Kanton Zürich zeigt Herz für Startups «Ein Schritt in die richtige Richtung»

Zürich soll attraktiver für Jungunternehmen werden. Experten begrüssen die neue Regelung der Steuerbehörden. Gelöst sind die Probleme aber noch nicht.

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Sunnie Groeneveld, Geschäftsführerin Digital Zurich 2025, ist froh, dass der Kanton Zürich die Problematik für Jungunternehmer erkannt hat. ZVG

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Der Kanton Zürich kommt Start-ups steuerlich entgegen. Der Zürcher Regierungsrat Ernst Stocker will Jungunternehmen künftig in den ersten Jahren bei der Vermögenssteuer entlasten. Das Institut für Jungunternehmen  in St. Gallen hat die Regelung kritisch beurteilt (BLICK berichtete).

Doch in Zürich selbst findet die Offensive mehr Anklang: «Die Praxisänderung ist ein Schritt in die richtige Richtung», sagt Sunnie Groeneveld, Geschäftsführerin der Initiative «Digital Zurich 2025». Der Kanton habe nun ein Statement abgegeben, dass er sich dem Problem bewusst sei und die Rahmenbedingungen verbessern wolle. «Das ist ein wichtiges Signal für Startup-Gründer in Zürich.»

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Christian Wenger, Präsident Digital Zurich 2025 ZVG

Auch Christian Wenger, Partner der Anwaltskanzlei Wenger & Vieli und Präsident von Digital Zurich 2025, zeigt sich zufrieden: «Die Praxisänderung ist ein positiver Zwischenschritt. Die Steuerbehörde hat gute Arbeit geleistet und einen wichtigen Pflock eingeschlagen.»

Kantonale Steuerdirektoren sind gefordert

Sowohl Groeneveld wie Wenger betonen, dass man noch nicht am Ziel sei. «Die Probleme sind noch nicht komplett gelöst. Im Vergleich mit anderen Kantonen besteht noch Verbesserungsbedarf», sagt Groeneveld.

Die gesetzlichen Grundlagen müssten auf nationaler Ebene geändert werden, fordert Wenger. Heute halten sich die Kantone an eine Passage aus dem Kreisschreiben 28 der Schweizerischen Steuerkonferenz vom August 2006. Dort findet sich der Satz, dass die von Investoren bei Finanzierungsrunden bezahlten Preise den Verkehrswert bestimmten.

Startups sollen gleich wie KMU besteuert werden

Die Folge ist, dass Jungunternehmen horrende Steuerrechnungen ins Haus flattern, sobald sie Drittinvestoren an Bord haben. Weil ihr Geschäft am Anfang aber oft noch kaum Gewinn abwirft, können sie diese nicht bezahlen.  

Die Bestimmung im Kreisschreiben müsse geändert werden, sagt Wenger. Der Anwalt, der Mitglied der Arbeitsgruppe des Kantons war, betont gleichzeitig: «Wir wollen keine Sonderbehandlung für Startups. Wir wollen nur, dass Startups wie andere KMU besteuert werden.»

Publiziert am 02.03.2016 | Aktualisiert am 18.08.2016
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2 Kommentare
  • Michel  Wehner aus Zürich
    02.03.2016
    Eine Firma zu gründen nur mit der Idee damit in kürze Millionär zu werden ist ein amerikanisches System. Dieses System ist so kurzsichtig wie auch volkswirtschaftlich schädlich! Eine Firma gründet man mit der Absicht nachhaltig und solide zu wirtschaften. Wenn man schon zu beginn als AG (Mindestkapital: 100K CHF) auftreten will dann soll man auch das dafür nötig Kapital haben. Ansonsten gibt es andere Unternehmensformen. Bin gegen jede solch Alimentierung durch den Steuerzahler!!
  • Daniel  Kummer aus Uster
    02.03.2016
    Lächerlich, die meisten Start-ups sind Einzelkämpfer, bei welchen es nicht darum geht, ob Investoren Geld einschiessen oder nicht. Wenn ich schon Aktienverkäufe höre, kommen mir vor Lachen die Tränen Nicht jeder ist Sohn oder Tochter von Beruf und hat zu Beginn ein Riesenkapital zur Verfügung. Diejenigen, die mit fast mit Null Kapital etwas wagen und Arbeitsplätze schaffen, sollten von Anfang an finanziell unterstützt werden. Statt dessen werden ihnen Steine in den Weg gelegt, wo es nur geht.