Pressekonferenz zum ungelösten Vierfach-Mord von Rupperswil AG Gibt es heute endlich Antworten, Frau Staatsanwältin?

Heute um 14 Uhr findet in Schafisheim AG eine Pressekonferenz zum ungelösten Vierfach-Mord von Rupperswil AG statt. Dort nimmt zum ersten Mal die Staatsanwältin Stellung, die das Verfahren leitet und die Killer irgendwann zur Anklage bringen muss. Doch wie nahe sind Barbara Loppacher (41) und ihre Ermittlungs-Teams den Tätern tatsächlich auf der Spur?

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Was beim Vierfach-Mord von Rupperswil AG bisher unbekannt war: Eine Frau leitet die Ermittlungen und muss die Täter irgendwann zur Anklage bringen. Der Name der leitenden Staatsanwältin: Barbara Loppacher (41).

BLICK weiss: Loppacher war schon am 21. Dezember 2015 am Tatort. Kurz nachdem Carla Schauer († 48), ihre Söhne Davin († 13) und Dion († 19) sowie dessen Freundin Simona F.* († 21) tot im Haus gefunden wurden.

Die Staatsanwältin arbeitete seither im Hintergrund, gab auch auf Anfragen keine Interviews. Öffentlich redeten bis dato nur der leitende Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht und der zuständige Justizdirektor Urs Hofmann.

Bis heute um 14 Uhr. Dann muss Loppacher an der gestern einberufenen Pressekonferenz reden. Ob es dort von der Staatsanwältin Antworten gibt? Fragen gibt es genug:

- Sind die Mörder gefasst?

- Wenn nicht: Weiss man, falls DNA-Spuren gefunden wurden, wer sie sind, und wird nach ihnen nun mit Fotos gefahndet?

- Wenn nein: Gibt es Überwachungs-, Dashcam- oder Phantombilder der Täter?

- Werden Fotos von Tatwaffe, Fesselwerkzeug, Benzinkanister oder Fussabdrücken präsentiert – falls überhaupt vorhanden?

- Und was ist mit dem hellen Kleinwagen, der im Spitzbirrli-Quartier gesehen wurde?

- Wohin führen die Spuren des Geldes, das Carla Schauer bei zwei Banken abhob?

- Oder noch schlimmer: Gibt es überhaupt keine Spuren?

- Helfen nur noch eine Belohnung oder die Sendung «Aktenzeichen XY ... ungelöst»?

Die Täter dürften heute nicht präsentiert werden. Es wurde offenbar noch niemand verhaftet. Vorgestern waren erneut Ermittler am Tatort. Und die Aargauer Behörden würden nach einer Pressekonferenz-Einladung nicht einen Tag warten, einen entscheidenden Erfolg zu verkünden. Es sei denn, man will vor der Pressekonferenz beobachten, wie sich mögliche Verdächtige verhalten.

Es kam schon vor, dass sich ein Mörder vor einer Medienorientierung stellte. So 2009, als die Aargauer Behörden über die Leiche von Lucie (†16) informierten. Fast zeitgleich stellte sich ihr Mörder Daniel H.* (25) in Zürich.

Dass auch eine hohe Belohnung zum Ziel führen kann, zeigte im Jahr 2000 der Dreifach-Mord von Wohlen AG: 50 000 Franken wurden ausgesetzt, und es kam der entscheidende Hinweis. Ein Dominikaner (damals 26) konnte als Killer gefasst werden.

Barbara Loppacher erhält heute Unterstützung vom Kripochef Markus Gisin und dem leitenden Oberstaatsanwalt. Dass der Polizeikommandant Michael Leupold und der Justizdirektor an der Pressekonferenz fehlen, macht die Hoffnung auf eine Erfolgsmeldung nicht gerade grösser.

* Namen der Redaktion bekannt

Publiziert am 18.02.2016 | Aktualisiert am 18.02.2016
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Acht Wochen nach Vierfach-Mord in Rupperswil Was suchen Ermittler noch im Haus?

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18 Kommentare
  • Anton  Ehrlich 18.02.2016
    Dieses verschweigen, dieses wegducken, dieses verweigern die Öffentlichkeit mit größt möglicher Offenheit in die Fahndung einzubinden, dieses still vor sich hin wurschteln ist eine Schande für gute Polizeiarbeit...aufwachen und alles was bekannt ist für eine effektive Jagd endlich einsetzen. Dieser brutale und feige Massenmord muß aufgeklärt werden sonst müsssen die Verantwortlichen der Pleite mit Schimpf und Schande davon gejagt werden,die Opfer haben es verdient das Fachleute die Täter jagen.
    • Thomas  Maeder 18.02.2016
      Man muss damit rechnen, dass die Täter oder mögliche Zeugen auch Zeitung lesen. Wenn die Behörden zu offen informieren, können sich die Täter darauf vorbereiten. Ausserdem ist es ein bekanntes Phänomen, dass Zeugen durch Medienberichte voreingenommen sein können. Wenn die Zeitungen bei einem Flugzeugabsturz z.B. von einer Explosion berichten, glauben plötzlich viele Zeugen, eine Explosion gehört zu haben, selbst wenn sich später anhand der Untersuchungen herausstellt, dass es keine gegeben hat.
    • Liehard  Hermann 18.02.2016
      Ja, was erwarten Sie denn? Dass jedes Vorgehen in den Medien breitgetreten wird, damit sich Leute wie Sie daran ergötzen können?
    •   Reto Markwalder aus Schwyz
      18.02.2016
      Im Gegensatz zu Ihnen, Herr Ehrlich, sind das Fachleute, welche die Ermittlungsarbeit machen.
      Welche effektive Jagd? Sollen alle Fahndungsakten öffentlich gemacht werden, damit auch die Täter einen soliden Vorsprung erhalten?
      Wie gesagt, lassen Sie die Fachleute ihre Arbeit machen und machen Sie ihre Arbeit gut, Herr Ehrlich.
    • Ernst  Rietmann aus Weinfelden
      18.02.2016
      Herr Ehrlich, was meinen Sie, was die Polizei schon seit Beginn versucht? Diese Morde aufzuklären..... Vermutlich können Sie es besser, also melden Sie sich doch bitte bei der Staatsanwältin oder wo auch immer. Leider gibt es aber auch Verbrecher, die nicht dumm sind und wenig oder keine brauchbaren Spuren hinterlassen. Da braucht es bei der Polizeiarbeit Geduld. Mit Pleite hat das wenig bis gar nichts zu tun. In solchen Fällen kann und darf nicht offen informiert werden.
    • Paolo  Martinoni 18.02.2016
      Massenmord? Wovon reden Sie, Herr Ehrlich?
    • Hugo  Ehrismann 18.02.2016
      Am besten wir lassen die Staatsanwaltschaft und die Polizei ihre Arbeit machen . Die wissen schon was sie zu tun haben . Kommentare von Hobby Ermittlern sind hier fehl am Platz . Auch ich hoffe das diese Tat aufgeklärt wird aber anscheinend ist es doch nicht so einfach wie viele denken .
  • Steinle  Jeannette 18.02.2016
    Anscheinend wissen die Kommischreiber hier mehr als die Ermittler. Man merkt sofort, wer gerne Krimis schaut...
  • Lucio Silva  Safnanno aus San Vito Lo Capo
    18.02.2016
    Die Frau Loppacher wird jetzt, unter dem öffentlichen Druck, vorgeschoben. Immer Der in der Mitte muss hinhalten, nicht der Unterste und schon gar nicht der Oberste, der weiss sich zu drücken.
  • Albert  Knoll 18.02.2016
    Was ist daran so sensationell, dass eine Frau die Ermittlungen leitet ?
  • Martin  Schönenberger aus Schaffhausen
    18.02.2016
    sicher sind die opfer wieder die täter.
    gewisse leute können sich alles leisten, nur nicht das arbeitende volk, denn sonst hätten die gut studierten kein gehalt mehr.
    • Michael  Thommen 18.02.2016
      Bitte entschuldigen Sie, werter Herr Schönenberger, aber Ihre Kommentare werden von Tag zu Tag dämlicher. Wenn Sie einen Hass gegen studierte Menschen haben, dann ist das Ihr gutes Recht, aber bitte verschonen Sie uns mit Ihren niveaulosen Verallgemeinerungen!