Schweizer Sikhs trauern um Schwager Jonas L. († 31) «Er war der friedlichste Mensch der Welt»

Jonas L. († 31), eines der vier Opfer des Killers von Würenlingen, war Sikh. Deswegen trug er immer einen Turban und einen langen Bart. Nun trauert die Sikh-Gemeinschaft um ihren Glaubensbruder.

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Das Blutbad von Würenlingen AG schockt die Schweiz. Killer Semun A.* († 36) erschoss am Samstagabend kaltblütig vier Menschen (BLICK berichtete).

Sein Schwager, Jonas L.* († 31), war eines der Opfer. Er lebte mit seinen Eltern in einem schmucken Reiheneinfamilienhaus. Im beschaulichen Wohnquartier fiel er auf: Jonas L. war Sikh, trug stets einen Turban und einen langen Bart. Diese monotheistische Religion wurde im 15. Jahrhundert in Nordindien begründet.

Der grausame Tod ihres Glaubensbruders trifft die sanfte und tolerante Sikh-Gemeinschaft hart. «Wir sind geschockt und unendlich traurig», sagt das Oberhaupt der Sikhs in der Schweiz, Karnail Singh (62), zu BLICK. «Er war der friedlichste Mensch der Welt, sehr nett und lieb, ein unglaublich herzlicher Mensch.»

Alle Sikh-Mitglieder in der Schweiz kannten den Toten. «Ich habe seit Sonntag über 100 Telefonate erhalten. Alle wollen wissen, ob er wirklich eines der Opfer von Würenlingen ist», sagt Singh. Jonas L. sei ein ruhiger Mensch gewesen. «Er betete viel, kannte unser Heiliges Buch gut. Er beherrschte unsere Sprache Punjabi sehr gut.»

Der Aargauer gehörte seit über zehn Jahren zur Sikh-Gemeinschaft und arbeitete temporär als Maler. Den Lohn sparte er, um nach England und Indien reisen zu können. Dort besuchte er seine Sikh-Brüder.

Jonas L. ging regelmässig in den Tempel in Däniken SO. Der Neubau wurde Mitte April eingeweiht. «Jonas strich unseren neuen Tempel – gratis», sagt Karnail Singh. Mit dem Nachwuchs der Gemeinschaft habe er mit Bambusstecken und Schwertern Rituale nachgestellt. «Alle Kinder kannten ihn. Sie liebten ihn sehr. Auch sie sind unendlich traurig.» Die Sikhs in der Schweiz wünschten sich ihn als Vorstandsmitglied. «Wir wollten ihn am letzten Sonntag in den Vorstand aufnehmen. Doch er sagte, er habe nicht so viel Zeit.»

Am 24. Mai veranstaltet die Sikh-Gemeinschaft eine Gedenkfeier in Däniken. «Er lebte für unsere Gemeinde», sagt Karnail Singh traurig.

Jonas L. ist das jüngste Opfer der Bluttat von Würenlingen. Semun A.* erschoss auch die Eltern von Jonas L.: Elisabeth († 59) und Karl L.* († 57). Der türkischstämmige Schweizer aus Reichenburg SZ richtete seine Schwiegereltern und seinen Schwager regelrecht hin. Nachbar Thierry K. († 45) wurde wohl eher zufällig Opfer. Auf dem Weg zu seinem Auto erschoss Semun A. auch ihn kaltblütig, danach tötete er sich  selbst.

* Namen bekannt

Publiziert am 13.05.2015 | Aktualisiert am 13.05.2015
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7 Kommentare
  • Salomon  Rittergold aus Lausanne
    13.05.2015
    Die Sikhs haben eine Reinkernation. Das irdische Leben ist nur eine Zwischenstation. Ich wünsch ihm auf seiner Reise alles Gute.
  • Diego  KH , via Facebook 13.05.2015
    Ich finde es Lachhaft wie alle versuchen eine Erklärung zu suchen. Der typ ist durchgedreht. Die Schweiz muss mal über die Bücher in Sachen Suizid und solchen Familiendramas. Ich habe 10 Jahre in Spanien gelebt, glaubt mir die Menschen haben 100 mal weniger aber Lachen 1000mal mehr.
    • Angel  Gil 13.05.2015
      Ob die 59 Frauen die letztes Jahr in Spanien von ihren Partnern umgebracht wurden auch 1000 mal mehr lachen?

      Lassen sie bitte diese lächerliche Vergleiche.
  • süleyman  kovanci 13.05.2015
    Vor durchgedrehten ist auch der friedlichste mensch nicht sicher.
  • Jose  Huertas , via Facebook 13.05.2015
    Das stimmt nicht ganz. Die Sikhs ist eine sehr streng Glaubige Religion, die verschiedene Morde an Regierungsoberhaupter begangen haben. Siehe unter anderem Indira Ganhi. Aber abgesehen, es ist verrückt dass so einer eine solche Tat begehen kann. Die Argumente die die sogenannten Sachverständigen jetzt bringen STINKEN.
    • Frowin  Würmli aus Nicht-Ecopop-Schweiz
      13.05.2015
      Viel weiter als bis zum Foto und dem Überschrift lesen Sie die Artikel offenbar nicht... Aber damit sind Sie in bester Gesellschaft.
    • Luca   1908 13.05.2015
      Jonas L. der Sikh hat die Tat ja nicht begangen, sondern war eines der Opfer des Killers. Bitte zuerst richtig lesen und dann schreiben.