Nach Leim-Debakel würde Elco Wahlcouverts liefern Schweizer wollen Ösis eine kleben

In Österreich muss die Wiederholung der Wahl des Bundespräsidenten verschoben werden, weil der Leim der Wahlcouverts mangelhaft ist. CEO von Elco, Hans-Jörg Aerni (53), würde gerne auch Österreich mit Couverts beliefern.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Nach Facebook-Aufruf zum Geburtstag 31 Kisten Post für behinderte Denise
2 Dicke Post in Hochdorf LU Frau täuschte Raubüberfall nur vor
3 Wildwest beim «Saloon» in Wetzikon ZH Polizist springt auf Fluchtauto

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
7 Kommentare
Fehler
Melden

In der Schweiz stellt die Firma Elco aus Brugg AG Wahl- und Abstimmungscouverts her. CEO Hans-Jörg Aerni (53) verfolgt das Debakel in Österreich genau und sagt: «Das könnte bei uns nicht passieren.»

Was dort geschah, ist absurd. Die Wiederholung der Wahl des Bundespräsidenten muss verschoben werden. Die Wahlcouverts öffnen sich, die Stimmen werden ungültig. Weil der Leim mangelhaft ist.

Die Stichwahl zwischen dem rechtsgerichteten FPÖ-Mann Norbert Hofer (45) sowie dem ehemaligen Grünen und nun unabhängigen Kandidaten Alexander Van der Bellen  (72) war für den 2. Oktober geplant. Eine ordnungs­gemässe Durchführung sei aber nicht möglich, sagte Innenminister Wolfgang Sobotka (60, ÖVP). Er will die Wahl noch 2016 durchführen und peilt nun den 4. Dezember an.

Die schadhaften Couverts stammen aus einer deutschen Druckerei. Die Österreicher möchten für die Stichwahl andere beschaffen. Problem: Dafür bräuchte es eine Gesetzesänderung.

Wahl- und Abstimmungs-Umschläge in der Schweiz haben ein Qualitätszertifikat, das mit der Post erarbeitet wurde. «Als wir vor einem Jahr neue einführten», sagt Aerni, «haben wir zuerst Tausende hin und zurück verschickt.» Die Zweiweg-Couverts bestanden im Feldversuch, was Aerni nicht überrascht: «Wir machen das ja nicht erst seit gestern.»

Nebst den Feldversuchen setze Elco aber auch auf interne Kontrollen. Jedes Produkt wird geprüft. Den Leim bezieht Elco «von einer Firma in Europa». Den Namen will Aerni nicht preisgeben.

Gerne würden die Schweizer auch Österreich beliefern. «Wir wären nicht abgeneigt», räumt Aerni ein, «wollen uns aber nicht aktiv bemühen.»

Die Lieferfrist wäre für die 300 Mitarbeiter von Elco kein Problem. Jährlich stellen sie 1,5 Milliarden Couverts her. Mit einer Tagesproduktion von acht bis zehn Millionen Umschlägen wäre der Auftrag für die 6,4 Millionen Wahlberechtigten in Österreich in nicht einmal einem Arbeitstag erledigt.

Publiziert am 13.09.2016 | Aktualisiert am 10.12.2016
teilen
teilen
0 shares
7 Kommentare
Fehler
Melden

7 Kommentare
  • Bert   Obermann aus Niederhasli
    13.09.2016
    mich würde interessieren, von wo wissen die dass die schadhaften Kuverts aus einer deutschen Druckerei stammen ? zur Zeit ist das in AT noch ein Staatsgeheimnis. Das BKA ermittelt
    • Otto  stalder aus Ueberstorf
      13.09.2016
      Eigentlich egal wo die herkommen... Es gilt sicher wie überall Geiz ist Geil! Der billigste kann liefern, auch der "Leim" vielleicht sogar aus China kommt!
      Nach dem Motto "für die Region aus der Region" nur ist China nicht gleich um die Ecke in der Region!
  • Meyer  Karl 13.09.2016
    Ich stelle den Össis meine Zunge zum Zukleben der Couverts zur Verfügung. Zur Not gehts aber auch mit einem Stück Scotch oder Klebe-Rollstift.
  • John  Livers aus St.Gallen
    13.09.2016
    Das mit der erneuten Verschiebung ist durchaus gewollt. Rot / Grün verspricht sich davon einen ganz kleinen Vorteil, da in der Zwischenzeit immer mehr Junge wahlberechtigt werden und Ältere wegsterben. Die Jungen sind meist politisch unerfahren und lassen sich leichter beeinflussen. Hofer verhindern heisst die Rot / Grüne Parole.
    • Marco  Weber 13.09.2016
      Genau Herr Livers das wird der Grund sein! Wahrscheindlich werden Sie die Wahl noch so 40-50 Jahre verschieben lassen, so das ganz neue Generationen abstimmen können!
  • Theodor O.  Meier 13.09.2016
    Gute Idee - und vielleicht kann Herr Aerni den Österreichern auch gleich erklären, wie einfach eine Briefwahl funktionieren kann; Beispiel Schweiz. Denn es ist in AT recht kompliziert, per Brief (Wahlkarte) zu wählen.
  • Claudio  Hammer aus Zürich
    13.09.2016
    Zuerst das Wahldebakel, jetzt die Bananenrepublik-Couverts - vermutlich wäre es wirklich das Vernünftigste, wenn sich die Oesis mal von uns "Demokratieprofis" etwas beraten und mit demokratiewürdigen Couverts beliefern lassen würden!
    Vermutlich darum haben wir ein Plus in der Landesfahne und die Oesis ein Minus!