Missbildungen bei Babys Swissmedic warnt vor diesen Akne-Medikamenten

BERN - Immer mehr Frauen, die Medikamente mit dem Wirkstoff Isotretinoin einnehmen, werden schwanger – mit fatalen Folgen für das Kind.

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Beim Heilmittelinstitut Swissmedic gehen zunehmend Meldungen ein, dass Frauen schwanger werden, während sie Akne-Medikamente mit dem Wirkstoff Isotretinoin einnehmen.

Das kann für das Kind fatale Folgen haben: Missbildungen von Herz, Hirn und Gesicht.

«Schwerwiegende Behinderungen»

«Die Behinderungen sind in der Regel schwerwiegend», sagt Rudolf Stoller, Experte bei Swissmedic, zur «NZZ am Sonntag».  Erhielt Swissmedic in den Neunzigerjahren jährlich etwa drei Meldungen, sind es seit 2013 jährlich 10.

«Die Zahl der Expositionen ist zu hoch», sagt Stoller, «zumal es noch eine beträchtliche Dunkelziffer gibt.» Allein von März 2014 bis Oktober 2015 verzeichnete Swissmedic 15 Fälle.

Meist liessen die Frauen das Kind abtreiben, zwei Kinder kamen mit Missbildungen zur Welt.

Information verstärken

Nun will das Heilmittelinstitut die Information der Fachleute und der Öffentlichkeit verstärken. Auch auf europäischer Ebene sind Massnahmen geplant. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA führt derzeit eine Erhebung zum Thema durch.

Im Fokus der Behörden stehen die Ärzte. Sie verschreiben den Frauen oft zu grosse Packungen, was die Kontrolle erschwert – offenbar auch aus Kostengründen.

«Geschätzt erhält der Apotheker bei jeder dritten Akne-Patientin vom verschreibenden Arzt ein Dauerrezept oder ein Rezept für eine Grosspackung», sagt Stephanie Balliana, Pressesprecherin des Apothekerverbands Pharmasuisse zur «NZZ am Sonntag».

Seit den Achtzigern auf dem Markt

Der Wirkstoff Isotretinoin wurde in den Achtzigerjahren in dem Roche-Medikament Roaccutan auf den Markt gebracht. Mittlerweile sind auch Generika wie Curakne oder Isotretinoin-Mepha auf dem Markt. 

Isotretinoin gilt als wirksamstes Mittel gegen schwere Akne. Es sollte aber nur in schweren Fällen eingenommen werden.

Publiziert am 28.08.2016 | Aktualisiert am 04.11.2016
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27 Kommentare
  • Rocky  Stall aus Wiesendangen
    29.08.2016
    Fakt ist, dass die Ärzte eindringlich vor Schwangerschaft und Alkohol warnen. Meine Tochter nimmt das Produkt auch und hält sich an die Regeln. Bedeutet jedoch auch, dass man nicht unmittelbar nach dem Absetzten schwanger werden sollte. Da ist es sicherlich zu empfehlen einige Monate zu warten - Traurig, dass dem zuwidergehandelt und (Dummheit), dann gejammert wird. Wichtig wäre hier nochmals auf die Gefahren hinzuweisen statt unnötig Angst zu schüren. Regeln sind zum Einhalten da!
  • Marion  Jost aus Schönenwerd
    29.08.2016
    Ich frage mich was dieses Medikament auf die Person die es einnimmt für eine Langzeitwirkung hat, wenn es bei Schwangeren sowas auslösen kann!!! Oft hilft bei Akne aus eine Überprüfung der Essgewohnheiten oder des Hormonspiegels.....
    • Thomas  Jobs 29.08.2016
      Ja klar, wir greifen ein wenig in den Hormolspiegel ein und haben dann zig andere Probleme...
  • Thomas  Jobs 28.08.2016
    Roche hat damals den Ärzten klar vorgegeben, dass sie Roaccutane nur zusammen mit der Pille verschreiben dürfen und die Patientinnen eine Einverständniserklärung unterschreiben mussten! Die Wahl ist: ein Leben lang durch Aknenarben entstellt sein oder ein starkes Aknemedikament einnehmen und danach Ruhe haben. Und wir reden hier nicht über ein paar nervige Teeniebibeli, sondern über grosse und zahlreiche Eiterpickel!
  • Thomas  Berger aus Basel
    28.08.2016
    Verhütung ist Pflicht bei Einnahme dieser Medikamente. Das wusste jeder Arzt und Patientin schon lange. Swissmedic oje!
  • Walter  Freimann aus Zürich
    28.08.2016
    Die Entscheidung, das Medikament zu nehmen oder nicht, war nicht einfach, für meine Eltern wohl noch schwieriger, das uns gesagt wurde, wie heftig das Medikament ist. Ich bin trotzdem froh, es genommen zu haben, habe heute eine reine und schöne Haut. Auch wenn ich es nicht in Ordnung finde, aber mit Narben im Gesicht ist es unmöglich, einen Job mit Kundenkontakt auszuüben, geschweige denn Karriere zu machen. Fände es gut, wenn sich das in der Gesellschaft ändern würde, ist aber noch nicht so.