Neuer Online-Marktplatz von Coop und Swisscom Weko sagt Ja zu Siroop

Swisscom und Coop dürfen ihren gemeinsamen Online-Marktplatz Siroop bauen. Das Duo will in der Schweiz dem US-Riesen Amazon die Stirn bieten.

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Hansueli Loosli verbindet als Präsident Coop und Swisscom. (Archiv) KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

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Grünes Licht für das neue Grossprojekt von Coop und Swisscom: Die Wettbewerbsbehörde (Weko) hat keine rechtlichen Bedenken, wie BLICK erfahren hat. Der Grossverteiler und der Telekomriese dürfen sich für den Aufbau eines Internet-Marktplatzes zusammenschliessen. Unter dem Projektnamen «Thor» wollen die zwei Konzerne nichts Geringeres als ein Schweizer Amazon erschaffen! Und ein Gegengewicht zum Online-Warenhaus Galaxus von Rivalin Migros aufbauen. Dieses soll 2016 auf einen Umsatz von 700 Millionen Franken kommen, heisst es Migros-intern.

Kein Wunder, drückte Coop-Chef Joos Sutter aufs Tempo, um im E-Commerce den Anschluss an die Konkurrentin nicht zu verlieren. Offenbar will Coop aber auch im Ausland Kunden und Händler auf den Online-Marktplatz bringen. Warum sonst hätte Coop das Projekt der Europäischen Kommission vorgelegt? Diese hatte bereits am 14. Juli grünes Licht erteilt. Der Zusammenschluss sei mit dem Binnenmarkt und dem EWR-Abkommen vereinbar, heisst es im vorliegenden EU-Dokument.

Dreh- und Angelpunkt ist das dafür neu gegründete Gemeinschaftsunternehmen EOS Commerce. Dessen Leitung hat Constantin Hilt. Er war zuvor Chef der Coop-Tochter Microspot. EOS hat seinen Sitz in Zürich. Verwaltungsratspräsident ist Coop-Handelschef Daniel Stucker. Im VR sitzen zudem Coop-Finanz-Chef Reto Conrad und Interdiscount-Chef Pierre Wenger. Die prominente Besetzung weist auf den hohen Stellenwert des Projekts hin.

Bereits im November könnte die Online-Plattform online gehen, spätestens 2016 soll sie schweizweit aktiv sein. «Die Plattform wird für Coop und den Schweizer Online-Markt wegweisend sein», teilte Coop im Sommer via «Coopzeitung» mit.

Offen blieb bis zuletzt der Name. Der «Tages-Anzeiger» sprach von Athos Commerce. Wie der neuste Markenregistereintrag Evero – dessen Gesuch ist noch hängig – steht Athos im Zusammenhang mit dem Online-Marktplatz, bestätigt Coop. Die Firma könnte zu Zwecken weiterer Beteiligungen gegründet worden sein.

Der Marktplatz selbst wird Siroop heissen, bestätigt Coop-Sprecherin Denise Stadler Recherchen. Siroop soll allen Marktteilnehmern offenstehen, folglich könnten dort auch Drittfirmen wie die Migros ihre Produkte verkaufen.

Hinter dem Megaprojekt steht vor allem einer: Hansueli Loosli. Es präsidiert die Verwaltungsräte von Coop und Swisscom. Siroop ist das erste gemeinsame Grossprojekt der beiden Unternehmen. Fragen von BLICK wollte er gestern nicht beantworten.

Publiziert am 15.10.2015 | Aktualisiert am 15.10.2015
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12 Kommentare
  • Lukas  Meier 15.10.2015
    Was mir eher Sorgen bereitet ist folgender Ausschnitt:

    "Offenbar will Coop aber auch im Ausland Kunden und Händler auf den Online-Marktplatz bringen"

    Das bedeutet für mich, dass nun Europäische Billiganbieter die Schweiz überfluten. Für den Kunden super, aber die kleinen Schweizer Unternehmen werden da drauf gehen längerfristig. In der Schweiz sind auch die Kosten anders als im Ausland. Ich hoffe ich liege falsch. Aber die gross Kozernen werden ihr Geld machen - so oder so.
  • Konrad  Hunkeler 15.10.2015
    Die Swisscom produziert reihenweise Flops, sei es mit der eigenen SMS-App oder dem Bezahl-App. Jetzt diese Plattform, mit welcher sicher hunderte von Millionen in den Sand gesetzt werden. Die Besitzer dieser beiden Firmen Bund, d.h. wie alle sowie Genossenschafter von Coop sollten diese Wertvernichtung stoppen.
    • Oscar  Hugentobler 15.10.2015
      Wer sitzt denn bei beiden Firmen ganz oben? Wer hats erfunden? Der Loosli!
  • Hurni  Philippe 15.10.2015
    Ich lach mich krumm, haben die echt das Gefühl ich bestelle bei ihnen etwas zu CH-Preisen. Das sieht man wie für blöd der CH-Konsumet betrachtet wird!!
  • Kurt   Frey aus Horgen
    15.10.2015
    Unglaublich die zwei Monopolisten kriegen den Kropf nicht voll. Die Schweiz wird aussehen wie Russland, dort existieren keine kleinen und mittleren Firmen mehr welche den Markt stabilisieren, der russische Staat wird somit bankrott gehen, wenn Einnahmen von Oel und Gas versiegen. Coop und Migros zahlen Null Steuern daher das krebsartige Wuchern. Google mit manipulierten Suchindexen gehört im Internet auch zu dieser schädlichen Kategorie - siehe Eu Kommission als Krebsmittel gegen solche Auswüc
  • Martin  Schwizer , via Facebook 15.10.2015
    Wann gab die Weko mal nicht grünes Licht, wenn die zwei grossen Detailhändler im Spiel waren? Ein schönes Feigenblatt, mehr nicht.