Ladeninhaber Andy Scheiwiller aus Arlesheim BL stellt Diebe direkt ins Internet Wer hier klaut, wird im ganzen Land bekannt

ARLESHEIM BL - Andi Scheiwiller (58) hat die Schnauze voll. Immer wieder bedienen sich Ladendiebe an seiner Auslage. Jetzt schlägt der Baselbieter zurück: Wer bei ihm klaut, wird direkt auf der Facebook-Seite zur Fahndung ausgeschrieben.

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Seit 33 Jahren ärgert sich Andy Scheiwiller (58) über Ladendiebe. Der Baselbieter eröffnete 1983 sein Sportgeschäft in Arlesheim BL. Immer wieder bedienten sich Langfinger an seiner Auslage. Die Schäden? Immens!

Schon lange hat Scheiwiller keine Lust mehr, wegen jedes Ladendiebs zur Polizei zu rennen: «Da habe ich nur Aufwand und null Ertrag. Immer wieder ist es eine Anzeige gegen unbekannt, immer wieder kommt nichts dabei raus. Die Ware kann ich abschreiben, deswegen greife ich durch.»

Scheiwiller nutzt zwei Überwachungskameras gegen die Ladendiebe. Klaut wieder einer, stellt er den Übeltäter direkt auf seine Facebook-Seite – unverpixelt!

Er weiss, dass er sich damit rechtlich in einer Grauzone bewegt (siehe Box). Aber: «Die Konsequenzen sind mir egal, irgendetwas muss ich gegen die Langfinger ja machen. Da bin ich radikal und stelle sie gern an den Pranger!»

Scheiwiller weiss: «Die Ladendiebstähle haben in den letzten Jahren enorm zugenommen. Vor allem Waren, die sich ausserhalb des Ladens in der Fussgängerzone befinden, sind bei Dieben beliebt. Es wurden schon Jacken im Wert von 600 Franken geklaut. Wir haben deshalb die zwei Kameras aufgestellt, die nur die Regale filmen, die aussen stehen.»

Jeden Morgen zählt der Ladeninhaber alle Schuhe und Kleider, die er draussen anbietet. Wenn mittags oder abends ein Teil fehlt, das nicht verkauft wurde, prüft Scheiwiller die Bilder der Überwachungskameras und fahndet: «Finden wir nichts, wird es direkt gelöscht. Ist ein Täter drauf, kommt er ohne Umwege ins Netz!»

Der Ladeninhaber erklärt: «Eine Versicherung für die Ware gibt es leider nur, wenn der Laden geschlossen ist. Ich sage es deutlich: Wer bei mir klaut, wird im ganzen Land bekannt.» Geplagten Kollegen rät er: «Kamera an und Augen auf! Mehr Abschreckung geht nicht.»

Der Erfolg gibt ihm recht. «Wir haben auch schon Die­besbanden auf dem Video gehabt und die Aufnahmen dann der Polizei gegeben. So konnte eine ganze Bande verhaftet werden.»

Publiziert am 12.09.2016 | Aktualisiert am 16.09.2016
Erwischt! Diese Frau bedient sich bei den Flip-Flops.

Facebook-Pranger: Darf er das?

Ist es legal, mit Fotos auf Facebook selber nach einem Täter zu fahnden? Grundsätzlich gilt das Recht am eigenen Bild. Heisst: Wer ein Bild veröffentlichen will, braucht die Einwilligung der abgebildeten Person. Wer das nicht tut, riskiert eine Anzeige wegen Persönlichkeitsverletzung. Auch das Teilen eines Aufrufs kann dann strafbar sein. Ausnahmen gibt es, wenn ein öffentliches Interesse vorliegt. «Ermittlungen sollten Aufgabe der Polizei und Staatsanwaltschaft sein und nicht die einer Privatperson», so ein Sprecher der Kantonspolizei Baselland.

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34 Kommentare
  • bruno  muster aus anapolis
    12.09.2016
    Diese videos sollten alle machen die ein geschaeft haben, und sofort ins netz stellen, die polizei macht ja eh nichts, ausser spesen nichts gewesen, ohne cam, und die gesetze so schnell wie moeglich ändern
  • Max   Hasenei 12.09.2016
    Was wäre mit einer richtige Überwachungsanlage, wo sein Laden abdecken würde. Das ist ihm aber anscheinend zu teuer. Da müssen halt zwei billige Dash-Cam Kameras hinhalten. Richtigerweise müsste er die Fotos der Polizei übergeben und eine Anzeige erstatten, so aber macht er sich selber Strafbar.
    • Silvio  Valentino aus Winterthur
      12.09.2016
      Es ist lustig, dass viele gegen Ihre Aussage sind, obwohl Sie nichts anderes tun als die Fakten darzulegen.
    • Bea  Gräub aus Aargau
      12.09.2016
      Also mit Datenschutz muss mir niemand kommen,wir sind schon lange durchleuchtet mit allen unseren Kreditkarten und, und ,und,find ich gut was Er macht,nur weiter so....der ehrlich Kunde bezahlt im Endeffekt auch die gestohlene ware.
  • Michael  Koch 12.09.2016
    Wir haben sowieso schon zuviel Täterschutz in der Schweiz!
    Aber dadurch, dass nun das Ganze im grossen Stil an die Öffentlichkeit gelangt, dürfte es wohl nicht sehr lange Dauern bis er Probleme bekommt.
  • Roland  Benz , via Facebook 12.09.2016
    Cool man, gratis Ware und gratis Promotion! Sogar die Steuern für die Justiz lassen sich einsparen. Weiter so, wer braucht schon einen Rechtsstaat, es lebe die Anarchie!
  • daniel  benkert 12.09.2016
    Ich habe mir die Webseite angeschaut und habe nichts gefunden. Ist das evtl. nur Reklame?!