Abzocke bei Ausland-Päckli Falsches Spiel mit Schweizer Adresse

Der Hobbyschrauber Samuel K. bestellte Autoersatzteile bei Pkwteile.ch. Trotz Schweizer Adresse und einem .ch im Firmenlogo, wird der Shop jedoch nicht aus der Schweiz betrieben. Aus diesem Grund musste Samuel K. zusätzlich 50 Franken Mehrwertsteuer zahlen.

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BLICK-Leser Samuel K.* schraubt in der Freizeit gerne an Autos herum. Ersatzteile kauft er im Internet – am liebsten bei Schweizer Onlineshops. «Rücksendungen ins Ausland sind mir zu heikel», sagt der 28-Jährige.

Kürzlich musste K. die Zündspulen seines PW ersetzen. Doch die waren beim hiesigen Wiederverkäufer nicht verfügbar. So googelte er im Internet nach einer Alterna­tive. Dabei stiess er auf den Onlinehändler Pkwteile.ch: «Der Shop hat eine Schweizer Adresse und ein .ch im Firmen­logo», berichtet K. Zudem hätten die Preise in Franken und eine Schweizer Telefonnummer den Eindruck erweckt, dass der Shop von der Schweiz aus betrieben werde.

Doch K. lag falsch: Hinter Pkwteile.ch steckt die Firma ­Autodoc aus Berlin. Der Hobbyschrauber bestellte im Ausland statt in der Schweiz – ohne es zu wissen.

Fälle wie diese bekommt Pet­ra Rohner vom Konsumenten­forum immer häufiger auf den Tisch. Sie kennt die Tricks der Onlinehändler: «Eine Schweizer Adresse ist keine Garantie für einen hiesigen Händler», sagt die E-Commerce-Ombudsfrau. Beispiel Allposters.ch. Der Postershop liefert seine Ware direkt aus Holland. Das weiss der Kunde aber nur, wenn er die Geschäftsbedingungen liest – wie bei Pkwteile.ch auch.

Rohner rät Kunden, die sich getäuscht fühlen, die Annahme des Pakets zu verweigern. «Würden das mehr Kunden machen, müsste der Händler reagieren und transparent kommunizieren.»

Wie viele Onlineshopper hat K. die Geschäftsbedingungen nicht gelesen. Dass die Ware aus Deutschland kommt, realisierte er erst, als er das Päckli in Empfang nahm. «Ich musste noch 50 Franken Mehrwertsteuer zahlen», klagt der Hobbyschrauber. Das überrascht, steht doch im Bestellmail ein «Gesamtpreis» von 601 Franken.

Buhlt der Händler also mit falschen Preisen nach Kundschaft? Der Onlinehändler verneint und verweist auf seine AGB. Diese habe der Kunde beim Abschicken der Bestellung akzeptiert. Doch das genügt nicht.

«In der Schweiz gilt der Grundsatz der Gesamtpreisangabe», erklärt Fabian Maienfisch vom Staatssekretariat für Wirtschaft. K. hat den Fall den Behörden gemeldet. Der Autoteileshop muss jetzt mit einer Abmahnung aus der Schweiz rechnen.

*Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 11.01.2016 | Aktualisiert am 10.01.2016

So vermeide ich Ärger

Bern – Für die E-Commerce-­Ombudsfrau Petra Rohner zählen vor allem kontrollierbare Angaben. Einige Webshops erwähnen im Impressum den Inhaber, die Adresse, den Handelsregistereintrag oder gar die Mehrwertsteuernummer. Auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen liefern oft Informationen über den Betreiber. Allerdings gibt es Shops mit Sitz in der Schweiz, die ihre Ware direkt aus dem Ausland zum Kunden liefern. Rohner empfiehlt, bei unbekannten Webshops vor der Bestellung nach Kundenreklamationen zu googeln.

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53 Kommentare
  • Andreas  Keller , via Facebook 11.01.2016
    Am ganzen finde ich noch das schlimmste, dass ich bei einer Bestellung mit Porto Über 40.- kam und das Porto letztendlich 17 euro der ausschlsg war, warum ich Mwst zahlen musste...auf Porto Mwst, ein Witz.
  • Pascal  Paul , via Facebook 11.01.2016
    Gerade selbst ausprobiert.
    Irgendein Ersatzteil für irgendein Auto in den Warenkorb gelegt.
    Preis im Artikelbeschrieb: CHF 9.98 exkl. MwSt
    zu zahlender Gesamtpreis: CHF 44.98 CHF 9.98 + CHF 35.00 Versand
    Für alle die immer sagen es ist alles lauter: dies ist hier keines Wegs der Fall. Die MwSt ist in jedem Fall fällig. Eine Freimenge gibt es nur im Reisendenverkehr. Der Händler müsste hier 8 Prozent MwSt verrechnen und an die Eidg. Steuerdirektion bezahlen. So wäre es sauber.
    So ists Unlauter
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    11.01.2016
    Ich bin auch für "Annahme verweigern". Deutsche Versandhändler müssen von Gesetzes wegen zwei Wochen Rückgaberecht gewähren und zudem die Rücksendekosten zahlen. Wenn man die Ware mit der Kreditkarte bezahlt hat, kann man notfalls auch eine Meldung an die Kreditkartenfirma machen, die dann die Rückerstattung durchzieht und wenn es zu Wiederholungen kommt auch den Händler ausschliesst vom Zahlungssystem.
  • Karen  Mind 11.01.2016
    guckt mal bei discountlens.ch und discountlens.de. Reine Abzocke der Schweizer, weil das Lager in Dübendorf ist und der deutsche Markt auch aus Dübendorf bedient wird. Da ist dann nichts mehr mit hohen Lager- und Mitarbeiterkosten. Ausser die Mitarbeiter für den deutschen Raum verdienen weniger.....
  • R.  Lüthi 11.01.2016
    Dasselbe ist mir bei www.meinprojektorlampen.ch passiert. Ein vermeintlich günstiges Angebot einer Ersatzlampe für einen Videobeamer. Fr 430.
    Preis in Schweizerfranken.
    Bezahlung per Kreditkarte. Die Lieferung erfolgte aus Amsterdam durch eine Kurierfirma. Zirka eine Woche später erhielt ich von dieser Firma eine Rechnung für die Zollkosten bzw MwSt Administrativaufwand von Fr. 35.
    Nicht immer ist - wo .ch draufsteht auch CH drin....