Hermina Burda (97) aus Baar ZG hatte einen Brief übersehen Grosi wegen 48.30 Franken betrieben

BAAR ZG - Hermina Burda (97) geht es nicht mehr gut. Sie ist dement und und kann sich nur im Rollstuhl fortbewegen. Trotzdem betrieb sie die Gesundheitsdirektion des Kantons Zug und zwang sie zu einer Befragung – wegen 48.30 Franken!

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Hermina Burda (97) liegt im dritten Stock des Altersheims Bahnmatt in Baar ZG und kann die Umgebung nicht einordnen. Sie lächelt, sagt nicht viel. Hermina Burda (97) ist dement. Lesen oder schreiben geht nicht mehr.

Trotzdem eröffnete die Gesundheitsdirektion des Kantons Zugs eine Betreibung mit Pfändungsankündigung gegen sie, nachdem drei Mahnungen und ein Zahlungsbefehl bei der Greisin verloren gingen.

Ihr Sohn, Nenad Burda (65), ist wütend. «So etwas darf nicht passieren. Es war für meine Mutter entwürdigend. Dabei haben wir uns nie geweigert zu zahlen.»

Der Sohn hatte seine Adresse bei der Gemeinde deponiert

Begonnen hat alles, als sich Hermina Burda Ende 2015 bei einem Sturz verletzte. Die Ambulanz fuhr sie ins Kantonsspital Zug. Die Rechnung über 368 Franken schickte der Rettungsdienst ins Altersheim. «Meine Mutter weiss nicht mehr, was man mit einer Rechnung macht. Sie übergibt sie mir auch nicht», sagt der Sohn.

Rechnungen, Mahnungen, Zahlungsbefehle landen im Postfach der dementen Greisin. «Erst im April fand ich eine Rechnung im Zimmer. Ich zahlte sie sofort», sagt der Sohn. Wegen der verspäteten Zahlung verrechnet die Direktion eine neue Gebühr.

Dieses Mal 48.30 Franken. In zwei Monaten erhält die Greisin wieder drei Mahnungen und einen Zahlungsbefehl. «Die Post hätte zu mir kommen sollen. Ich hatte bei der Gemeinde doch meine Adresse deponiert», sagt der Sohn.

Erst die Pfändungsankündigung flattert in den Briefkasten von Nenad Burda. «Mutti musste zur Befragung aufs Betreibungsamt. Ich war geschockt», sagt Burda.

Gesundheitsdirektion bedauert den Vorfall

Die beiden erschienen rechtzeitig zum Termin. «Ich packte meine Mutter warm ein und fuhr sie mit dem Auto und Rollstuhl zum Amt. Sie konnte logischerweise keine Frage beantworten, das musste ich», sagt Nenad Burda. Ob die Befragung vom 9. Dezember noch Folgen hat, ist noch unklar. 

Die Gesundheitsdirektion untersucht den Fall. «Wir bedauern sehr, dass sich aus dem Fall grössere Umstände für die Familie Burda ergeben haben», schreibt der stellvertretende Generalsekretär der Gesundheitsdirektion, Andreas Meyerhans an BLICK. Der Rettungsdienst sei davon ausgegangen, dass die Post weitergeleitet werde.

Publiziert am 19.12.2016 | Aktualisiert um 20:39 Uhr
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19 Kommentare
  • Sonja  Zwicker 20.12.2016
    Das Betreibungsamt handelt stur nach Vorgaben, und teilweise absolut unmenschlich! Und dass man eine alte Dame mit 97 Jahren auf das Amt zitiert, zeigt nur einmal mehr die Willkür unseres Amtsschimmels!
    Nur - in erster Linie ist wohl der Sohn verantwortlich für die Belange seiner dementen Mutter! "Sie wisse nicht mehr, was man mit einer Rechnung mache, und sie übergebe sie ihm auch nicht"!? Warum hat er das nicht schon früher längst geregelt, wie das pflichtbewusste Söhne für ihre Mütter tun?
  • Roman  Bachmair aus Naters
    19.12.2016
    Es ist ja scheinbar Mode, sich da gerade immer bei Blick beschweren zu gehen, obschon der Fehler klar bei den "Anzeigern" liegt.

    Das EDV-System kann leider nicht persönliche Dramen und Hintergründe erkennen und löst diese Mechanismen der Kontoauszüge, Mahnungen wie dann auch Schluss und endlich Betreibungen automatisch aus.

    Es ist daher grundfalsch, jetzt über die Verwaltung als solches hinweg zu ziehen. Annehmbar wird sich aber dieselbe gewiss zu einer versöhnlichen Lösung bereit zeigen.
  • Juerg  Suter 19.12.2016
    Hätte sich der Sohn besser um seine Mutter gekümmert, wären er und sie gar nie in diese wie er findet, entwürdigende Situation gekommen. Was erwarten Sie von den Behörden, dass sie über den Gesundheitszustand eines jeden Bürgers Kenntnis haben? Wie sollte das funktionieren?
  • Beni  Kunz aus Solothurn
    19.12.2016
    Klar kann man sich jetzt dafür entschuldigen. Fakt ist aber das eine Betreibung nicht automatisch aus dem Computer kommt. Da sitzt ein Mensch der das aufgibt 48.50 Franken für eine fast 100 jährige Dame, nichts überlegt dabei und sich vermutlich noch freut den Umschlag zur Post zu bringen. Einfach nur traurig dieses Verhalten! Schämt euch
  • Thomas  Maeder 19.12.2016
    "Entwürdigend" ist etwas dick aufgetragen, finde ich. Das ganze ist dumm gelaufen, auch auf Seiten des Sohnes, der die offene Rechnung lange nicht bemerkt hat. Es steht nichts darüber im Artikel, aber ich denke mir, mit einem Telefongespräch hätte man die Situation höchstwahrscheinlich entschärfen können. Die meisten Behördenmitarbeiter sind keine Unmenschen, wenn man ihnen die Sitaution erklärt, findet sich meistens eine Lösung.
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