Wegen Gefährdung des Lebens einer Schwangeren Grenzwächter angeklagt

BRIG VS - Im Juli 2014 erlitt eine Syrerin eine Totgeburt bei ihrer Rückführung der Schweizer Grenzwache nach Italien. Nun wird der Grenzwächter angeklagt.

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Die Schweizer Grenzwache habe die Schwangerschaft nicht geglaubt und der Syrerin keine ärztliche Hilfe besorgt. (Symbolbild)

Peter Mosimann

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Am 4. Juli 2014 erlitt eine damals 21-jährige Syrerin im italienischen Domodossola (I) eine Totgeburt, nachdem sie von Schweizer Grenzwächtern mit einer Gruppe von Flüchtlingen dorthin gebracht worden war. Die für das Grenzwachtkorps (GWK) zuständige Militärjustiz leitete eine Untersuchung ein.

Nun wird einer von vier Tatverdächtigen belangt: Der verantwortliche Tagesleiter wird angeklagt, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.

Die im siebten Monat schwangere Frau klagte bereits vor Brig über Schmerzen im Bauch. In Italien angekommen wiesen die italienischen Grenzbeamten die Frau sofort ins Spital ein, wo ihr Kind später tot auf die Welt kam.

Ein Rechtsmediziner kam in seinem Gutachten zum Schluss, dass die Frau in Brig in grosser Gefahr war, weil sie keine ärztliche Hilfe erhielt.

Grenzwächter erkannten Schwangerschaft nicht

Die später diagnostizierte Plazentaablösung, die den Tod des Kindes verursachte, hätte laut dem Experten auch die Schwangere gefährden können. Sie hätte zu starken Blutungen mit Schockzustand führen können.

Der Mann der Schwangeren habe die Grenzwächter mehrfach auf den Zustand seiner Frau aufmerksam gemacht. Ohne Erfolg. Diese haben es als Schauspiel abgetan, wie sie es oft erlebt hätten. Wegen der weiten Kleider, wollen sie nicht bemerkt haben, dass die Frau schwanger gewesen sei.

Offen lässt das rechtsmedizinische Gutachten, ob das Leben des ungeborenen Kindes hätte gerettet werden können, wenn die Schwangere frühzeitig in ein Spital eingewiesen worden wäre.

Klar wird lediglich, dass der Tod des Kindes weniger als zwölf Stunden vor der Totgeburt eintraff. Wann genau sich die Plazenta ablöste, konnten die Forensiker jedoch nicht eruieren. (nbb)

Publiziert am 20.11.2016 | Aktualisiert am 22.11.2016
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11 Kommentare
  • Dieter  Sprenger 21.11.2016
    Dass nun bei diesem Fall die zuständige Grenzwacht angeklagt werden soll,deutet mehr darauf hin dass es sich um ein Politikum handelt wo gewisse Kreise mit dem Versuch dahinter stehen die Grenzwacht in den Schmutz zu ziehen. Grundsätzlich war und ist die schwangere Syrerin welche die weiterreise aus dem sicheren Italien in die Schweiz antrat für diesen eigenen Entscheid selbst verantwortlich. Zudem war die Familie in Italien nicht verfolgt oder bedroht um illegal nach der Schweiz auszureisen!
  • Werner  Bieinisowitsch aus Sant Jordi
    20.11.2016
    @Hanspeter Müller, Niemand hat erwartet, dass die Frau im Bombenhagel ausharren soll. Wer lesen kann, der hat Vorteile im Leben. Die Schwangere und ihr Ehemann waren in Sicherheit in Italien, und nicht im "Bombenhagel von Syrien", wie Sie es nennen. Und wenn der Ehemann den Italienern die Schwangerschaft seiner Ehefrau bekannt gegeben hätte, wäre die Frau schon früher ins Spital eingeliefert worden. Aber mit "dem Kopf durch die Wand" gehen, und wenn es in die Hosen geht, Andere beschulfigen.
  • Mo  Meier 20.11.2016
    Der Grenzwächter hat nur seinen Job gemacht. Ich kann mir vorstellen, dass solche Leiden ständig vorgegaukelt werden und für einen Grenzwächter ist es unmöglich Schauspiel und Ernstfall genau zu erkennen. Die Familie hätte vorher überlegen sollen und von Anfang an in Italien bleiben müssen, wenn es der Frau schlecht ging.
  • Max   Meier 20.11.2016
    Dies darf doch nicht wahr sein! Die Grenzwächter sind heute unter Stressituation, welche man sich vor 20 Jahren nicht vorstellen konnte. Schuld daran ist das Versagen von BundesBern. Und nun wird wieder ein Bauernopfer gesucht? Unglaiublich!
    • Sandra  Jakob aus Winterthur
      20.11.2016
      @Stiglitz: Die Hauptverantwortung liegt beim Ehemann der Frau. Der Mann hat bestimmt (die Frau muss gehorchen) dass die hochschwanere Frau illegal nach Paris mitreisen soll. Der Syrer hat die Frau und das Ungeborene in Gefahr gebracht - und die Grenzwache soll nun an allem Schuld sein??
    • Max  Stirni 20.11.2016
      @Gutmensch Stiglitz, es wäre nicht meine Frau und nicht mein Kind, weil ich nicht auf die Idee komme munter Babies zu generieren, während rund um mich herum alles in die Luft fliegt.

      Der Begriff "Eigenverantwortung" sagt Ihnen etwas, oder kommt der in Ihrem Wörtebuch gar nicht vor? "Gesunder Menschenverstand" geht auch in die Richtung.
  • Jürg  Wüthrich aus Baselland
    20.11.2016
    Ich würde meinen, wenn die Dame nicht in die CH gekommen wäre, müsste der Grenzwächter nicht angeklagt werden. Umkehrschluss davon ist, klagt die Mutter an. In einem Kriegerischen Konflikt schwanger zu werden oder schwanger auf eine solch schwere Reise zu gehen. Zudem kann diese Plazenta Ablösung bereits vor der Kontrolle stattgefunden haben. Schade, dass mann mit dem Tod des Kindes nun andere anklagt und sich dadurch einen "Aufenthalt" erhofft. Ich habe Mitleid, die Sache muss als ganzes gesehe
    • Hanspeter  Müller aus Bern
      20.11.2016
      "In einem Kriegerischen Konflikt schwanger zu werden oder schwanger auf eine solch schwere Reise zu gehen" Klar, in Syrien steht an jeder Ecke ein Automat mit Pillen drin und die Frauenärzte stehen Schlange für die Vorsorgeuntersuchungen. Und wer trotzdem schwanger wird soll im Bombenhagel ausharren, weil das ist für das Kind viel sicherer als eine Reise nach Europa.
    • Hugo  Stiglitz aus Frankreich
      20.11.2016
      Hr..Wuethrich.
      Aus der schoenen warmen Stube kann man noch einiges diskutieren. Ich wuerde mich da eher an ganz einfache Fakten halten: 1. In Italien wurde sie sofort betreut. 2. In der Schweiz wurde sie als Simulantin abgestempelt.
      Und soll keiner erzaehlen, die Italiener haetten weniger Stress mit Migranten. Und weshalb und warum sie da war, ist ja kaum relevant. Aber man sieht, dass sich die CH einige Szenarien nicht gewohnt ist.
    • Jürg  Wüthrich aus Baselland
      20.11.2016
      Herr Stigliz...dann schreibe ich es so. Warum musste/wollte sie nach der Betreuung in Italien, Italien verlassen? Wenn alles so schlim war (und sicher auch ist) warum dennoch bis in die CH reisen? Es nimmt mich wunder, welche Frau in solch einer Situation das Spital im Land x verlässt um im Land y betreut zu werden. Wir sprechen hier von EU Standard.
    • Sonja  Zwicker , via Facebook 21.11.2016
      @J.Wüthrich, absolut richtig! Für italienische Begriffe ist es EU-Standard. Aber die meisten Flüchtenden sind mit Sicherheit alleine nicht zufrieden; sie beanspruchen lieber den Schweizer Gratis-Luxus, wo man auch noch Forderungen stellen kann!
      Welche verantwortungsvollen Eltern stellen schon in den ganzen Kriegsgewirren Kinder in die Welt? Wer dann noch hoch schwanger flüchtet, ist dumm und gewissenlos! Grenzwächter, die dauernd belogen werden, trifft da sicher keine Schuld!