Sozial-Irrsinn in Hagenbuch ZH: «Wir sind jeden Franken wert»

Der Chef der Solidhelp AG über Betreuung, Kosten und abgetragene Kleider.

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Es ist ein Trauerspiel. Und kein Ende ist in Sicht. Im Fokus steht eine siebenköpfige Flüchtlingsfamilie aus Eritrea. Sie raubt den Bewohnern von Hagenbuch ZH den letzten Nerv.

Weil die Integration scheiterte, muss sich nun eine Truppe von Sozialarbeitern um die Familie kümmern –  und Gemeindepräsidentin Therese Schläpfer (57, SVP) die Steuern erhöhen.

Wegen der horrenden Betreuungskosten. Vier der sieben Kinder sind im Heim, um den Rest der Familie kümmern sich Sozialarbeiter. Sie sind beauftragt von der KESB, der kantonalen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (BLICK berichtete).

«Schweigepflicht»

Deren Präsidentin Karin Fischer verweist auf ihre «Schweigepflicht». Stellung nimmt dafür Christoph Bänziger (57), Präsident der Firma Solidhelp AG, die sich im Auftrag der KESB um die Familie kümmert: «Ohne uns würde sie in den Abgrund fallen.»

Die Sozialarbeiter helfen die ganze Woche, sechs Stunden pro Tag. Sie unterstützen beim Einkaufen, Kochen, Putzen oder fahren auch mal mit den Kindern in den Zoo.

Das kostet. 135 Franken pro Stunde und Betreuer. Am Wochenende und abends 145 Franken. Mit den Auslagen fürs Heim ergibt das monatliche Kosten von 60 000 Franken für Hagenbuch.

«Unsere Arbeit ist jeden Franken wert», betont Bänziger. «Jeder Handwerker verlangt 150 Franken. Wir halten uns nur an den gesetzlichen Rahmen.» Doch er gibt zu: «Diese Rundumbetreuung ist ein Einzelfall.»

Es braucht Profis

Seine Firma betreut 60 Familien. In der Regel drei bis fünf Stunden pro Woche. «Wenn es hoch kommt, auch mal acht.» Könnten der Familie aus Eritrea nicht Ehrenamtliche helfen? «Nein, da braucht es Profis», sagt Bänziger. «Nichts gegen Nachbarschaftshilfe, aber in diesem Fall reicht ein gutes Bauchgefühl nicht. Ein Betreuer muss reflektieren können.»

Das kann aber auch dazu führen, dass der Familie ein Kinderwagen oder abgetragene Kleider aus dem Brockenhaus nicht gut genug sind. Bänziger: «Auch Flüchtlinge haben ein Anrecht auf Selbstbestimmung.»

Auftrag vom Kanton

Er betont, dass seine Firma lediglich den Auftrag ausführt, den er vom Kanton bekommen hat. Auslöser war gemäss BLICK-Recherchen eine konkrete Gefährdungsmeldung aus der Bevölkerung, die bei der KESB einging.

Aufgrund dieser Beschwerde entzog der Kanton Zürich der Gemeinde Hagenbuch die Obhut über die Familie. Fortan durfte die Gemeinde nur noch zahlen. Fragen stellen oder sich wehren ist ein Tabu – so will es das Gesetz.

Publiziert am 16.09.2014 | Aktualisiert am 16.09.2014
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Das macht die KESB

Bern – Auf Beschluss des Bundes haben die Kantone ihr Vormundschaftsgesetz revidiert. Seit 1. Januar 2013 ersetzen die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) die Vormundschaftsbehörden. Die 150 neuen regionalen Ämter sollten professioneller arbeiten. Sie kümmern sich um den Schutz hilfsbedürftiger Menschen jeden Alters. Anderthalb Jahre nach der Gründung steht die Behörde in der Kritik. Es werden mehr Fälle als früher eröffnet, Abklärungen und Massnahmen haben sich verteuert. Die Kosten müssen die Gemeinden tragen.

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328 Kommentare
  • Lucie  Dettwiler aus Liestal
    16.09.2014
    Wann werden endlich Unterschriften gegen diesen Wahnsinn gesammelt? Es kann nicht mehr so weitergehen.
  • Wilhelm  Hess 16.09.2014
    Mit Fr. 150.00 pro Stunde als Selbständiger Handwerker wäre mancher wirklich sehr glücklich. In der teuersten Stadt der Schweiz Zürich sind Verbandspreise von Fr. 120.00 für Handwerker vorgeschrieben,doch der Endpreis ist meistens zwischen Fr. 75.00 -
    Fr. 90.00 normal.
  • Rüdiger  Rüdisüli aus Rüderswil
    16.09.2014
    Für das Einkaufen, Kochen, Putzen und in den Zoo fahren braucht es Profis? Wusste ich gar nicht, dass man eine Ausbildung als Hausfrau/Hausmann machen kann.
  • silvia  hofmann aus luzern
    16.09.2014
    ein Wahnsinn, der es nur in der Schweiz geben kann ! wer schiebt da endlich den Riegel ????
  • Claude  Monnier aus Puidoux
    16.09.2014
    Diese Famillie kostet, pro Jahr, so viel wie ein Rote Kreuz Zeltlager für 1000 Flüchtlinge im Kriegsgebiet…