Bergsteigerin Nicole Niquille (60) hilft nach einem Schicksalsschlag anderen Menschen «Man muss sich sein Glück selbst schaffen»

Sie konnte nach einem Unfall nicht einmal mehr «Hallo» sagen. Doch Nicole Niquille kämpfte sich zurück ins Leben.

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Sie war die erste Frau mit Bergführerdiplom: 1986 bestand Nicole Niquille  (60) die Prüfung. Acht Jahre lang erklimmt sie danach die höchsten Gipfel der Welt, bis ein Unfall die Freiburgerin jäh stoppt. Beim Pilzsammeln gerät Niquille im Mai 1994 in einen Steinschlag, ein Stein trifft sie am Kopf. Sie erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma mit Schädigung des Mobilitätszentrums. «Ich konnte mich nicht bewegen, nicht einmal sprechen», erinnert sich Niquille. Doch schon da beginnt die Romande zu kämpfen. Als sie nach drei Tagen ein «Hallo» über die Lippen bringt, ist das ein erstes Erfolgserlebnis. 20 Monate verbringt sie in der Rehabilitation, jedes Stück Selbständigkeit muss sie sich hart erarbeiten.

Niquille realisiert, dass sie wohl nie wieder wird gehen können wie vorher. «Ich musste mir neue Ziele setzen, lernen, mein Leben anders zu gestalten», sagt die frühere Bergsportlerin. Bereits kurz nach der Entlassung aus der Klinik macht Niquille die Prüfung als Wirtin und führt danach 14 Jahre lang ein Restaurant am Lac de Tanay in den Walliser Alpen. Dort lernt sie ihren zweiten Mann Marco Vuadens (66) kennen.

Neue Berufung in Nepal

Mit ihm findet Niquille ihre nächste Berufung. Gemeinsam unterstützen die beiden eine Stiftung zu Ehren von Pasang Lhamu (†32). Sie war die erste nepalesische Frau, die den Everest bestiegen hatte und kam beim Abstieg ums Leben. 2005 wird am Fusse des Mount Everest das «Hôpital Pasang Lhamu & Nicole Niquille» eröffnet – im Beisein der Schweizer Namensgeberin. «Was für eine Freude! Spätestens da habe ich realisiert, dass es viel Wichtigeres gibt als laufen zu können.» Seither reist Niquille zweimal jährlich nach Nepal. Das Schicksal von Nicole Niquille ist nun im Buch «Glück ist Leben» (Riverfield Verlag) von Autor Alfonso Pecorelli (56) nachzulesen. Denn die Powerfrau kennt das Rezept: «Man muss sich sein Glück selbst schaffen. Weder der Vergangenheit nachtrauern, noch von der Zukunft träumen. Einfach im Moment leben!» 

Publiziert am 26.11.2016 | Aktualisiert am 27.11.2016
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3 Kommentare
  • Isidor  Huber aus Blauen
    27.11.2016
    Chapeau, Nicole Niquille. Wer die Doku kurz nach ihrem Unfall gesehen hat, weiss, was da an Lebensbejahung dahintersteckt, um einen solchen Weg zu gehen. Wir können alle sur staunen - und lernen!
  • Peter  Frei 27.11.2016
    In einem Punkt bin ich mit dieser mutigen Frau nicht einverstanden und ist sie auch selbst widersprüchlich: "Nicht von der Zukunft träumen". Das hat sie ja gerade selbst gemacht, geträumt von einem Projekt in Nepal und jetzt tatsächlich umgesetzt! Zuerst träumen/fantasieren was man sich überhaupt wünscht, auch wenn es unmöglich erscheint, Ziel setzen und dann umsetzen. Wenn wir nur in der Gegenwart leben, keine Zukunftsträume zulassen, entsteht auch nichts Grenzüberschreitendes, Neues
  • Hans  Scheidegger 26.11.2016
    Nicole Niquille, eine tapfere Frau, die unentwegt beharrlich ihre Ziele verfolgt. Trotz des schweren Schicksalsschlages liess sie sich nicht entmutigen, im Gegenteil; ihre Lebensfreude ist spürbar. Besonders eindrücklich finde ich ihre sinnreiche Aussage, "im Moment leben". Das entspricht meinem Lieblingsmotto: Wer die Gegenwart nicht geniesst, der hat in der Zukunft keine schöne Vergangenheit.