Erwin Bach (58), Tina Turners Ehemann und früherer Manager, ist beim Interview dabei. Ist sie bei einer Antwort unsicher, schaut sie zu ihm, nennt ihn schlicht «Darling». Seit den 90er Jahren lebt sie mit ihm in Küsnacht ZH.

Seit 2012 sind Sie Schweizerin – was ist an Ihnen schweizerisch?
(Sie lacht herzlich) Die Schweizer sind stets pünktlich. Das musste ich lernen, da ich gern «fashionably late» bin. Ich warte auch nicht gerne auf andere. Mittlerweile habe ich die Pünktlichkeit gut im Griff. Und ich besitze den roten Pass!

Sprechen Sie auch Deutsch?
Ich lerne noch immer, aber ich werde jeden Tag besser – und schweizerischer.

Was schätzen Sie am meisten am Leben hier?
Vom ersten Moment an liebte ich die Natur, die frische Luft, welche mich frei atmen lässt. Und die schweizerische Art. Meine Privatsphäre wird respektiert. Ich fühle mich hier sicher.

Was bedeutet Ihnen Sicherheit?
Sie ist absolut grundlegend für mich. Viele Prominente müssen sich mit Stalkern auseinander setzen. Dieses Problem hatte ich in der Schweiz nie. Hier habe ich meinen Seelenfrieden gefunden.

Können Sie denn unerkannt durch die Zürcher Bahnhofstrasse schlendern?
Sie können sicher sein, dass ich in Zürich shoppen gehe. Und die meisten Leute erkennen mich nicht! Mein Geheimnis ist: Ich spreche nur wenig, und möglichst kein Englisch! Sobald man eine fremde Sprache spricht, werden die Leute aufmerksam. Als Entertainer lernt man zu strahlen und auch, sich unsichtbar zu machen.

Was mögen Sie nicht an der Schweiz?
Es gibt absolut gar nichts – da war ich mir sicher, bevor ich meinen US-Pass 2013 abgegeben habe. Ich habe hier alles, was ich brauche. Ich fühle mich hier wohl. Ich brauche nicht mehr durch die Welt zu reisen. Ich habe mein Traumhaus und meine Heimat gefunden.

Aber es muss doch irgendetwas geben, dass Sie stört!
Höchstens, dass einige Schweizer zu wenig zu schätzen wissen, wie schön sie es hier haben. Erst, wenn man mal gereist ist oder mal weg war, sieht man, wie wunderschön die Schweiz ist.

Danke für das Interview!

Tina Turner sieht ihren Mann an – «Darling?» Die beiden gehen, wie ein junges Liebespaar. Zurück bleibt das Kleeblatt-Gefühl. Schön, dass es das gibt.

Publiziert am 06.08.2014 | Aktualisiert am 08.08.2014
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44 Kommentare
  • Roland  Durrer 06.08.2014
    Es ärgert mich schon, wie gewisse Kommentare hier verfasst wurden. Der Neid lässt diese ja grün anlaufen. Es nervt, dass man nur glücklich ist, wenn man ein dickes Konto hat. Ich kämpfe mich durch, und trotzdem bin ich stolz auf die CH, weil Alle hier die Möglichkeit haben, auch ein dickes Konto zu bekommen. Aber halt nur durch Vision, Idee, Energie, Durchhalten Arbeit, Arbeit......
  • Hans  Kulio 06.08.2014
    Ja ich denke auch, dass die meisten, die schon einmal ein Drittweltland besucht haben, den Standard in der Schweiz sehr zu schätzen wissen. Nur das Wetter könnte manchmal besser sein... hähähmm ;
  • Liz  Marti 06.08.2014
    Ihr redet hier alle nur vom Geld !! Verstehe Tina auch ein wenig anders. Wir haben es gut hier in der Schweiz weil...niemand muss hungern,wir haben keine Kriege,Bomben und müssen nicht um unser Leben fürchten und trotzdem sind wir immer am reklamieren.
    Zum Teil gehöre ich auch dazu.
    Natürlich gibt es auch negatives, Steuern bezahlt keiner gern, gute Arbeit hat auch nicht jeder, mit unseren Politikern sind wir auch nicht immer einverstanden, aber trotzdem...unser Land ist schön.
  • Ruedi  Lanz aus Aarburg
    06.08.2014
    Mit einer prächtigen Villa, direkt am See, und dem nötigen Kleingeld, könnte ich vielleicht auch behaupten, wir Schweizer hätten es schön. Was ist mit denen, die jeden Monat peinlich genau aufpassen müssen, dass sie genügend zu Essen haben und sich keinen Ausgang, Besuch von Veranstaltungen oder sogar Ferien leisten können?
  • Meier  Susi aus Luzern
    06.08.2014
    Ja liebe Frau Turner, mit Millionen am See hätte ich auch nicht zu jammern. Wenn man aber sieht, wie der arbeitende Schweizer für die Reichen und die Schmarotzer jeden Tag sich den Bucker krumm machen darf, ist auch reklamieren angebracht und erlaubt. In der Schweiz muss man einfach extrem sein. Entweder extrem reich, extrem faul oder extrem in den Ansichten, dann schaut auch der Staat zu einem. Ansonsten muss man selber zu sich schauen.