Feuer unter Migros-Dach «Bilanz»-Bericht bringt orangen Riesen auf die Palme

Nach einem heutigen vermeintlich harmlosen Bericht im Wirtschaftsmagazin «Bilanz» über Migros-Chef Herbert Bolliger und Dieter Berninghaus geht der Grossverteiler an die Öffentlichkeit.

«Die robuste Umsatzentwicklung zeigt, dass es uns gelungen ist, das Vertrauen der Kunden nochmals zu stärken», freut sich Migros-Chef Herbert Bolliger. play
Herbert Bolliger (61) will von einem Zank mit Berninghaus nichts wissen. KEYSTONE/WALTER BIERI

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Rote Köpfe im Migros-Konzern: Um 11 Uhr heute Vormittag schickte die Kommunikationschefin der Migros die Gegendarstellung an sämtliche Zeitungen und Online-Portale in der Schweiz. Ein ungewöhnlicher Schritt, vor allem für einen Grossverteiler wie die Migros.

Der Ärger bei Migros-Chef Herbert Bolliger (61) ist offenbar gross. «Diese rufschädigenden Behauptungen sind haltlos, absurd und nicht im Ansatz zutreffend», heisst es darin.

Gab es Zoff in den Sitzungen?

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Migros-Handelschef Dieter Berninghaus beim Interview mit SonntagsBlick letzte Woche. Sabine Wunderlin

Was war passiert: In der aktuellen Ausgabe der Bilanz berichtet das Wirtschaftsmagazin über die Zukunftspläne von Dieter Berninghaus (51). Erst letzte Woche hat Berninghaus verkündet, dass er den Posten als Handelschef bei der Migros räumen wird. Im zweiten Halbjahr 2016 soll es so weit sein.

Im Bilanz-Artikel heisst es, «dass Migros-Chef Herbert Bolliger und Dieter Berninghaus, Leiter des Departementes Handel im Migros-Genossenschafts-Bund (MGB), in letzter Zeit immer wieder aneinandergeraten sind». Weiter ist die Rede, dass Berninghaus sogar «wutentbrannt aus Sitzungen gestürmt sein soll, weil ihn Bolliger wegen schlechter Zahlen gerügt hatte».

Bolliger: «Die Bilanz lügt!»

Im Migros-Intranet doppelt Bolliger nach: «Die Bilanz lügt. Diese Geschichte ist frei erfunden», heisst es in einem Interview, das am Vormittag aufgeschaltet wurde. Er kündigt Schritte gegen die «Bilanz» an: «Wir können es nicht einfach hinnehmen, dass in der Öffentlichkeit solche haltlosen Anwürfe kursieren.»

Im Interview mit dem SonntagsBlick sagte Berninghaus, dass er keine Ambitionen habe, den Posten von Herbert Bolliger zu einen späteren Zeitpunkt zu übernehmen. Und dass die Migros die beste Zeit seines Managerlebens gewesen sei. War alles nur Fassade?

«Die robuste Umsatzentwicklung zeigt, dass es uns gelungen ist, das Vertrauen der Kunden nochmals zu stärken», freut sich Migros-Chef Herbert Bolliger. play
Herbert Bolliger (61) will von einem Zank mit Berninghaus nichts wissen. WALTER BIERI

Darauf lässt die Gegendarstellung der Migros schliessen. Sie schürt damit den Verdacht, dass Berninghaus doch nicht ganz freiwillig zurückgetreten ist. Die Migros widerspricht vehement:  «Dieter Berninghaus und ich haben stets in bestem Einvernehmen zusammengearbeitet. Ich bedaure sehr, dass er die Migros verlässt und bin ihm sehr dankbar für das, was er in all den Jahren für die Migros geleistet hat», lässt sich Herbert Bolliger zitieren.

Migros weckt schlafende Hunde

«Die Migros hätte besser gar nicht öffentlich auf den Bilanz-Artikel reagiert», sagt ein Kommunikationsexperte, der nicht zitiert werden will. Jetzt habe sie erst recht die Aufmerksamkeit auf einen möglichen internen Konflikt gelenkt, der besser hinter den Migros-Mauern geblieben wäre.

Publiziert am 24.03.2016 | Aktualisiert am 13.04.2016
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12 Kommentare
  • Stefan  Schmidt 24.03.2016
    Der arme Herr Berninghaus. Eine "harmlose" Steueraffäre die er in Deutschland hatte? Oh nein, Herr Berninghaus wurde wegen schwerer Untreue gegenüber seinem ehemaligen Arbeitgeber REWE verurteilt. Er musste 11 Mio Euro zurückzahlen. Ein Krimineller also, der mit Hilfe von Kommunikationsexperten geschickt sein Image in der Schweiz reingewaschen hat und es noch weiter tut. Finger weg von der Migros lieber Dieter!
  • Antoine   Grande aus Bambous
    24.03.2016
    Was soll das? Herr Bolliger ist DER Chef. Er hat die Migros im Sinne von Gründer Duttweiler hoch- und als Nummer 1 gehalten.
    Jetzt kommt der Berlinghaus daher und will den Boss diskeditieren. Herr Bolliger ist seit vielen Jahren ein angesehener Migros Chef.
    Herr
    Berlinghaus,sind Sie einfach ein unangenehmer Nachahmer des grössenwahnsinnigen Markus Söder ais Bayern?? Wenn Herr Bollinger seinen Nachfolger bestimmen will, lässt er Sie das bestimmt wissen. Bis dann machen Sie einfach Ihren Job
    • Heinz  Keller 24.03.2016
      Im Sinne Duttweilers? Dass ich nicht lache! Ich glaube kaum, dass Dutti Mätzchen wie die unzähligen versteckten Preiserhöhungen oder auch die sündhaft teuren Marketing-Aktionen mit Stickers und dem ganzen Kram gutheissen würde.
  • August  Sommerhalder aus Amriswil
    24.03.2016
    Die Migros ist sicher nicht der beste Arbeitgeber unter den Grossen. Diesbzüglich rangiert sie eher in den hinteren Rängen. Schade! Unter Dutti war und wäre sie noch heute besser platziert.
  • Ernst  Rietmann aus Weinfelden
    24.03.2016
    Migros war früher ein soziales und gutes Unternehmen. Leider ist dies schon länger nicht mehr so, es geht nur noch um Gewinn, Gewinn und nochmals Gewinn. Auf der Strecke bleiben die Mitarbeiter. Gewinn muss und darf sein, wenn aber Gewinn die oberste Maxime ist, wird es bedenklich.
  • Rocco  Martignoni , via Facebook 24.03.2016
    Weisheit hab man oder nicht und Thomas hab mit Sicherheit diese Weisheit nicht.