Wegen Palmöl-Krebsrisiko Italo-Coop stoppt Nutella-Verkauf

ALBA (I) - Ferrero ist in Italien unter Druck. Supermärkte boykottieren den Brotaufstrich, weil er das umstrittene Palmöl enthält. Der Nutella-Hersteller reagiert nun mit einer Werbekampagne.

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Die italienische Supermarktkette Coop verkauft kein Nutella mehr. Reuters

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Das ist bitter für Liebhaber des Brotaufstrichs Nutella: Ein Inhaltsstoff könnte möglicherweise Krebs verursachen. Italiens grösste Supermarktkette Coop hat nun den Verkauf von Nutella gestoppt.

Sie reagiert damit auf eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die im vergangenen Jahr vor einem Krebsrisiko durch Palmöl warnte, wie «BBC» berichtete.

Ein Schock für die Lebensmittelindustrie. Das umstrittene Palmöl ist nicht nur in Süssigkeiten, Backwaren, Glace und Margarine enthalten, sondern auch etwa in Lippenstiften und Waschmitteln. Die Konzerne sind nun gezwungen, ihre Rezepturen umzustellen. So soll etwa Teigwarenproduzent Barilla bereits Palmöl aus seinen Produkten verbannt haben. 

Ferrero will nicht umstellen

Für Ferrero ist eine Umstellung allerdings schwierig: Der Konzern nutzt Palmöl in hohen Dosen für Nutella, das dadurch cremig wird und seinen Glanz erhält. Und das soll so bleiben: «Wenn wir Nutella ohne Palmöl herstellen würden, würden wir einen schlechteren Ersatz für das echte Produkt produzieren, das wäre ein Schritt zurück», sagte Ferrero-Einkaufsleiter Vincenzo Tapella gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. 

Was tut also Ferrero? Statt Geld für Alternativen auszugeben, pumpt der Konzern Millionen ins Marketing und startet eine breit angelegte Werbekampagne. In Fernsehspots wirbt das Unternehmen für Palmöl und versichert, dass das vom Konzern verwendete Produkt sicher sei, «weil es aus frisch gepressten Früchten gewonnen und bei kontrollierten Temperaturen verarbeitet wird».

Keine gefährlichen Stoffe in Nutella?

Laut Reuters setzt Ferrero bei der Produktion zudem auf ein Verfahren mit niedrigeren Temperaturen, damit das Öl keine krebserregenden Stoffe entwickelt. Sie hätten «Hunderttausende von Tests» auf unerwünschte Stoffe bei dem von ihm verwendeten Palmöl und den fertigen Produkten gemacht, liess Ferrero verlauten.

Zwar verwenden auch andere Lebensmittelkonzerne wie Unilever und Nestlé Palmöl in ihren Produkten, aber kaum einer fährt so starke Geschütze auf, um den Einsatz von Palmöl zu verteidigen.

Publiziert am 14.01.2017 | Aktualisiert am 14.01.2017
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30 Kommentare
  • Urs  Hagen 15.01.2017
    Man kann eigentlich in den 70er Jahren anfangen. da wurde das Cholesterin als das Böse gefunden um das ehemalige Waffenfett aus Napoleons Zeiten mit dem Namen "Margarine" an den Mann und die Frau zu bringen. Nun sind wir halt so weit und entdecken die Schädlichkeit der pflanzlichen Oele und Fette die kostengünstig, industriell gewonnen werden. Wir essen nur noch Butter, Margarine konnte man schon vor 200 Jahren nicht mal als Waffenfett brauchen.
  • Shimu  Trachsel 15.01.2017
    Als es noch kein Palmfett/-oel gab, starben die Menschen wohl viel gesünder, aber jünger. Heutzutage führt alles zu Krebs. Von der Luft zum Atmen über den sauren Regen bis hin zu allen Lebensmitteln. Aber man findet wenigstens immer einen Schuldigen. War es früher das "zu viel Salz" dann "zu viel Zucker", ist es heute das Palmfett. Und was ist morgen schuld?
  • Marga  Koch , via Facebook 14.01.2017
    Glycidol gilt als krebserregend und genotoxisch (u. a. srf, 11.10.2016). Raffinierte bzw. denaturierte Pflanzenöle bilden bei der Herstellung mehrere, schädliche Substanzen, u. a. eben Glycidol. Palmfett weist den höchsten Gehalt an Glycidol auf, gefolgt von Palmöl, Kokosöl, Margarine, Maiskeimöl, Sojaöl, Palmkernöl, Sonnenblumenöl und Rapsöl. Kaltgepresste Öle (Sesam-, Oliven- oder Sonnenblumenöl) und natürlich Butter/Butterreinfett (Ghee) enthalten kein schädliches Glycidol. Bravo Italo-Coop.
    • Andreas  Studer , via Facebook 14.01.2017
      Richtig diese Stoffe enstehen durch chemische Ausbeutung der Knolle und spätere Raffinierung um die verwendete chemie wieder zu entfernen. Aber um Natives öl zu verwenden würde eine Nutella etwa 30 Euro kosten. Auch nachlesbar Stiftung Warentest Native öle. Keine Industriellen Lebensmittel verwenden.
    • Marga  Koch , via Facebook 14.01.2017
      Nutella würde nicht etwa 30 Euro kosten, wenn sie anstatt Palmfett Butterreinfett (auch "Ghee" oder "Bratbutter" genannt) enthalten würde (und bei Zimmertemperatur ist Ghee sehr gut streichbar). Butter enthält überwiegend kurz- bis mittelkettige Fettsäuren, die vom Körper direkt verwertet werden können, und sie enthält die natürlichen Vit. A, D, E und K2, welche sie zu einem wertvollen Produkt machen. Kerrygold ist z. B. eine Weidebutter und enthält auch Omega-3-Fettsäuren (Studie, Greenpeace).
  • Fliederotto  Silkonbort aus Rheintal
    14.01.2017
    Hauptsache viel Zucker und billigste Öle oder Fette. Lebensmittel war gestern heute sind es schon bald keine Nahrungsmittel mehr. Alles wird nur auf billigst getrimmt und die Gesundheit leidet - Und das nach dem Kampf gegen das Chassis de Dijon-Prinzip
  • Beat  Schenker aus Lugano
    14.01.2017
    Ob Gesund oder nicht kann ich nicht Beurteilen, sicher aber ist das es in den Ursprungländern durch Maffiaartige Gruppen grossen Schaden in der Natur anrichten.
    In Italien sieht man in der Werbung immer mehr den Hinweise "senza Palmoel", das wird wohl seinen Grund haben.