Wegen Thai-Prostituierten Neuenburg ist die Crystal-Meth-Hauptstadt der Schweiz

NEUENBURG - Es ist eine gefährliche Entwicklung, die die Neuenburger Polizei beobachtet: Die Zahl der Crystal-Meth-Abhängigen ist im Kanton in den vergangenen Jahren stark gestiegen.

Chrystal Meth: Die Horrordroge macht sofort abhängig. play
Die Billigdroge Crystal Meth kommt meist aus Tschechien.  ARD/rbb

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Die Neuenburger Polizei ist besorgt. In den vergangenen Jahren nahm die Anzahl Personen, die süchtig nach Methamphetamin sind, im Westschweizer Kanton stark zu. «Wir erreichen ein kritisches Stadium», sagt Oliver Guéniat, Chef der Kriminalpolizei, zu «Le Matin Dimanche». «1998 gab es in Neuchatel rund 20 Methamphetamin-Abhängige. Heute verzeichnen wir über 1200 und die Zahl steigt pro Jahr um rund 100.»

Auf dem Vormarsch ist dabei insbesondere Crystal Meth – Methamphetamin in Pulverform. «Ice» oder «Shabu», wie der Stoff auch genannt wird, ist billig. Und gilt als eine der gefährlichsten Drogen weltweit. 

In der Schweiz ist die Zahl der Crystal-Meth-Konsumenten allerdings überschaubar. Im Gegensatz zu den Nummer-1-Drogen Cannabis, Kokain und Heroin ist der Markt mit dem weissen Pulver hierzulande verschwindend klein. 

Von den Thai-Pillen zum Pulver

Einzige Ausnahme: Neuenburg. Eine Untersuchung der Uni Lausanne hat ergeben, dass nirgends sonst in der Schweiz so viel Crystal Meth konsumiert wird wie in der Westschweizer Kantonshauptstadt und ihrer Umgebung. Für die Studie haben die Forscher des Kriminalwissenschaftlichen Instituts vergangenes Jahr das Abwasser in mehreren Schweizer Städten analysiert. In Neuenburg stiessen sie dabei auf 33,4 Milligramm pro Tag und 1000 Personen. Eine nicht unerhebliche Grösse im europäischen Vergleich. In Zürich, das auf Platz 2 rangierte, waren es gerade einmal 21,8 Milliramm. 

Doch weshalb ist Crystal Meth ausgerechnet in Neuchâtel so beliebt – eine Stadt, die sonst keineswegs für eine grosse Drogenszene bekannt ist? Experten gehen davon aus, dass die Verbreitung von Methamphetamin auf den Fakt zurückzuführen ist, dass in der Region in den 90er Jahren relativ viele thailändische Prostituierte Massage-Salons eröffneten. Diese galten als Hauptumschlagsplatz der sogenannten Thai-Pillen aus Methamphetamin. 

Gesamtschweizerisch betrachtet ist die Droge derweil weiterhin nicht auf dem Vormarsch. In einem im vergangenen Jahr veröffentlichten Expertenbericht hält die Stiftung Sucht Schweiz fest, dass man höchstens von einem leichten Anstieg in Sachen Verfügbarkeit und Konsum der Billigdroge sprechen könne. (lha)

Publiziert am 02.10.2016 | Aktualisiert am 03.10.2016
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8 Kommentare
  • Lorenz   Müller 03.10.2016
    Und Zürich, auch die Hauptstadt der Banken, ist die KOKS-Hauptstadt der Schweiz.
  • Patrick  Carnot 03.10.2016
    Die überschrift ist wieder ein mal absolute hetze gegen menschen die eigentlich nichts dafür können. Die thai ladies werden von mafiösen strukturen importiert und die massage saloons von diesen leuten geleitet. Dass die ladies evtl konsumieren möchte ich nicht abstreiten denn das macht das prostituierten leben und die auf gut deuscht besch...... situation etwas erträglicher
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    03.10.2016
    Ausschaffen kann man sie ja auch nicht, weil ihnen zuhaus langjährige Gefängnisstrafen unter unwürdigen menschenrechtswidrigen Umständen drohen... Vielleicht kommt das pfefferscharfe Gesetz doch noch zum Zug.
  • Divico  Tigurin aus Neuchâtel-Hua-Hin
    03.10.2016
    In den 90ern Massagesalons eröffnet? Was für ein Quatsch.
    Wir schreiben das Jahr 2016 und haben zu allen Negativrekorden von Steuererhebung, Ausgesteuerten, IV-Bezügern, Arbeitslosen, Suizide und, und und jetzt auch noch diesen Crystal-Methrekord geknackt. Ein Bravo an die Regierung.
    Man sieht den Barometer-Zustand der Drogenkundschaft schön zur Schau gestellt jeden Tag mitten in der Stadt, Rue des Moulins, Café des Moulins.
    Rot/Grünpolitik "hat alles im Griff", ganz solidarisch...
  • Martin  Matin 02.10.2016
    Wenn man das schon weiss, wieso trocknet man diesen Drogen Sumpf nicht einfach aus? Was machen die Behörden? Einfach zuschauen?
    • Gustav  Broennimann , via Facebook 03.10.2016
      Die Autofahrer mit unsinnigen Kontrollen, Fallen und Bussen abzocken ist viel einfacher und füllt die Kassen.
    • Heinz  Manhart aus Cainta
      03.10.2016
      Herr Martin, genau das geschieht zur Zeit in den Philippinen. Aber man muss die Drögeler und deren Hintermänner ganz sacht mit Samthandschuhen anfassen sonst wird man der Menschenrecht Verletzung beschuldight und mit Nazis verglichen.
    • Meyer  Hans 03.10.2016
      Herr Manhat: und was schlagen Sie vor. Dass wir in der Schweiz, gleich wie in den Philippinen, Lynchjustiz praktizieren, Dealer und Drogenkonsumenten auf der Strasse durch Auftragskiller und Todesquadron ohne Prozess erschiessen lassen ? Wenn das ihre Idee von Justiz ist, schön, dass Sie in Cainta sind und auch dort bleiben.