Rupperswil-Killer Thomas N. ist nicht mehr im Sicherheitstrakt Ende der Total-Überwachung

LENZBURG AG - Thomas N. ist jetzt gewöhnlicher U-Häftling: Er darf am Kiosk einkaufen und in seiner Zelle fernsehen. Die Videoüberwachung wurde ausgesetzt.

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Thomas N.* (33) hat im Zentralgefängnis von Lenzburg AG eine neue Zelle bezogen. Recherchen von SonntagsBlick zeigen: Der mutmassliche Mörder von Rupperswil AG sitzt nicht länger im Sicherheitstrakt, sondern in der allgemeinen Abteilung für Untersuchungshäftlinge.

Deren Insassen haben Zugang zum Anstaltskiosk und zur Bibliothek. Fiona Strebel (47) von der Aar­gauer Staatsanwaltschaft: «Auch TV-Geräte in den Zellen sind vorgesehen.» Wenn die Staatsanwaltschaft dies verhindern wolle, brauche es sachliche Gründe.

«Im vorliegenden Fall sind jedoch keine Gründe mehr da, um von den all­gemein für die U-Haft geltenden Bedingungen abzuweichen.» N. darf pro Tag eine Stunde im Hof spazieren. Wie bei allen Unter­suchungshäftlingen werden seine Besuche und seine Post von der Staatsanwaltschaft kontrolliert.

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In Untersuchungshaft: Der Beschuldigte sitzt im Zentralgefängnis von Lenzburg AG. PHILIPPE ROSSIER
Amtschef bestätigt Verlegung

Für U-Häftlinge besteht keine Arbeitspflicht. Sofern es genügend zu tun gibt, dürfen sie sich jedoch auf Wunsch betätigen. Im Angebot sind Körbeflechten, Buchbinden oder Wäsche waschen. Ob auch N. arbeitet, ist nicht bekannt.

Im Sicherheitstrakt, in dem er bisher untergebracht war, herrscht ein anderes Regime. Die Zellen sind spartanisch eingerichtet. Häftlinge werden von anderen Gefangenen isoliert. Die Aufseher sind in Selbstverteidigung geschult.

Bei den Insassen «handelt sich um schwerstkriminelle, gefährliche Menschen mit schwerwiegenden Delikten und einem hohen Fluchtrisiko», wie es auf der Homepage der Anstalt heisst. «Diese Männer stellen nicht nur für die Öffentlichkeit, sondern auch für das Vollzugspersonal sowie für die Mitgefangenen ein beträchtliches Gefahrenpotenzial dar.» Für N. gilt das offenbar nicht.

Pascal Payllier (50), Chef des Aargauer Amts für Justizvollzug, bestätigt die Verlegung von N. «In die Sicherheitsabteilung kommen Untersuchungsgefangene, wenn eine engmaschige Überwachung notwendig ist, etwa bei einer möglichen Fremdgefährdung oder bei Unklarheit über eine mögliche Selbstgefährdung.»

Schluss mit Videoüberwachung

Weil befürchtet wurde, dass sich N. das Leben nehmen könnte, wurde er bisher rund um die Uhr in der Zelle überwacht. Laut Tele M1 kostete dies den Kanton rund 50000 Franken im Monat. Auch damit ist nun Schluss.

«Der Beschuldigte wurde in eine Zelle ohne Videoüberwachung verlegt», sagt Hans Peter Fricker (59), Generalsekretär des Departements Volkswirtschaft und Inneres. «Massgebend dafür waren die ärztliche Beurteilung und der Stand des Strafverfahrens.»

* Name der Redaktion bekannt 

Publiziert am 30.10.2016 | Aktualisiert am 08.12.2016
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37 Kommentare
  • R.  M. aus Schweiz
    30.10.2016
    Es ist ganz normal,dass ein der artiger Straftaeter in den normalen Strafvollzug kommt,das kann man wenden und drehen wie man will.
    Die 50000.- fuer die Videoueberwachung sind happig,hat man das an eine Firma extern uebergeben?
  • René  Merten aus St.Gallen
    30.10.2016
    In den Gefängnissen wird dank den Sozis eine pflegliche Behandlung der Schwerstkriminellen verordnet. Nebst TV, Radio, Internet und auch Menuewahl geniesst man Unterhaltung und kann am Kiosk sich zusätzlich mit Spezialitäten verköstigen. Wasser und Brot und zwingend Arbeitsleistung wären hier gefragt statt angenehme Rundumversorgung mit Psychiater-Kuschelstunden !
    • Peter  Antenen aus Witzenhausen
      30.10.2016
      Es ist schlichtweg Unsinn, was Sie hier schreiben. In keinem CH Gefängnis gibt es Internet Zugang. (höchstens beschränkt und kontrolliert. Zudem freie Menüwahl gibt es auch nicht. Was es gibt ist allenfalls Wahl zwischen vegetarischem Menü und Fleisch. Es täte jedem selbsternannten Rächer des Volkes mal gut, sich mit Strafvollzug auseinander zu setzen.
    • Rolf  Hengartner aus Goldach
      31.10.2016
      @ Peter Antenen. Stell mir gerade vor was überwachter Internetzugang zusätzlich kostet. Ich war zufällug mal an einer Führung in einem Gefängnis. Von einer Strafe kann da keine Rede sein. Sonst gäbe es für diese Hotels keine Wartelisten und es müssten keine neue gebsut werden.
  • Detlef  Gröllheimer aus Dättwil
    30.10.2016
    Ich wäre nicht überrascht wenn er noch
    einen Computer mit Internetanschluss
    bekommen würde !
    • Mark  Reist 30.10.2016
      Die Gefangenen geniessen ja mehr oder weniger ein Rundum-Sorglos-Paket aber Internet bleibt ihnen grundsätzlich versagt. Immerhin..
  • Richard  Meier aus Bern
    30.10.2016
    Zitat: Aar­g. Staatsanw.: «Auch TV-Geräte in den Zellen sind vorgesehen.» Ja, selbstverständlich in HD und Auswahl von 100 Sendern! Resozialisierung und Vorbereitung auf ein Leben nach dem Kanst bei Normalhäftlingen in Ehren, aber bei Schwerstkriminellen wie N. ohne Aussicht auf eine Haftentlassung in den nächsten Jahrzehnten sollte Strafe wieder Strafe sein. Ich sage nicht "Wasser und Brot" aber Fernsehen und andere Annehmlichkeiten gehören da wirklich nicht dazu.
    • Marco  Hanhart aus Frauenfeld
      30.10.2016
      Es sind die üblichen Standartsender Herr Meier, die sich je nach Region etwas unterscheiden können und ja klar sind die meisten Sender in HD, die Analogzeiten sind nunmal vorbei.
      Übrigens gab es Früher auch Bücher in die Zelle, es hat sich einfach die Art des Mediums geändert. Willkommen im Digitalen-Zeitalter.
    • Susanne  Reich 30.10.2016
      Man könnte auch heute noch - statt des Fernsehens - Bücher in die Zellen stellen resp. eine Bibliothek eröffnen, wenn es sie nicht schon gibt. Es geht auch ohne oder nur mit Gemeinschafts-Fernsehen. Dadurch kontrolliert man auch, was die Gefangenen sehen. Alle diese Möglichkeiten vermitteln doch nur den einen Eindruck: alles ist gratis, ich muss nichts dafür tun. Für die Sozialarbeiter bin ich wichtig, denn jeder kümmert sich um mein Wohlergehen. Würde ich auch, wenn ich so viel verdienen könnte
  • Hans  Scheidegger 30.10.2016
    Dieses barbarische Ungeheuer soll jetzt verurteilt werden und für immer in der Versenkung verschwinden. Es ist dann wirklich an der Zeit, den Mantel des Schweigens endgültig und dauernd über ihn zu verhängen.