Schluss mit der Gratistüte Macht der Ständerat das Säckli zu?

Heute entscheidet der Ständerat über die Zukunft des Raschelsäckli. Schreibt der Rat diese Motion ab, wird der Detailhandel das Säckli von den Kassen verbannen. Aber nicht überall.

Ständerat entscheidet heute über das Gratis-Plastik-Säckli an Kassen play
Der Verbrauch der weissen Raschelsäckli an den Kassenstationen der Detailhändler muss massiv heruntergefahren werden. Keystone

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Die Tage des kostenlosen Einwegsäckli sind gezählt. Vorausgesetzt, der Ständerat schreibt heute die Plastiksäckli-Motion von Dominique de Buman (CVP, 60) ab. Die Chancen dafür stehen sehr gut – hat doch der Nationalrat die Motion bereits versenkt.

Es wäre eine gute Nachricht für die Umwelt. Denn mit dem Aus für die Motion kommt die Branchenvereinbarung der Detailhändler zum Tragen. Ihre ­Alternative zum Verbot: Dass spätestens in zwei Jahren das Gratissäckli an der Kasse Geschichte ist.

Das Papier liegt fixfertig in den Schubladen. Die Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz (IG DHS), die Coop, Mig­ros und Co. vertritt, wartet einzig den Ständeratsentscheid ab.

Preis der Raschelsäckli noch unklar

Ganz verschwinden werden die Tüten allerdings nicht. Aber die Vereinbarung verlangt, dass die Detailhändler die Säckli nicht mehr gratis abgeben dürfen. Die Läden müssten also entweder die kostenlose Tüte verbannen – oder sie verkaufen. «Das wird den Gesamtverbrauch von Raschelsäckli um 70 bis 80 Prozent reduzieren», erwartet Patrick Marty (40), Leiter Geschäftsstelle der IG DHS. Einen möglichen Preis pro weissen Sack will er aber nicht nennen.

Klar ist: Das Säckli muss keine Unsummen kosten, damit die Kunden umdenken. Das beweist die Migros im Waadtland. Dort wird das Raschelsäckli für fünf Rappen verkauft. Resultat: Die Zahl der in Migros-Filialen ausgegebenen Säckchen hat um stolze 94 Prozent abgenommen.

In Convenience Stores, etwa Tankstellenshops, werden die weissen Tüten weiterhin gratis abgegeben. Grund: «Dort kauft man ungeplant ein», sagt Marty. Ein Verkaufspreis hätte da­rum wenig Wirkung, glaubt er. Welcher Detailhändler die Säckli verbannt, und wer bald dafür Geld verlangt, ist offen. Migros und Coop wollten sich gestern nicht dazu äussern. Bei Lidl gibt es bereits seit Anfang Jahr keine Raschelsäckli mehr.

Mit der Vereinbarung kann auch Dominique de Buman gut leben – obwohl seine Motion ein Verbot von Raschelsäckli verlangte. «Es bleibt zu hoffen, dass kostenpflichtige Säckli die gewünschte abschreckende Wirkung haben», sagt er. Sonst müsse das von beiden Kammern ursprünglich angenommene Verbot eingeführt werden.

Publiziert am 22.09.2016 | Aktualisiert am 23.09.2016
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40 Kommentare
  • David  Brunner aus Wetzikon
    22.09.2016
    Viele Debatten, Bevormundungen, Schikanen und Massnahmen zum Schein würden sich erübrigen, wenn man endlich eine Art Primärenergie- und Ressourcen-Mehrwertsteuer schaffen würde, die jedes Erzeugnis von der Gewinnung des Rohstoffes bis hin zum Endkunden begleitet. So wäre bei jedem Produkt und bei jeder Dienstleistung die ökologische Belastung bekannt. Jeder könnte frei entscheiden, ob es ihm das ethisch und finanziell wert ist. Im Gegenzug würde z.B. die Einkommenssteuer gesenkt.
  • Edith  Hauser , via Facebook 22.09.2016
    Unsere Politiker/Bundesräte fliegen um die ganze Welt (mit Solar?) Da schreit kein Hahn danach.
  • Orlando  P. aus Ins
    22.09.2016
    Endlich wird was gemacht gegen diesen Plastikmühl.Das hätte man schon vor vielen Jahren tun sollen ,und das auf der ganzen Welt.Papiertüten ist die lösung,und der Rohstoff Holz wächst immer wieder nach.
  • Hanspeter  Bänziger 22.09.2016
    Die gleichen Leute die sich jetzt über dieses traurige Ergebniss freuen jammern dann wenn bei Wahlen diejenigen Parteien massiven Zulauf erhalten die wir nun wirklich auch nicht wollen.
  • Edith  Hauser , via Facebook 22.09.2016
    Das war sicher die wichtigste Sitzung im Ständerat. Es würde mich nicht wundern, wenn noch eine Volksabstimmung über diese Säcklisache käme.