«Ratten von Scientology»: Anonymous hackt Implenia

BASEL/ZÜRICH - Seit dem frühen Morgen geht auf der Internetseite des grössten Schweizer Baukonzern nichts mehr. Ein Hackerangriff hat die Seite lahmgelegt und wirft dem Unternehmen Verbindungen zu Scientology vor.

Über Stunden muss Implenia Besucher auf ihrer Internetseite vertrösten. play

Über Stunden muss Implenia Besucher auf ihrer Internetseite vertrösten.

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«Liebe Implenia, Ihre Zusammenarbeit mit dem organisierten Verbrechen Scientology ist offensichtlich und verstörend. Marco Pulver ist eine der Ratten von Scientology und er ist nicht die einzige in ihrem Unternehmen. Während sich die Schweizer Regierung einen Scheiss darum kümmert, reagieren wir – die Menschen für die Menschen.»

Diese Nachricht setzte Anonymous in der Nacht auf die Seite des grössten Schweizer Baukonzerns Implenia. Auch das Betriebssystem des Baukonzerns sei über Nacht gehackt worden. Zudem habe man Zugriff auf das Börsenhandelssystem, schreibt die Organisation in ihrer Botschaft an den Konzern.

Implenia hat Anzeige eingereicht

Die Botschaft war nur kurz auf der Website. Heute am frühen Morgen hat Implenia die Seite offline genommen. Seit Stunden werden Besucher mit der Mitteilung «Wir sind gleich wieder für Sie da» vertröstet.

Die Firma reagiert mit einer schriftlichen Stellungnahme auf den Hacker-Angriff: «Implenia hält klar fest, dass sie keine Beziehungen zu Scientology unterhält.» Auf der Homepage seien «falsche Botschaften» platziert worden. Implenia verurteile das kriminelle Vorgehen der Urheberschaft und habe Anzeige gegen Unbekannt eingereicht.

Implenia-Mitarbeiter hielt Rede für Scientology

Der Verdacht, dass Implenia Verbindungen zur Sekte hat, kommt nicht von ungefähr. Am Samstag vor zwei Wochen weihte Scientology in Basel ihren neuen Tempel ein. Brisant: Nicht nur der amerikanische Sektenchef hielt eine Rede, sondern auch Im­plenia-Mitarbeiter Marco Pulver.

Der Leiter Region Nordwest Modernisierung und De­velopment lobte die «Aufklärungsprogramme» der Sekte. «Die Jugend wird gegen den schleichenden Einfluss der Drogen gewappnet», sagte er laut «Tageswoche».

Implenia wusste vom Auftritt nichts, wie ein Sprecher des Unternehmens damals zu Blick.ch sagt. Die Aussagen seien Pulvers «persönliche Meinung». Die religiösen Überzeugungen der Mitarbeitenden seien Privatsache.

Implenia bestätigte, in Basel als Generalunternehmerin einen Umbau vorgenommen zu haben. «Dieses Gebäude wird von Scientology genutzt. Andere Berührungspunkte gibt es nicht.» (mad)

Publiziert am 07.05.2015 | Aktualisiert am 07.05.2015
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21 Kommentare
  • Bernd  Grütter 07.05.2015
    Was bedenklich stimmt: In einem vermeintlichen Rechtsstaat gehen die Daumen selbst für kriminelle Aktivitäten wie jene der Anonymous hoch. Man stimmt allgemein zu, dass allfällige Gesetzesverstösse einer Organisation, die einem nicht passt, nicht auf rechtlichem Weg, sondern mit kriminellen Aktivitäten von Maskierten angegangen werden.
  • Markus  Weber aus Menziken
    07.05.2015
    Scientology ist eine Sekte ohne irgendwelchen religösen Hintergrund. Also überhaupt keine Kirche.Und wenn einer von Implenia eine Rede hält ist es doch höchstwahrscheinlich dass er zu dieser Sekte gehört. Grundsätzlich hat ja Scientology nur eines langfristig im Sinn.Den gleichen Wahn wie viele schon hatten. Sie will die Weltherrschaft und die Menschen psychologisch steuern.Gegen solche Gruppen muss einfach viel härter vorgegangen werden, da darf die gesetzliche Religionsfreiheit nicht gelten
  • Romeo  Giampa , via Facebook 07.05.2015
    Hacker wie die Anonymous meinens gut. Aber offenbar fehlt die Reife einzusehen, dass man nicht "Gott" spielen darf. Es ist gefährlich. Man kann mit ihnen weder vernünftig reden noch sind sie von ihrer Meinung abzubringen. Man kann dagegen auch nichts tun. Was ist wenn solche Gruppierungen eine Meinung vertreten, womit die Bevölkerung nicht einverstanden ist ? Früher oder später wird man sich mit diesem Thema intensiv befassen müssen.
  • Mayer  Sarah aus Märstetten
    07.05.2015
    Ich habe bei Implenia gearbeitet im Buero und saemtliche Fuehrungspersonen sind bei Scientology oder viele sind bei den Zeugen Jehovas. Als ich zu einem Bibelseminar eingeladen wurde, war das der richtige Zeitpunkt um zu kuendigen.
    • Peter  Thalmann aus urdorf
      07.05.2015
      Glaube ich schlicht und einfach nicht! Aber eben - Papier und Blogs nehmen alles an!
    • Mayer  Sarah aus Märstetten
      08.05.2015
      Saemtliche, nicht alle. Aber es hat so schon gereicht.
  • Karl  Indergand aus Thalwil
    07.05.2015
    Implenia wird doch wohl an der Eröffnungsfeier noch etwas zum baulichen Gedeihen sagen dürfen, deshalb ist Herr Pulver noch lange kein Scientologe. Es gibt durchaus positive Aspekte, die man hervorheben darf, z.B. die Bürgerkommission für Menschenrechte, die sich gegen die Psychiatrisierung von obrigkeitlich unpässlichen Kritikern wehrt.
    • Cloud  Atlas 07.05.2015
      Außer die Psychiatrie zu attackieren unternimmt
      diese Frontgrupp absolut gar nichts, diesen Menschen zu helfen! Sie sind nur an Horrorgeschichten interessiert, um sie
      für die eigenen PR-Interessen ausnutzen zu können. Hier wird versucht, hilfsbedürftige Personen und deren Familien Propaganda zu verunsichern, sich ein soziales
      Mäntelchen umzuhängen und mit populären Themen
      Sympathien zu gewinnen.