Comos Bürgermeister ist sauer «Die Schweiz schickt Flüchtlinge mitten in der Nacht zurück!»

COMO (I) - Im italienischen Grenzort Como wächst der Unmut über die Schweiz. Die Grenzwächter schicken auch am späten Abend Flüchtlinge zurück – wenn die Aufnahmelager der Italiener schon geschlossen sind.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Comos Bürgermeister ist sauer «Die Schweiz schickt Flüchtlinge mitten in...
2 Schüsse bei wilder Verfolgungsjagd Räuber mit Tessiner Auto hatten...
3 Rocco C. stieg in Abrisshaus, um das Feuerwerk zu sehen Tessiner...

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
50 Kommentare
Fehler
Melden

Nacht für Nacht marschieren sie los. Ausgerüstet mit Decken, Mänteln und heissem Tee. Freiwillige sammeln in Como (I) Flüchtlinge ein, die nach Mitternacht kein Dach über dem Kopf gefunden haben. Sie bringen die Gestrandeten zum Pfarrhaus von Pater Giusto Della Valle (55) oder versorgen sie vor Ort. 

Schuld soll die Tessiner Grenzwacht sein

Schuld an der Misere sei die Tessiner Grenzwacht, sagt Comos Bürgermeister Mario Lucini (58). Er poltert zu Espansione TV: «Die Schweizer halten sich nicht an das Abkommen. Sie schicken aufgegriffene Flüchtlinge mitten in der Nacht zurück, wenn unser Auffangzentrum bereits geschlossen hat.»

Das Containerdorf macht um 22.30 Uhr zu. «Nur für Minderjährige und Frauen mit Kindern öffnen wir schon mal bis Mitternacht», sagt Roberto Bernasconi (65) vom Roten Kreuz. Das Zentrum sei staatlich. Ein Minimum an festen Regeln müsse gelten. 

Durchgangslager nicht voll ausgelastet

Dabei ist Comos Durchgangslager nur zu einem Drittel ausgelastet. «Es gibt Flüchtlinge, die wollen gar nicht zu uns, weil sie glauben, hier registriert zu werden», sagt Bernasconi.

Viele der nächtlichen Besucher kämen gar nicht aus Chiasso TI, so Bernasconi. Ein Grossteil der Flüchtlinge stamme mittlerweile aus dem Süden. Der Helfer weiss: «Es hat sich in Como ein Schleppernetz gebildet, das nur abends ihre Leute anliefert.»  

Publiziert am 12.01.2017 | Aktualisiert am 17.01.2017
teilen
teilen
0 shares
50 Kommentare
Fehler
Melden

50 Kommentare
  • Dominik  Wermuth 13.01.2017
    Die Kritik von italienischer Seite kann man so nicht gelten lassen. In Chiasso stehen laut Aussagen von Schweizer Grenzwächtern Auffangunterkünfte bereit, auch für Leute, welche nachts an die Schweizer Grenze gelangen. Nur ist das Problem, dass diese Wirtschaftsflüchtlinge aus Afrika es bevorzugen, illegal durch die Schweiz zu reisen und meiden daher jeden Kontakt mit den Schweizer Behörden, um sich nicht registrieren zu müssen.
  • Erika  Ruf , via Facebook 12.01.2017
    Weshalb können wir unsere Grenzen nicht schliessen? Es ist unmöglich die halbe Welt in der kleinen Schweiz aufzunehmen. Täglich hat es mehr Asylanten in der Schweiz, darunter viele junge Afrikaner. Es reicht.
  • marc  klauser aus schmitten
    12.01.2017
    Haben die keine Stempeluhr in Italien. Nachtschicht einführen Sign. Lucini, wie überall auf dieser Welt. Oder etwa zur Winterzeit etwas müde wie die Autobahnen die 24Std einkassieren? Halt Privatkasse gell.
  • marc  klauser aus schmitten
    12.01.2017
    Wann wäre es denn dem Herrn Lucini recht, um welche Uhrzeit das Schiff navigiert in Italien?
  • Clélia  Morand aus Vernayaz
    12.01.2017
    Die Schweiz respektiert das Dublin Gesetzt.Die EU ist mit der Schweiz nicht sehr samt (Migration)darum sollen sie dieses Problem in Brüsseln regeln.Wir sind ein kleines Land und haben unsere Quote überschritten ,jetzt sollen die anderen EU Länder sich bewegen oder Zeichen nach Afrika schicken,dass das Boot voll ist .