Shitstorm im Beifang CVP-Politiker fängt und isst gefährdeten Haifisch

Der Aargauer CVP-Grossratskandidat Reto Schmid posierte auf Facebook mit einem toten Weissspitzen-Hochseehai. Der Riesenfisch gilt international als bedrohte Tierart.

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«Petri Heil» wünschte sich der Aargauer CVP-Grossratskandidat Reto Schmid, kurz bevor er zum Hochsee-Fischen auf Mauritius ausfuhr. Sein Ziel war es, leckeren Thunfisch zu fangen. Angebissen hat aber etwas Grösseres: Ein rund zwei Meter langer Weissspitzen-Hochseehai.

«Mit viel Krampf und Kampf selber heraus gezogen», schreibt der Badener Lokalpolitiker und posiert auf Facebook mit Bildern des toten Haifischs.

Postby

Das Problem nur: Der Hai gilt als bedroht. 2008 wurde er gar auf die rote Liste der gefährdeten Arten gesetzt. Seit gut zwei Jahren ist der weltweite Handel mit dem Riesenfisch gar reguliert. Der Fang selbst ist aber nicht verboten, was Schmid selbst auf Facebook schreibt.

Trotzdem stellt sich die Frage, wie auf einen solch heiklen Beifang reagiert werden soll. Der Christdemokrat schien sich nicht vor drohender Kritik beeindrucken zu lassen.

Protzen mit totem Tier

Im Gegenteil: Er veröffentlichte ein Foto vom Hai-Filet zusammen mit Rosmarin-Kartoffeln. «Läck isch das fein», lautet das kulinarische Fazit von Schmid, der sich Ende Oktober in den Aargauer Grossen Rat wählen lassen möchte.

Für Tierschützer ein Post zu viel: «Finde ich weder besonders intelligent zu tun, noch zu posten!», schreibt ein User auf Facebook. Dumm und zynisch sei das. Eine weitere Kritikerin sieht darin gar ein Männer-typisches Handeln: «Schade, dass man sich auch noch so super toll fühlt, wenn man ein wunderschönes, schwächeres und auch noch hochgradig gefährdetes Lebewesen besiegt und getötet hat!»

Heftige Kritik, auf die Schmid bereits reagiert hat: «Ich stimme mit allen Kritikern überein, dass das bewusste Töten und Jagen von aussterbenden Tieren ein absolutes No-go ist.» Und folgt mit der Erklärung, dass der Hai statt eines erhofften Thunfischs zugebissen habe. «Wir haben diesen vollumfänglich verwertet und auch viele Einheimische damit glücklich und satt gemacht.»

Ein unvergessliches Erlebnis, wie er schreibt. Wie unvergesslich es sein wird, werden die kommenden Stunden zeigen. BLICK weiss: Seine Parteileitung erfuhr bereits von seinem heiklen Facebook-Post und zeigte sich nicht erfreut.

Schmid nahm bislang gegenüber BLICK keine Stellung. (pma)

Publiziert am 12.10.2016 | Aktualisiert am 13.10.2016
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27 Kommentare
  • Schumacher  Renato 13.10.2016
    Lieber Peter Schilter, bevor Sie die Geschichte bemühen und als polemisierender Antichrist auftreten, sollten Sie vorher die Geschichte auch tatsächlich studiert haben. So einfach, wie Sie sich das machen, ist diese nicht.
  • Fritz  Frigorr 13.10.2016
    Da die Schweiz ja so unheimlich weit vom nächsten Meer entfernt liegt, konnte der arme Kerl ja auch nicht wissen, was er an der Angel hat. Er dachte sicher, es wäre ein grosser Kretzer. Doch nun hat er wenigstens einmal mit einem grossen Tier posieren können.
  • Marion  Jost aus Schönenwerd
    13.10.2016
    Hätte man den Hai nicht ins Wasser zurückwerfen können, die meisten gefangenen Tiere an der Angel leben ja noch.... und bei solch bedrohten Tieren ist es um jedes einzelne schade!! An jene die sich über den industriellen Fischfang nerven, dann engagiert Euch und sei es nur mit Online-Petitionen (welche schon oft etwas bewirkt haben) die Greenpeace und WWF regelmässig starten!!! Steter Tropfen hölt den Stein, wenn der Druck zu gross wird, knicken sie ein!
  • Stefan  Alexander aus Opfikon
    13.10.2016
    Auch dieser CVP-ler hat sein Parteibuch vergessen.
    Der eine tötet bedrohte Fischart und muss es im Internet kund tun. Widerlich und zeugt von grossen Komplexen.
    Der andere, Darbelay, geht fremd, betrügt seine Frau und eigenen Kinder und schwängert eine andere.
    Tolle christlichen Werte.
    • Fritz  Frigorr 13.10.2016
      Solche Taten gibt es auch von den Rechtskonservativen zuhauf.
  • clint  steel 13.10.2016
    Dumme Menschen gibt es vor allem in der Politik; darum geht es der Welt ja so schlecht. Zudem ist der Kanton AG wirklich Hochburg, der Stumpfsinnigkeit und führt wohl jede negative Statistik an.