Rechtsrock in Unterwasser SG Dieser Thai-Koch organisierte das Nazi-Konzert

UNTERWASSER SG - Er machte die wohl grösste Neonazi-Veranstaltung in der Schweizer Geschichte möglich: Der Rechtsradikale Matthias Melchner (29). Er ist Deutscher, lebt aber seit längerem in der Region.

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Melchner wohnt in Rüti ZH, ist Koch und laut «Suedostschweiz» Mitbetreiber des einschlägig bekannten Tattoostudios Barbarossa in Jona SG.

Der Mann mit Millimeterschnitt und Ziegenbart mietete laut dem Gemeindepräsidenten Rolf Züllig die Halle in Unterwasser SG im Toggenburg. Den Ort, an dem bis zu 6000 Neonazis «abhitlerten», wie sie es auf Facebook nennen. Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus hat Anzeige gegen Veranstalter und Bands eingereicht.

Melchner ist in der Region kein Unbekannter. Er arbeitete als Koch in verschiedenen Betrieben. Ehemalige Kollegen beschreiben ihn als zurückhaltenden Mann mit zwei Gesichtern: «Bei uns hat er thailändisch gekocht – ohne Murren.»

Zwar habe Melchner rechte Sprüche fallen lassen oder von seiner Sammlung verbotener Bücher aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs erzählt. Aber der Neo­nazi arbeitete problemlos mit ausländischen Arbeitskollegen zusammen. Die Kündigung kam trotzdem, «auch wegen seiner Gesinnung», wie es heisst.

«Früher mussten wir uns noch in Waldhütten verkriechen»

An seinem früheren Arbeitsort hat man seit Monaten nichts mehr von Matthias Melchner gehört. «Bis die Polizei kam», sagt ein Angestellter, «und sich erkundigte, ob er vielleicht über uns eine Halle gemietet habe. Jetzt verstehen wir, warum.» Welche Funktion Matthias Melchner im Nazi-Netzwerk hat, bleibt unklar. Gegenüber BLICK wollte Melchner keine Stellung nehmen.

Im Internet sind die Neonazis offener. «Früher mussten wir uns noch in Waldhütten verkriechen», schreibt einer. Und: «Was muss es für ein erhabenes Gefühl gewesen sein, wenn 5000 Kameraden den Liedtext von ‹Sieg› mit dem strammen Recken des Arms zu Ende führen.» Anrufer auf der Info-Hotline der Neonazis begrüsst eine Computerstimme mit «Heil Kameraden».

Die Rechtsradikalen wittern Morgenluft. Laut einem Flyer, der in der Szene kursiert, findet am Samstag in Rapperswil SG das nächste Treffen statt.

Publiziert am 19.10.2016 | Aktualisiert am 14.11.2016
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47 Kommentare
  • Roger  Hausherr 19.10.2016
    Mich erstaunen die vielen verharmlosenden Kommentare über Rechtsextremismus. Offenbar stehen diese den SVP-Wählern näher wie die Linken. Jeglicher Extremismus ist zu verurteilen, ob Religiös, Links, Rechts oder was auch immer. Denn es werden immer Grenzen und Gesetze überschritten, wenn Menschen oder Sachen zu Schaden kommen. Auch wenn dies im aktuellen Fall nicht passierte, sind diese Leute alles andere als harmlos. Augen auf und nachdenken mit Verharmlosung. Genau dies ist das Gefährliche.
    • Hans  Hugentobler 19.10.2016
      Jeder der hier etwas verharmlost nimmt z.B. auch den NSU und deren Taten in Schutz.
  • Jane  Sumerset , via Facebook 19.10.2016
    Was soll das mit "Thai" zu tun haben? Also bitte, dieses Wort hat nichts mit dem Artikel zu tun und ist einfach nur amateurhaft. Auch das Video zum Schluss hat nichts mit dem Artikel zu tun. Reinster Clickbait.
    • Reto  Schaufelberger aus Matzingen
      20.10.2016
      Genau das frage ich mich auch! Eine dumme unüberlegte Diffamierung des Autors Michael Sahli. Weiss nicht was er sich dabei gedacht hat, wohl nichts!
  • Mensch  Meier aus Bern
    19.10.2016
    Das ganze rechts /links / nazi..nicht nazi oder weis ich was geht mir schon ziemlich auf die Nerven ! Der Vermieter der Halle hat ja auch seinen verdienst daran usw.Und übrigens was kam alles zu schaden . Habe jedenfalls nichts gelesen. Auf der einen Seite soll man Veranstaltungen organisieren damit nicht alle randalieren und auf der anderen Seite will man Anlässe und Menschen an den Pranger stellen. Soll doch jeder seine Meinung haben und dabei Spass haben solange niemand darunter gefährdet ist
  • Franz  Hermann aus Malters
    19.10.2016
    Ein Kompliment an die Veranstalter. Bei so vielen Besucher gab es nicht mal einen Polizeieinsatz....dies schafft nicht mal einen Fußball-Match....
    • Hans  Hugentobler 19.10.2016
      Äpfel sollte man nicht mit Birnen vergleichen. Wenn die Polizei mit gleicher Präsenz und Provokation vor Ort gewesen wäre wie bei einem Fussballmatch wäre es auch nicht so friedlich verlaufen.
    • Kuder  Wälsch aus Hintertupfig
      19.10.2016
      Schon noch interessant dass bei dieser Art Veranstaltung nie jemand etwas im Voraus geahnt haben will. Weder Polizei, noch Vermieter, noch Bewilligungsbehörden... Und von diesem Koch hat natürlich auch nie jemand etwas vorher gehört. Aber ja, ist ja nichts kaputt gegangen, nd das nächste derartige Fest ist auch schon geplant. Also einfach mal den Ball flach halten liebe Entrüstete!
  • Frédéric-Marc  Fluehmann aus Dübendorf
    19.10.2016
    Radikalismus nein! Egal von woher. Aber, es fällt allmählich auf, wie die Medien gezielt und systematisch gegen Rechts hetzen, dabei andere radikale Gruppen verschont. Ich habe es noch nicht erlebt, dass eine rechtsradikale Gruppe Sprengstoffattentate verübt hat oder mit Lastwagen Menschen überfahren hat, noch Menschen geköpft hat! Soviel zum Thema "radikal".