Amok-Alarm auf dem Toni-Areal Polizei gibt Entwarnung!

ZÜRICH - Wegen eines Amok-Alarms müssen Kunst-Studenten stundenlang im Toni-Areal in Zürich ausharren. Sie haben sich in den Klassenzimmern verbarrikadiert. Nach über drei Stunden gibt die Polizei Entwarnung.

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«Wir bitten um Aufmerksamkeit: Infolge einer Ausnahmesituation dürfen Sie das Gebäude in keinem Fall verlassen», tönt es am Morgen gegen 8:30 Uhr durch die Lautsprecher der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK. «Bleiben Sie in den Räumen oder suchen Sie einen abschliessbaren Raum auf.»

In der Werkstatt verbarrikadiert

Schon vor einer guten Woche gab es auf dem Toni-Areal in Zürich einen Amok-Alarm. Während es sich damals um einen Fehlalarm handelte, scheint es heute ernst zu gelten.

Laut Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, ging die Amok-Meldung per Telefon ein. «Wir gehen von einem Ernstfall aus», so Cortesi am Vormittag an einer improvisierten Medienkonferenz auf dem Areal.

Die Storen der ZHdK werden automatisch geschlossen, die Lichter gelöscht. 100 Polizeigrenadiere in Kampfmontur durchkämmen die 1400 Räume der Schule. Rund 5000 Personen befinden sich zum Zeitpunkt des Alarms im Gebäude.

Blick.ch spricht mit Studentin Alice, während sie mit rund 20 Mitstudenten und dem Lehrer in der Werkstatt sitzt. «Noch sind alle sehr locker. Wir versuchen uns abzulenken, bis wir mehr Informationen kriegen», so Alice kurz nach dem Alarm.

Doch etwas Angst schwebe schon im Raum. Die Türen seien so gut wie möglich verbarrikadiert. «Der Raum ist gross, ich weiss nicht, ob er ganz abgeschlossen werden kann.»

Studenten haben sich unter den Tischen verkrochen

Die Studenten halten sich gegenseitig auf dem Laufenden. «Wir schreiben uns WhatsApp und SMS, unterhalten uns via Social Media.»

Während in der Werkstatt die Stimmung noch relativ ruhig sei, sei sie in anderen Räumen angstgeladen. «Dort harren die Studenten unter den Tischen aus und warten auf weitere Informationen.» Sie habe selbst Angst, Schüsse zu hören, so Alice in den ungewissen Minuten. «Dann würde ich definitiv auch unter den Tisch kriechen.»

Alle zehn Minuten hören die Studenten eine Durchsage, sie sollen in den Zimmern bleiben. «Zuerst lief die automatische Ansage über eine Stunde in Dauerschleife. Dann kam eine Durchsage der Polizei, die automatische Ansage werde abgestellt, wir sollten die Anweisungen aber weiter befolgen.»

Sie verklemmen sich den Weg aufs WC

Ein Problem sind für die Studenten auch die Toiletten-Gänge. «Wir haben lange gezögert, vor einer Viertelstunde sind dann aber mal ein paar Leute zusammen raus», sagt Alice, nachdem sie über drei Stunden in der Werkstatt hockt. 

Kurz vor dem Mittag dann die Erlösung. Die Polizei gibt Entwarnung und fordert die Studenten auf, das Gebäude zu verlassen. «Wir gehen jetzt zum Zmittag», sagt Alice. Die Hochschule bleibt am Nachmittag geschlossen und wird ihren Betrieb morgen wieder aufnehmen.

Die polizeilichen Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren.

Publiziert am 04.12.2014 | Aktualisiert am 04.12.2014
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9 Kommentare
  • Manfred  Schnyder aus Wanzwil
    04.12.2014
    Zuviel Amerika und zuviel TV. Ja, es kann immer etwas passieren, aber offensichtlich hat wohl Schüler dies ausgelöst. Wer keine Lust auf Schule kommt auf ziemlicheh Mist.
  • Dieter  Laser aus Centipede
    04.12.2014
    Was ist bloss aus der einst so friedlichen, idyllischen und sicheren Schweiz geworden?

    Es geht hier mehr und mehr zu wie im wilden Westen!

    Schiessereien, Überfälle, Vergewaltigungen mit Totschlag scheinen mittlerweile an der Tagesordnung und auch Amokläufe häufen sich.

    Könnte es mit der massiven Zunahme der Bevölkerung zu tun haben? Wenn es uns zu eng wird, scheinen wir gereizter, gestresster, rasten schneller aus.

    Hoffen wir, dass wenigstens heute dort niemand zu Schaden kommt!
    • benjamin  sommer 04.12.2014
      könnte es sein.. Nein, kann es nicht. Die meisten Amokläufe gibt es in den USA und die sind bekanntlich viel dünner besiedelt als die Schweiz. Amokläufe haben offensichtlich ganz andere Gründe!
  • Peter  Kaufmann aus Oftringen
    04.12.2014
    Die heilige Zeit mögen wohl sehr viele nicht vertragen. Gegen Stress hilf ein wenig Sport und Natur. Tragisch, dass wir so weit sind.
    • lala  lala 04.12.2014
      Wenns immer weniger Natur gibt und die Sportanlagen dauerbelegt sind, wirds halt immer schwieriger. Aber den meisten gefällts ja so wies ist...
  • Jean-Philippe  Ducrey 04.12.2014
    Ein Zeichen, dass Zuwanderung und verdichtetes Bauen eben doch nicht funktionieren. Der Mensch braucht Freiraum, sonst wird er krank.
    • benjamin  sommer 04.12.2014
      Das Eine hat mit dem Anderen rein gar nicht zu tun! Die Gründe für Amokläufe sind i.d.R. eher soziale Ausgrenzung und Mobbing. Das was eben viele Ausländer in der Schweiz tgl erleben müssen. Nun unter diesem Gesichtspunkt könnten Sie vielleicht recht haben.
    • Josef  Baumgartner 04.12.2014
      Mein Gott...der ist aber sehr billig! Wieso sind denn die USA das Land mit den meisten Amokläufen? Dort gibts ja massenweise Platz. In Norwegen noch mehr...
  • Gerry  Kuster 04.12.2014
    Immer das selbe. Amokläufer kündigen sich nicht anonym an, sie gehen einfach in die Schule und und erledigen ihren Job. Würde mich nicht wundern wenn es sich um ein Ablenkungsmanöver handelt, denn bei so einem Anruf werden praktisch alle Polizisten abgezogen und dann hat auch keiner mehr Zeit durch das Quartier zu patrouillieren und nach Einbrechern Ausschau zu halten.