Benoît Violier (†44) erschoss sich in seiner Wohnung: Der beste Koch der Welt ist tot

Benoît Violier wurde zum besten Koch der Welt gekürt. Nun hat sich der gebürtige Franzose, der im Waadtland lebte und arbeitete, das Leben genommen.

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Der französisch-schweizerische Spitzenkoch Benoît Violier (†44) setzte seinem Leben heute ein Ende. Der Chefkoch des Sterne-Restaurants «L'Hôtel de Ville» in Crissier VD habe sich in seiner Wohnung mit einer Schusswaffe getötet, teilte die Kantonspolizei gestern Abend mit.

 

Beamte hatten die Leiche am späten Nachmittag gefunden. Die Staatsanwaltschaft habe eine Untersuchung eingeleitet, um die genauen Todesumstände zu klären, heisst es in einem Communiqué der Behörden.

Benoît Violier im Dezember 2015 vor dem Restaurant «L'Hôtel de Ville» in Crissier. play
Benoît Violier (†44) setzte seinem Leben heute ein Ende. KEYSTONE/MARCEL GILLIERON

Dies entspricht dem üblichen Vorgehen im Falle eines Suizids. Aus Respekt gegenüber der Familie mache man keine weiteren Angaben zum Tod Violiers. Violier hinterlässt neben Gattin Brigitte auch Sohn Romain (12).

Seit zehn Jahren verheiratet: Brigitte und Benoît Violier. play
Waren seit über zehn Jahren verheiratet: Brigitte und Benoît Violier. zVg

 

Violier lebte seit zwanzig Jahren in der Schweiz und hatte sich vor zwei Jahren einbürgern lassen. Er war seit 2012 Chef des Restaurants «L'Hôtel de Ville» in Crissier VD. Er hatte den Posten zusammen mit seiner Frau Brigitte von Spitzenkoch Philippe Rochat übernommen, der im Sommer vergangenen Jahres nach einem Schwächeanfall bei einer Velotour starb.

Chef im Restaurant de l’Hôtel de Ville: Benoît Violier. play
Benoît Violier war seit 2012 Chef des Restaurants «L'Hôtel de Ville» in Crissier VD. Keystone

 

Violier war von Gault-Millau mit 19 Punkten ausgezeichnet und zum «Koch des Jahres 2013» gekrönt worden. Michelin verlieh dem «L'Hôtel de Ville» drei Sterne. Zudem landete das Restaurant 2015 auf Platz eins der interna­tionalen Liste «Milles tables d’exception» und gilt deshalb derzeit als die beste Gaststätte der Welt. Seine Arbeitsphilosophie lautete: «Ich koche mit ganzem Herzen und nur, was ich selber gerne essen würde.»

Gemäss mehrerer Quellen hätte Benoît Violier am Montag in Paris der Veröffentlichung des Guide Michelin 2016 beiwohnen sollen.

Freunde und bekannte trauern um den Koch

Unternehmer und Investor des «L'Hôtel de Ville», André Kudelski, ist «sprachlos», wie er gegenüber «24heures» sagt. «Wir sprachen über künftige Projekte, tolle Sachen.» Er wollte beispielsweise «Labo24» ausbauen. Ein Projekt, bei dem Jugendliche die Kunst des Kochens und Geschmacks näher gebracht werden sollte.

Sein Vor-Vorgänger im «L'Hôtel de Ville», Koch-Legende Fredy Girardet, zeigt sich ebenfalls schockiert: «Ich weiss nicht, was ich sagen soll. Er war ein Schüler, ich mochte ihn sehr. Ich bin fassungslos. Ich sehe keinen Grund für eine solche Tat. Er war ein brillanter Junge. Er hatte ein grosses Talent und ein wahnsinniges Potenzial. Er machte immer einen perfekten Eindruck.»

«Das ist eine Katastrophe für seine Familie», sagte der Waadtländer Regierungsrat Pascal Broulis nach der Todesnachricht. Violier sei eine «sehr geschätzte» Persönlichkeit gewesen. Der Name Violier stehe neben Girardet und Rochat für die Erfolgsgeschichte des «L'Hôtel de Ville» in Crissier, sagte er. «Benoît Violier hatte noch 20 Jahre vor sich, um Aussergewöhnliches zu vollbringen.»

Paul Bocuse schreibt auf Twitter: «Grosser Koch, grosser Mann, riesiges Talent.»

Auch Anne-Sophie Pic, Chefin im Beau-Rivage in Lausanne, bekundet auf Twitter ihre Trauer: «Schrecklich traurig über den brutalen Verlust von Benoît Violier. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und seiner Equipe. Mir fehlen die Worte», schreibt sie.

Auch Marc Veyrat teilt seine Trauer:

(any/lha/SDA)

Publiziert am 31.01.2016 | Aktualisiert am 10.02.2016
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26 Kommentare
  • Henri  Hess 01.02.2016
    Ich finde, Essen wird total überbewertet und wie eine Religion zelebriert. Oder es ist eine Ersatzhandlung für anderes fehlendes Wesentliches. Man kann nämlich mit sehr wenig auskommen. Ein bisschen Brot, Früchte, Gemüse. Das reicht schon und man bleibt schlank. Der arme Mann tut mir leid, er hat wohl die Leere erkannt, die hinter dem Luxusfood steckt. Schade hat er keine andere Lösung gesehen, die es sicher gegeben hätte.
  • Müller  Franz 01.02.2016
    Hatte das Glück sein können vor Ort zu geniessen. Er war ein Künstler seines Fachs! Das Erinnerungsfoto mit dir in deiner Küche wird mir immer eine wundervolle bezaubernde Erinnerung an deine Künste geben. Danke und Ruhe in Frieden.
  • Marc  Grouven 01.02.2016
    Wir Leben ja in einer "soooooooo Glücklichen" Schweiz, ....uns geht es allen "sooooooooo Gut" !!! Wundert mich jetzt das Gewaltig dass man alle Tage solche Schlagzeilen liest !!!!!
  • Rocky  Stall aus Wiesendangen
    01.02.2016
    Schade, Koch zu sein ist tatsächlich Berufung Viele schaffen es nicht, trotz toller und überdimensionalen Leistungen. In meiner Verwandtschaft hatten wir einen sehr guten Koch - das Familienleben ist immer @ Risk. Zum Bericht: Ist er nun ein Franzose und wohnhaft in der Schweiz oder tatsächlich eingebürgert. Weil.... wir machen aus erfolgreich in der Schweiz lebenden Bürgern schnell mal Schweizer. Downey Jr. ist ja nun offenbar auch Schweizer geworden :)
  • michel  koeb 01.02.2016
    Es könnte auch sein dass er wusste dass er ein Stern verlieren würde 2016.....und das ist für diese Art Mensch, eine Katastrophe.......
    • Hans  Brönnimann aus St-Prex
      01.02.2016
      "Diese Art Mensch" : Eine solche abschätzige Beleidigung ist nun wirklich geschmacklos. Auch Ihre Spekulation auf einen Sterneverlust entbehrt jeder Grundlage, da Benoît Violier in der bereits erschienenen Schweizerausgabe 2016 des Guide Michelin die 3 Sterne behalten hat.