6000 Glatzen aus ganz Europa Neonazis feiern Rechtsrockparty im Toggenburg

UNTERWASSER SG - Über 6000 Leute feierten gestern am «Rocktoberfest» im Toggenburg. Linke Aktivisten sprechen von einer grossen Neonazi-Party. Und tatsächlich: Auf der Bühne standen eindeutig rechtsextreme Bands.

Unterwasser SG: 5000 Neonazi-Besucher feiern Mega-Party im Toggenburg play

Als Treffpunkt sollen sich die Neonazis das kleine Dorf Unterwasser im Toggenburg ausgesucht haben.

Screenshot Google Maps

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Frau (19) von hinten angegriffen In der Bahnhofs-Unterführung zu Boden...
2 Minus 20 Grad in OBRRRiet Das Rheintal ist das neue Sibirien der Schweiz
3 Bahnhof St. Gallen Grosseinsatz wegen Mann auf Kran endet glimpflich

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
19 Kommentare
Fehler
Melden

Als Party-Location diente das kleine Dorf Unterwasser SG im Toggenburg. Mehrere Tausend Menschen feierten dort vergangene Nacht feucht-fröhlich am sogenannten «Rocktoberfest».

Die Gäste waren allerdings keine gewöhnlichen Rockfans. Wie linke Aktivisten der «Antifa Bern» auf Twitter schreiben, sollen sich bei dem Anlass Neonazis aus ganz Europa getroffen haben. Laut Fabian Eberhard, Journalist der «SonntagsZeitung» und Kenner der Schweizer Neonazi-Szene dürfte es sich dabei um den «grössten rechten Event» gehandelt haben, «der in der Schweiz je stattgefunden hat».

Polizei will von Nazis nichts gewusst haben

Gegenüber «FM1 Today» bestätigt die St. Galler Kantonspolizei, dass in Unterwasser eine grössere Feier stattgefunden hat. «Es gab einen von den Behörden bewilligten Anlass in der Tennis- und Eventhalle Unterwasser», sagt Mediensprecher Markus Rutz. Gegen 5000 Besucher seien dort gewesen.

Ob es sich dabei tatsächlich um Rechtsradikale aus ganz Europa gehandelt hat, will Rutz nicht bestätigen: «Das Fest fand unter dem Namen ‹Rocktoberfest› statt und lief laut unserem Einsatzleiter sehr gesittet ab.» Um 2 Uhr sei die Party bereits wieder vorbei gewesen. Im Lokal waren die Einsatzkräfte aber nicht. «Bei einem privaten Anlass ist der Veranstalter dafür verantwortlich, was im Konzertlokal passiert.»

Konzerte waren in Süddeutschland geplant

Laut der «Antifa Bern» war die Mega-Party der Neonazis eigentlich in Süddeutschland geplant gewesen, wurde dann aber ins Toggenburg verlegt. Organisatorin sei die internationale Neonazi-Gruppierung «Blood & Honour» gewesen. Diese habe bereits vor drei Jahren in Ebnat-Kappel SG ein grosses Konzert dieser Art veranstaltet.

Wie aus einer Internet-Anzeige zum Konzert zu entnehmen ist, sollten bei dem Anlass in Süddeutschland einschlägig bekannte Bands wie «Stahlgewitter» oder «Amok» auftreten. Auch die Berliner «Spreegeschwader», bei der es sich laut dem deutschen Verfassungsgericht einst um eine der «wichtigsten Bands der rechtsextremen Musikszene aus Berlin» handelte, war im Toggenburg, wie aus einem Facebook-Post der Gruppe hervorgeht. (cat/lha)

Publiziert am 16.10.2016 | Aktualisiert am 25.10.2016
teilen
teilen
0 shares
19 Kommentare
Fehler
Melden

19 Kommentare
  • Marion  Jost aus Schönenwerd
    17.10.2016
    Wow, die Toleranz gegenüber Neonazis ist hier ja erschreckend!!! Wärt ihr alle auch so tolerant wenn diese Leute vor Eurer Türe gefeiert hätten? Wenn Ihr die Texte dieser Bands Wort für Wort hättet mithören müssen? Hat hier niemand aus der Geschichte gelernt? Hitlers Anlässe fanden zu beginn auch ruhig und eher im Verborgenen statt, sie wurden grösser und grösser, bis es zum Holocaust und Weltkrieg kam!! Ist es immer noch so toll dieses Konzert?
  • Leandro  Locatelli 17.10.2016
    Über Gesinnung mag man ja streiten. Und das sich ein paar Andersartige, ob man es mag oder nicht, mal irgendwo treffen und johlen - na ja, auch das wäre ja noch im Rahmen des Erträglichen. Viel erschreckender finde ich jedoch die hohe Anzahl an Kommentaren, welche sich in diesem Forum schon fast mit diesen "Verwirrten" verbrüdern. Gebt acht, liebe Schweizer..!
  • Paul  Meier aus Bergdietikon
    17.10.2016
    Jeden Tag feiern Linksexteme in der Berner Reithalle. Wheres the difference?? Warum ist eines schlecht und das andere gut?? Etwas Konsequenz wäre gut??
    • Bert  Steinegger aus Zürich
      17.10.2016
      Oder ist vielleicht auch beides schlecht? Oder rechtfertigt sich etwa Judenhass, weil es ja noch andere Menschen gibt, welche andere Arten von Hass säen? Das scheint mir eine sehr krude Sicht der Dinge, ganz nach dem Motto "Ich nicht, du auch!".
  • Joe  Black 17.10.2016
    Es ist ja wohl klar, dass man um eine Szene zu beobachten, nicht immer alle Treffen und Meetings verbieten kann.
    Ich denke auf Bundesebene und sicherlich in Zusammenarbeit mit ausländischen Behörden, wurde der Anlass schon beobachtet um die Strukturen und Vernetzungen der diversen Gruppierungen zu erforschen und somit auf dem Laufenden zu sein...doch dies wird wohl niemand dem Blick unter die Nase reiben, es geht schliesslich um Staatsschutz und allg. Sicherheit.
  • Nepomuk  Galliker aus Sursee
    17.10.2016
    Man stelle sich mal vor:
    Im Toggenburg feiern 5000 Rechte aus allen Teilen Europas absolut gesittet und friedlich ein tolles Fest, während im linken Bern (Reithalle) zwei Menschen zum Teil schwer verletzt werden...
    • Bert  Steinegger aus Zürich
      17.10.2016
      Stimmt, und dabei werden Lieder angestimmt, welche ausdrücken, dass die 9 NSU-Morde noch nicht genug seien (Döner-Killer von Stahlgewitter). Das nenne ich mal absolut gesittet und friedlich, bravo! Das ist so wunderschön, da wünscht man sich doch fast die noch grösseren Volksfeste der Vorbilder dieser tollen Bands aus den 40er Jahren zurück...