Verbot in Fitness-Studio in Littau LU: Kein Asyl ab 18 Uhr! «Die haben tagsüber Zeit»

LUZERN - In Adi's Gold Gym gibt es Extrazeiten für Asylbewerber. Nach 18 Uhr müssen Flüchtlinge raus aus dem Studio. Diese Regel kommt nicht überall gut an. Der Studiobetreiber sieht aber keine Probleme.

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Der Schweiz-Kosovare Arvid S.* stählt seine Muskeln in Adi's Gold Gym in Littau LU. Doch er fühlt sich dort nicht mehr wohl. Denn seit Monaten hängt am Eingang ein Zettel. Auf dem prangt eine klare Ansage: «Trainingszeiten für Arbeitslose und Asylanten 10 bis 17 Uhr.» Alle anderen dürfen auch am Feierabend und frühmorgens ins Studio. Für Arvid S. ist das inakzeptabel. «Flüchtlinge und Leute ohne Job sind doch keine Menschen zweiter Klasse», sagt er. Für ihn steht fest: «Sobald mein Vertrag ausgelaufen ist, wechsle ich das Studio.»

Betreiber Schmid stellt klar: «Meine Hausregeln gelten»

BLICK hat vor Ort recherchiert und erfuhr, dass vor wenigen Tagen die Regeln gelockert wurden. Immerhin: Neu dürfen Asylbewerber bis 18 Uhr trainieren. Und Extrazeiten-Regelungen für Arbeitslose sind komplett gestrichen. Auf Nachfrage weist Gym-Besitzer Adi Schmid (53) alle Rassismus-Vorwürfe von sich: «Es gibt keine Ausländer, nur Menschen. Aber eines ist Fakt: Hier gelten meine Hausregeln.» Der Bodybuilder verteidigt die Extrazeiten: «Ich will am Abend kein überlaufenes Studio, und leider gab es auch Streit mit Asylanten.»

Polizei musste eingreifen

Zuletzt vor sechs Wochen. Damals sollen drei Asylbewerber im Studio herumgepöbelt haben. Betreiber Schmid dazu: «Sie trainierten ohne Abo heimlich in einer Ecke. Als wir reklamierten, wurden sie handgreiflich.» Der Trainer musste nach eigenen Angaben sogar die Polizei rufen. Andere hätten gegen Hygiene-vorschriften verstossen: «Es gibt Asylanten, die in Jeans trainieren.» Bei Regelbrüchen macht Schmid keine Unterschiede. Letztes Jahr schmiss der Gym-Besitzer auch einen Schweizer raus, der sich rassistisch äusserte.

Asyl-Abos zehn Franken billiger

Der Studio-Chef hat sich bei der Caritas erkundigt: «Asylanten haben tagsüber Zeit. Wenn einer eine Arbeitsbestätigung bringt, darf er am Feierabend kommen.» Für ihn ist klar: «Ich lebe von Ausländern. Habe Kunden aus Sri Lanka, Polen, dem Balkan.» Der Trainer ist kulant und macht Flüchtlingen sogar einen Spezialpreis. Wegen der Extrazeit kostet sein Asyl-Abo jährlich 240 statt 250 Franken.

Publiziert am 19.11.2016 | Aktualisiert am 19.11.2016
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55 Kommentare
  • Markus  Luedi , via Facebook 20.11.2016
    Jeder hat die Möglichkeit etwas aus seinem Leben zu machen. Aber die Schweizer sind Weltmeister im Jammern und Vorschriften machen. Bleibt cool und geniesst das Leben.
  • Monika  Jäggi 20.11.2016
    Fitness- Schwimmbad- und ÖV- ABO`s, Markenklamotten und Schuhe, Handy, Sprachkurse, Übersetzter, gratis Anwalt, E-Bike, gratis Unterkunft und Verpflegung, KK. Zahnarzt,Sackgeld für Zigaretten, Drogen und Alkohol, uvm. Von so manchem kann ein Schweizer nur träumen..und für manche Familie wird es zum Albtraum, wenn sie X Behörden durchlaufen müssen wegen finanzieller Notlage, da Ehemann ausgesteuert und 40+! Bin keine Rassistin..nur besorgt über unsere Zukunft und rausgeschmissenen Steuergelder!
  • Kaspar  Landolt 19.11.2016
    @Werner Bieinowitsch. Ich finde es unterste Schublade, immer der Frau Sommaruga die Schuld zu geben. Klavierlehrerin tönt auch so abschätzig. In Sachen Bildung ist sie vielen andern Parlamentarier (-innen) haushoch überlegen. Um ihr Amt haben sich ja niemand "beworben". Kritisieren ist eben leichter.
  • marc  klauser aus schmitten
    19.11.2016
    Während wir zur Arbeit gehn vergnügen sich Asylanten in Sporthallen und Kaffee trinken was das Herz begehrt. Wie wärs mit Trainingszeiten Anstand, Sprache, arbeiten und integrieren , wobei integrieren müssen wir uns wohl selber weil das Volk voll aus dem Ruder ist und noch immer träumt von einer gerechten Sache wie es die Politik verspricht. Eher einer Schlange vertrauen als den Politikern.
  • willi  weber 19.11.2016
    Als Fussballfan wird man schon lange "diskriminiert", aber als Schweizer interessierts halt niemanden. Sektorentrennung, Tasche durchwühlen, abtasten lassen, Schirm trotz Regens abgeben und dann durch den Schiff laufen müssen, Verkehrschaos vor dem Spiel damit der überflüssige Wasserwerfer in Luzern positioniert werden kann. Und das gilt für alle noch so harmlosen Besucher.