Lehrstellen-Test «Stellwerk» war tagelang offline Zürcher Sek-Schüler hackt Online-Prüfung

OPFIKON ZH - Der Online-Test «Stellwerk» war tagelang nicht verfügbar – wegen eines Hackers. «Ein krimineller Akt», so die Verantwortlichen. BLICK weiss: Der «kriminelle» Hacker ist ein Zürcher Sekschüler!

Tagelang lag der Lehrstellen-Test lahm – das Werk eines Sek-Schülers. (Symbolbild) play
Tagelang lag der Lehrstellen-Test lahm – das Werk eines Sek-Schülers. (Symbolbild)

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Schläge, Steine, Verhaftungen Prügel-Nacht in Zürich
2 Urteil des Bundegerichts Neonazi Sebastien N. wird nicht verwahrt
3 Für die Polizei «etwas gar lässig» Hier relaxt ein Rumänen-Trucker...

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
18 shares
15 Kommentare
Fehler
Melden

Ein Hacker hat Mitte Februar den Online-Schüler-Test «Stellwerk» für mehrere Tage vom Netz geholt. Das Prüfungs-Tool wurde alleine letztes Jahr von fast einer Viertel Million Schülern benutzt – und wird immer wichtiger bei der Lehrstellen-Suche. Ein «krimineller Akt», liessen die Verantwortlichen damals verlauten. 

Hacker war ein Zürcher Sekschüler!

BLICK weiss: Beim «Kriminellen» handelt es sich um einen Sekundarschüler aus Opfikon ZH! Laut BLICK-Informationen war die Polizei heute im Schulhaus Halden im Einsatz. Peinlich: Der Schüler schaffte es offenbar ganz einfach, das Prüfungs-Tool mittels millionenfacher Abrufe zu überlasten und damit vom Netz zu nehmen.

Viele Eltern sind nun alarmiert: «Dort sind die Daten von zehntausenden Schülern gespeichert – ich mache mir grosse Sorgen um den Datenschutz», so ein Vater, der nicht namentlich genannt werden will. Und weiter: «Wie kann es sein, dass ein Kind eine derart heikle Seite für mehrere Tage übernehmen kann?»

Betreiber der Plattform ist der Lehrmittelverlag St. Gallen. Jürg Raschle, Generalsekretär des Bildungsdepartements St. Gallen, sagt gegenüber BLICK: «Es gibt keine Anhaltspunkte, dass die Datensicherheit beeinträchtigt war.» Dass nun ein Zürcher Schüler Besuch von der Polizei erhielt, wusste man in St. Gallen noch nicht: «Wir haben Anzeige eingereicht, damit war der Fall für uns erledigt.»

Welche Konsequenzen drohen dem Technik-Talent?

Muss der technisch begabte Sekschüler nun mit juristischen Konsequenzen rechnen? Beim Schulhaus Halden in Opfikon reagiert man gereizt auf die Anfrage von BLICK: «Dafür bin ich nicht verantwortlich,» sagt Schulleiterin Pia Bättig und legt auf.

Kurz darauf meldet sich Schulpflege-Präsident Norbert Zeller und bestätigt: «Wir mussten mit Bedauern feststellen, dass möglicherweise einer unserer Schüler in den Fall involviert ist.» Was dem kleinen Computer-Talent nun droht, weiss auch der Schulpflege-Präsident nicht. Und: Dass die Polizei im Schulhaus war, bestreitet Zeller.

Welche Note der Schüler im Fach Informatik erhält, ist nicht bekannt.

Publiziert am 11.03.2016 | Aktualisiert am 14.03.2016
teilen
teilen
18 shares
15 Kommentare
Fehler
Melden

15 Kommentare
  • Adrian  Künzler 12.03.2016
    DDOS kauft man im Internet, dazu braucht man keinen "Technik-Talent" sondern nur Geld und kriminelle Energie.
    Verdient Hochachtung? Eher eine Strafe. Ein Job in der Informatik? Nein Danke! oder würde jemand sein Computer dieser Person anvertrauen?
    Ausserdem ist kein Provider gegen DDOS wirklich geschützt. Die meisten stellen dann die betroffene Adresse ab um andere Kunden zu schützen.
    Ich glaube auch nicht, dass ein Schüler sowas macht. Da hat Blick wohl nur eine Story konstruiert.
  • Sam  Kruger , via Facebook 12.03.2016
    An alle ddos ler ...Es ist ein Dos Angriff. Ddos ist eine mehrzahl von computern (botnet) welche die website lahm legt. Er war leider nicht so clever seine IP-Adresse zu verschleiern, darum konnte die Polizei ihn finden.
  • Ralf  Christen aus 6414 Oberarth
    12.03.2016
    So geil. Ich war 9 Jahre operativer Leiter des Datacenter, wo Stellwerk läuft. Sowas hats bei mir nie gegeben. Mir wurde gekündigt und die operative Leitung nach Indien verlegt.
  • Carole  Liechti 12.03.2016
    Grins, meine Hochachtung! Ich wuensche dem Schueler, dass er eine Anstellung in der Informatik erhaelt, immerhin hat er hier eine grosse Ressource und die sollte nicht brach liegen. Bravo!
  • Xaver  Arnet 11.03.2016
    Die vorliegende Panne hat nichts mit einem technisch hochstehenden Hacking zu tun. Sehr wahrscheinlich läuft die Applikation bei einem Hosting-Provider, welcher sein Geschäft bzw. Infrastruktur nicht mit der nötigen Professionalität betreibt. Hoffentlich wurde die Auftraggeberseite bislang zumindest kostenmässig nicht über den Tisch gezogen, was bei staatlichen IT-Angelegenheiten zwar nicht verwunderlich wäre.