Roger S. (†33) schoss auf Appenzeller Kollegen Polizisten-Solidarität auf Facebook

REHETOBEL AR - Seit Stunden haben viele Ostschweizer Polizisten dasselbe Facebook-Profilbild. Sie wollen mit dem Kreuz mit blauer Linie Solidarität mit den angeschossenen Kollegen aus Rehetobel AR zeigen. BLICK erklärt das Symbol.

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Mit diesem Symbol solidarisieren sich viele Polizisten auf Facebook mit den verletzten Kollegen. Ein graues Kreuz auf schwarzem Grund – durchgestrichen von einem blauen Balken. Die Farben stehen für «die Polizei» (blau) und «die Gewalt» (schwarz). Facebook

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Polizistin oder Polizist ist man mit Leib und Seele. Wenn ein Kollege bei einem Einsatz verletzt wird, leidet man mit. Insbesondere, wenn der verletzte Kollege Opfer von Gewalt geworden ist. So wie die beiden 29- und 37-jährigen Polizisten aus dem Kanton Appenzell-Ausserrhoden, die bei der gestrigen Schiesserei in Rehetobel AR verletzt wurden.

Der 29-Jährige kämpft  immer noch ums Überleben. Er erlitt einen Herzsteckschuss, verursacht vom Schützen Roger S.* (†33). Unter Ostschweizer Polizisten löste der Fall Trauer und Wut aus. Auf Facebook solidarisierten sich unzählige Kollegen mit dem angeschossenen Kollegen mit einem gemeinsamen Profilbild: Ein graues Kreuz auf schwarzem Grund – durchgestrichen von einem blauen Balken.

 

 

Polizisten (blaues Band) zwischen Bevölkerung und Kriminellen

«Unter Polizisten kennen die meisten dieses Symbol», erklärt Dionys Widmer, Sprecher der St. Galler Stadtpolizei. Auch er hat das Facebook-Profilbild gestern Abend geändert.

Das Symbol heisst «The Thin Blue Line» und stammt ursprünglich aus Grossbritannien, von wo aus es sich in der ganzen Welt verbreitete. Der obere schwarze Balken steht für die Bevölkerung, der untere für Kriminelle, das blaue Band sind die Polizisten, die sich dazwischen stellen.

The Thin Blue Line steht für die Polizei: Oben die Bevölkerung, unten die Kriminellen. play
The Thin Blue Line steht für die Polizei: Oben die Bevölkerung, unten die Kriminellen.

Laut dem Schweizer Ableger hat «The Thin Blue Line» drei Bedeutungen. So steht es für die Polizisten, die sich täglich zwischen Leben und Tod bewegen. Dann für ihre Aufgabe zwischen Gut und Schlecht zu unterscheiden und schliesslich dient es als Ehrerbietung an Polizisten, die im Dienst getötet wurden. (pma)

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 04.01.2017 | Aktualisiert am 05.01.2017

Als 19-Jähriger bedrohte Roger S. die Familie seiner Ex

Die Schiesserei von Rehetobel AR hatte einen blutigen Vorboten: An Ostern 2003 ging Roger S. (33) mit einer Schrotflinte auf zwei Männer los. Im Sommer 2002 hatte er ein damals 14-jähriges Mädchen kennengelernt und ging mit ihr eine sexuelle Beziehung ein. Als das Mädchen sich trennen wollte, brannten Roger S. die Sicherungen durch.

Er bedrohte die Familie der Ex und deren neuen Freund, ehe es in der Nacht auf Ostermontag zu einer Eskalation kam. S. lauerte zwei «Beschützern» seiner Ex auf - die beiden waren Brüdern - und schoss mit einer Schrotflinte auf die Männer. Ein zufällig vorbeifahrender Velofahrer wurde ebenfalls Opfer der Schiesserei. Resultat: drei Verletzte.

Bis 2009 sass er seine Strafe im Massnahmenzentrum Arxhof in Basel ab – 2012 endete die Probezeit, und Roger S. war ein freier Mann.

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11 Kommentare
  • Gautschi  Gregor , via Facebook 04.01.2017
    Ich selber kenne super leute die bei der Polizei Arbeiten,aber auch das krasse gegenteil.
    Ich muss klar sagen,wenn die Polizei lernt verhältnissmäsig zu sein,wird es zu viel weniger Gewalt gegen die Polizei.
    So wie man in denn Wald ruft kommt es retour !
    Jeder sieht das wie Ich wenn man ein paar bei der Polizei kennt,es gibt immer 2-3 bei der Polizei die es übertreiben,und durch das bekommt der Bürger Hass auf die Polizei.
    Gruass us Chur Gregor
  • Stef  Wälti aus Fehri
    04.01.2017
    Alles Gute, den beiden Polizisten! Jedoch, prozentual leben unsere Polizisten noch lange nicht so zwischen Leben und Tot, wie im Ausland. Mein Bild unserer Polizei ist mehr, Bussenzettel verteilen und unnötige Schikaniereien an den Mann bringen, anstatt sich wirklich als Freund und Helfer zu bezeichnen. Man siehtsdas in der heutigen Zeit, der Respekt gegenüber eines Uniformierten ist gleich 0. Es fehlt ihnen an Aspiranten das zeigt doch schon, dass dieser Job eigentlich eine Lachnummer ist.
    • Silvio  Valentino aus Winterthur
      04.01.2017
      Es fehlt überhaupt nicht an Aspiranten, aber die Bestehensquote bei der Antrittsprüfung ist klein. Es wird noch lange nicht jede/r genommen. Schauen Sie sich mal die Bedingungen für die Aufnahme bei der Kripo, Sie werden staunen.
  • Paul  Mauchle aus St.Gallen
    04.01.2017
    Ich wünsche den beiden verletzten Polizisten recht gute und schnelle Besserung. Der Täter war der Polizei bekannt und trotzdem haben die Polizisten keine Schutzwesten getragen. Das verstehe ich nicht.
  • Burkhard  Vetsch 04.01.2017
    Gute Besserung den 2 Polizisten.
    Bin zwar als Chauffeur nicht immer gleicher Meinung mit Ihnen, aber Sie machen Ihren Job gut.
    Wenn ich Facebook hätte, würde ich das Profilbild auch ändern.
    Bei einer einvernehmlichen Durchsuchung rechnet auch keiner mit Waffengewalt.
    • Raphael  Stadler aus Eschenbach
      05.01.2017
      In der Besprechung, vor dem Einsatz wurde bestimmt hingewiesen, um wen es sich handelt und das dieser bereits verurteilt war, weil er Menschen angeschossen und verletzt hatte. So viel zu, nicht mit Waffengewalt rechnen. Es wurden Fehler gemacht, sonst wäre das nicht passiert. Ich will den Polizisten nichts vorwerfen, aber frage mich schon, bei so einer Hausdurchsuchung, wo es um Drogen geht bei einem mit Schusswaffen bekannten Straftäter, wird keine Schutzweste getragen?
  • Adrian  Züger 04.01.2017
    So unfassbar dieseGeschichte ist so frage ich mich doch ob die Polizisten keine Westen trugen bei diesem Einsatz?
    Falls nein ..warum?
    • Remo  Wyss 04.01.2017
      Da sich der Täter bis zum Zeitpunkt der Hausdurchsuchung kooperativ zeigte, schien das Tragen der Weste nicht nötig zu sein. Ein schwerer Fehler, wie man im Nachhinein weiss.
      Ich hoffe, die beiden Polizisten werden wieder gesund.
    • Adrian  Züger 04.01.2017
      Ja vor allem wusste man dass er eine tickende Zeitbombe war darum stellt sich mir die Frage um so mehr oder wurden die Polizisten von den Verantwortlichen nicht informiert..????
    • Raphael  Stadler aus Eschenbach
      05.01.2017
      Ich frage mich auch, wurde hier zu lasch mit dem, sich kooperativ zeigenden, bekannten Straftäter und Waffennarr umgegangen!? Ich kann mir vorstellen, dass die Polizisten gar nicht härter durchgreifen dürfen, weder den beschuldigten fixieren mit Handschellen, noch ins Auto schließen, also ihn seiner Freiheit entziehen, da er kooperativ war.
      Das womöglich nur wieder, weil unsere Justiz voller Wiedersprüche ist und die Situation unterschätzt und auf die leichte Schulter nimmt.