Neue Expat-Studie: So sehr leiden Deutsche in der Schweiz

Deutsche in der Schweiz haben Probleme eine Wohnung zu finden und werden am Arbeitsplatz blöd angemacht. Das zeigt eine neue Studie, die sich mit der Fremdenfeindlichkeit gegenüber Deutschen in der Schweiz befasst.

Expat: «Schweizer kennenlernen, ist schwierig!»

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Sonderkommando stürmt Haus in Düsseldorf - Mann (35) verhaftet Paul (12)...
2 Der erschütternde Bericht der Kindsmörderin von Flaach ZH Darum tötete...
3 Deutscher Koch Werner C. (35) in Haft Er lauerte Paul im Internet auf

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
71 shares
218 Kommentare
Fehler
Melden

In Rankings schneidet die Schweiz bei ausländischen Fachkräften, sogenannten Expats, immer hervorragend ab. Doch nicht alle werden hier glücklich. Wie zum Beispiel die Schriftstellerin Jill Alexander Essbaum (44), die ihre Leidensgeschichte im Buch «Hausfrau» aufgeschrieben hat (Blick.ch berichtete).

Sie ist bei weitem nicht die Einzige. Auch Deutsche fühlen sich in der Schweiz nicht immer wohl. Das zeigt nun eine neue Studie der Wirtschaftsuni Wien und der HSG in St. Gallen, die das Online-Portal «Focus.de» zitiert.

Rund 300 000 Deutsche leben zurzeit in der Schweiz. Viele berichten von Beleidigungen, Diskriminierungen und Ablehnung im Alltag.

Deutschen wird Wohnung verweigert

Von rund 1000 befragten Deutschen, gaben 420 an, dass sie das Gefühl haben, dass sie sich ständig dafür rechtfertigen müssen, in der Schweiz zu arbeiten. Knapp die Hälfte aller Befragten hat das Gefühl, dass ihr «Deutschsein» ein Defizit darstellt.

Deutsche haben auch Mühe eine Wohnung zu finden. Jeder Fünfte gab an, dass ihm wegen seiner Nationalität schon einmal der Kauf oder die Miete einer Wohnung verweigert wurde. 15 Prozent sagten das über die Vergabe einer Arbeitsstelle.

Einer von zehn Deutschen wurde von der Polizei wegen seiner Herkunft ungerechtfertigt überprüft. Viele gaben an, dass sie mehrmals beleidigt oder respektlos behandelt wurden. Am Arbeitsplatz fühlen sich gar 28 Prozent der Deutschen von Kollegen ausgeschlossen.

Viele versuchen weniger Deutsch zu wirken

Jeder Fünfte wird von seinen Arbeitskollegen nachgeäfft oder muss sich blöde Kommentare gefallen lassen. Laut «Focus.de» versuchen viele Deutsche durch bewusst gesteuertes Verhalten, dem zu entgehen. Ein Drittel spricht deshalb manchmal weniger oder gar nicht mehr, um nicht als Deutscher identifiziert zu werden. Andere verstellen ihr Verhalten, um «weniger Deutsch zu wirken».

Unter dem Strich zeigt die Studie: Willkommen fühlt sich ein grosser Teil der Befragten nicht. 30 Prozent würden die Schweiz auch nicht als neue Heimat wahrnehmen. Sie fühlen sich nicht dazugehörig. (pin)

Publiziert am 07.05.2015 | Aktualisiert am 07.05.2015
teilen
teilen
71 shares
218 Kommentare
Fehler
Melden

218 Kommentare
  • Concolor  Shalako 08.05.2015
    Man muss nicht Deutsch Freund sein, aber etwas vermehrt objektiv sein. Wir brauchen die Deutschen als Fachkräfte denn ihre Ausbildung ist um einiges besser als vieler anderer Ausländer die in der Schweiz arbeiten. Zur Umfrage...da gebe ich nichts darauf. Ein Deutscher oder anderer Ausländer, die versuchen sich in der Schweiz einzuordnen, haben bestimmt keine Probleme...
  • Iris  Schipke , via Facebook 08.05.2015
    Ich lebe als Deutsche fast schon 10 Jahre hier,habe viel Kontakt zu Schweizern,mein Sohn ist hier geboren und spricht perfekt Mundart.Mir hat mal eine Dame hier im Blick vorgeworfen ich nehme den Schweizern die Arbeit weg,ich habe ihr Angeboten meinen Job in der Pflege zu übernehmen,danach war Ruhe.Was ich nur bis heute nicht verstehe,ständig und überall wird man von Schweizern gefragt,,,,,verstehen Sie mich? Ja und nochmal Ja,jeder Deutsche der hier lebt versteht euch,sollte er sogar zwingend.
  • Eddy  Guest , via Facebook 07.05.2015
    Es ist doch schon bezeichnend dass der Schweizer sofort abgeht wie eine Rakete wenn er mal wieder über den Deutschen ablästern kann. Mein Gott, es war nur eine von vielen blöden Studien, die es auf beiden Seiten gibt. Der Unterschied: Deutschland und die Deutschen können auch mal über sich und ihre Schwächen lachen. Seht euch mal "Die heute Show" an! Der Humor ist der CH schon kpl abhanden gekommen - oder war er nie vorhanden...?
  • Boris  Kerzenmacher 07.05.2015
    Da bleibt zu hoffen, die Deutschen machen es besser als die Schweizer und zeigen und leben ihre Willkommenskultur mit den etwa 400.000 zuwandernden Asylbewerbern, die dieses Jahr nach Deutschland zuwandern werden. Nächstes Jahr werden es dann noch einige mehr sein. Es gibt an der Willkomenskultur daher noch einiges auszubauen.
  • Thomas  Degen 07.05.2015
    Einfach mal folgende Vorstellung: Wie wäre es in Deutschland, wenn es 19 Mio Ausländer hätte und nicht wie aktuell 7.4 Mio. Wie gross wäre der Wohlfühlfaktor noch? Die Schweiz ist ein offenes Land, kein Internierungslager.Die Schweiz ist so liberal, sie zwingt niemanden hier zu leben. Niemandem werden Steine in den Weg gelegt, das Land zu verlassen, wenn er sich hier nicht wohl fühlt oder sich diskreminiert fühlt.