Zieht die Schweiz beim Mindestalter 16 für Facebook nach? «Praktisch ein Medienverbot für Junge»

Kommt das Mindestalter 16 für Social-Media-Nutzer in der EU, könnte die Schweiz mitziehen. Der Nutzen ist zweifelhaft.

Die EU will Kinder vor ungeeigneten Inhalten schützen. play

Die EU will Kinder vor ungeeigneten Inhalten schützen.

Keystone

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Die EU-Kommission hat gestern Abend bestätigt, dass sie an einer Gesetzesvorlage arbeitet, die das Mindestalter für Social-Media-Nutzer auf 16 Jahre festlegen soll.

Kinder schützen

Heute gilt für Plattformen wie Facebook, Instagram oder Twitter ein Mindestalter von 13 Jahren. Das ist in den jeweiligen allgemeinen Geschäftsbedingungen so festgeschrieben.

Internetnutzer sollen mit der Revision der Datenschutzgesetze mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten erhalten. Mit einem Mindestalter will die EU-Kommission besonders Kinder schützen.

«Angelegenheit hört nicht an Landesgrenze auf»

Da sich einige Länder in der Vordiskussion gegen ein erhöhtes Mindestalter Die Kommission wird einen Kompromissvorschlag einbringen, der Ländern den Freiraum lässt, das Mindestalter auch tiefer anzulegen, jedoch mindestens bei 13 Jahren.

Die Schweiz ist in diesem Gebiet grundsätzlich nicht an die Entscheide der EU gebunden. Doch CVP-Nationalrätin Viola Amherd würde mit der EU mitziehen, würde sie eine verbindliche Regelung treffen: «Das ist eine Angelegenheit, die nicht bei den Landesgrenzen aufhört.»

Mehr Kontrolle für Eltern

Mit dem Mindestalter 13 hat Amherd kein Problem. Doch die Eltern sollten mehr Kontrollmöglichkeiten erhalten. «Mit der SuisseID zum Beispiel könnten Eltern den Zugang ihrer Kinder auf Social-Media-Plattformen freischalten, wenn sie einverstanden sind.» Die SuisseID ist ein digitaler Identitätsausweis zur eindeutigen Identifikation im Internet.

Auch Online-Medien wären betroffen

Social-Media-Experte Philippe Wampfler findet ein gesetzliches Mindestalter eine unsinnige Massnahme: «Auch Online-Medien verarbeiten heute Daten von Nutzern. Das Mindestalter entspräche praktisch einem Medienverbot für unter 16-Jährige. Das kann ja nicht im Sinne der Politik sein.»

Junge würden Verbot nicht akzeptieren

Wampfler will die Medienkompetenz von Jugendlichen fördern. «Ein Verbot würde die Jugendlichen in diesem Bereich aber eher hemmen», befürchtet er. Einwilligungen von Eltern einzuholen, provoziere dabei nur einen riesigen Bürokratieaufwand.

Zudem sagt der Experte, es sei ignorant, zu glauben, dass ein solches Verbot funktionieren würde: «Jugendliche werden die Plattformen auch mit einem Verbot weiterhin verwenden, wenn nötig mit falschen Angaben. Sie wollen nicht von ihrem sozialen Umfeld abgeschnitten werden.»

Publiziert am 17.12.2015 | Aktualisiert am 17.12.2015
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16 Kommentare
  • Markus  Buser 18.12.2015
    Gerade hieß es noch, Jugendliche wenden sich von FB ab. Dann sollte diese Nachricht ja alle kalt lassen.
  • Peter  Martaler aus Chur
    18.12.2015
    Ein schwachsinniges Verbot. Bei der Registration bei diesen Netzwerk kann jedes Geburtsdatum eingetragen werden, der Betreiber hat auch keine Möglichkeit die Richtigkeit zu überprüfen, also ist es ein Leichtes ein solche Verbot zu umgeben. Das Verbot fördert nur, dass Kids heimlich diese Netze nutzen, was deren Gefahr nur vergrössert.
  • Rolf  Hess 18.12.2015
    Es wird alles der EU nachgeäfft. Selbständiges Denken bleibt auf der Strecke. Aus diesem Grund wollen noch immer viele Politiker Kopf voran in den Sack der EU hüpfen. Wir bekommen dann eine A4 Seite, mit grossen Buchstaben beschrieben, worauf steht, was wir noch dürfen. Was wir jedoch nicht dürfen, füllt bald 1000 dicke Bände Gesetzbücher.
  • willi  Frischknecht 17.12.2015
    Blödsinn. Die Eltern sind aber natürlich selber in der Pflicht zu kontrollieren was die Kids da machen. Mit meiner Tochter zusammen habe ich das Profil angelegt und sie möglichst über die Gefahren aufgeklärt. Da das Alter so oder so nicht kontrolliert wird, braucht der Staat sich auch nicht einzumischen.
  • H.   Heller aus Zürich
    17.12.2015
    Sehr gut. Die Kids verplempert Stunden mit Social Media und kümmern sich nicht mehr gross um die Schule und das Erlernen von Dingen, die wichtig sind. Das Wissen, das heutige Gymnasiasten haben, die Sprachkompetenz und das Allgemeinwissen sind oft erbärmlich. Erst etwas lernen und etwas werden, dann ist es ok, sich die Zeit mit Social Media zu vertreiben, wenn man das unbedingt will.
    • Marco  Weber 18.12.2015
      Und mit einem "Verbot" denken Sie werden alles fleissige Schüler???
      In welcher Traumwelt leben Sie denn Herr Heller?