Knie-Clown David Larible (59) im Exklusiv-Interview zu den Pädo-Vorwürfen «Sie war immer bekleidet!»

ZÜRICH - Was ist dran an den Pädo-Vorwürfen gegen den Clown David Larible (59)? «Nichts, gar nichts», sagt der Italiener. Im BLICK-Interview nimmt er erstmals exklusiv Stellung und präsentiert seine Sicht der Dinge.

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Lange hat der weltbekannte Clown David Larible (59) zu den Pädo-Vorwürfen geschwiegen. Was ist dran an den Gerüchten um Zungenküsse mit einer 14-Jährigen? «Nichts, gar nichts», sagt Larible, der gegenüber BLICK erstmals exklusiv Stellung nimmt. «Auch diese Zungenküsse hat es nicht gegeben. So küsse ich nur meine Frau und sonst niemanden.»

Sein Anwalt Valentin Landmann stellt klar: «Der Tatvorwurf, den man meinem Mandanten macht, sind drei angebliche Zungenküsse, die er einem 14-jährigen Mädchen gegeben haben soll. Herr Larible kennt zwar diesen weiblichen Fan und dessen Mutter. Doch diese intimen Küsse werden bestritten.»

BLICK: Herr Larible, wann und bei welcher Gelegenheit haben sie Anja* kennengelernt?
David Larible: Sie ist ein Zirkusfan. Anja kam an mehrere Vorstellungen, immer in Begleitung ihrer Mutter. Wie mit allen Fans habe ich nach der Vorstellung auch mit ihr gesprochen. Sie sagte, sie möchte Artistin werden. Ich sei wie ein Gott für sie – dabei weinte sie vor Glück.

Wie entwickelte sich der Kontakt weiter?
Anja hatte ein gemeinsames Foto mit mir auf Instagram gepostet. Danach schrieb ich mit ihr hin und her. Es kam mit dem Einverständnis ihrer Mutter zu einem kurzen Treffen in Zürich. Dabei erzählte mir Anja, dass sie ein Auge auf Ivan Knie (14) geworfen habe. Aber auch, dass sie ohne Vater aufwachse. Das hat mich als Vater beschäftigt. Ich gab ihr einige Ratschläge. Sie dankte mir, dass ich Zeit für sie hatte.

Wie kam es zum zweiten Treffen?
Anja bat mich über Whatsapp um ein neues Treffen. Sie schrieb, dass sie sich wegen ihrer grossen Nase hässlich finde. Ich schrieb ihr, das stimme doch nicht, es gebe nur schlechte Fotografen. Wenn ich Zeit fände, würde ich von ihr schöne Porträtaufnahmen machen. Ich machte ihr den Vorschlag, am 24. Oktober nach Zürich zu kommen. Ich war an diesem Abend mit einer Wiener Fotografin verabredet, um mit ihr über ein Buchprojekt zu sprechen. Deshalb hatte ich in einem Hotel zwei Zimmer gebucht. Eines für die Fotografin und eines für mich. Wir haben in der Folge auch beide dort übernachtet.

Wie entwickelte sich das Treffen mit Anja?
Ich holte Anja etwa um 17 Uhr vom Bahnhof ab. Wir gingen ins Hotel, denn ich wollte ihr ein Buch, das ich geschrieben habe, «Tips für junge Clowns», aus dem Zimmer holen. Ich bat sie, an der Rezeption zu warten. Doch das war ihr nicht recht. Sie fragte, ob sie nicht mitkommen dürfe. Da war ja nichts dabei. Anja war ja keine Frau, sondern ein Kind. Ich sagte ihr, ich könnte – weil das Wetter schlecht war – drinnen ein paar Fotos von ihr machen. Ich liess die Zimmertüre etwas angelehnt, um mitzubekommen, wenn die Fotografin eintrifft. Sie hatte ihr Zimmer gleich vis-à-vis.

War das Mädchen beim Fotografieren bekleidet?
Natürlich, zweihundertprozentig.

Was geschah dann?
Ich gab ihr das Buch. Sie umarmte mich und sagte, ich sei der Beste. Wir sprachen dann noch über ihren Wunsch, Artistin zu werden. Ich erklärte ihr, dass sei viel Arbeit. Dann kam sie darauf zu sprechen, dass sie in der Schule gehänselt werde, weil sie als Einzige noch keinen Freund und noch nie richtig geküsst habe. Ich meinte, das mit dem Freund und den Küssen komme ganz von selbst. Dann kam etwas, das mir nicht gefiel.

Was meinen Sie damit?
Anja sagte, ich sei so intelligent. Jede Frau könnte sich in mich verlieben. Irgendwie wurde mir das zu viel. Ich sagte, wir müssten nun gehen. Ich habe sie dann wieder zum Bahnhof gebracht.

Und was war mit diesen Küssen?
Eben, nichts. Wie ich mich erinnere, habe ich ihr wohl einen Abschiedskuss auf die Stirn oder die Wange gegeben.

Weshalb sollte Anja etwas anderes behaupten?
Das frage ich mich die ganze Zeit. Vielleicht hat sie es sich eingebildet. Ich möchte mir einfach nicht vorstellen, dass sie bewusst gelogen hat.

Das heisst, sie haben keine pädophilen Neigungen?
Nein, in keiner Weise. Ich liebe meine Frau und meine eigenen Kinder.

Es gibt Gerüchte, dass Sie wegen ähnlicher Vorkommnisse nicht mehr in die USA einreisen dürfen.
Darüber kann ich nur den Kopf schütteln (Larible zückt seinen US-Pass und zeigt Einreisestempel). Ich bin neben italienischem auch US-Bürger und besitze ein Haus in Las Vegas. Ich bin übrigens nirgends vorbestraft.

Wie lief Ihre Verhaftung ab?
Nach der letzten Vorstellung in Lugano waren ich, meine Frau, meine Tochter und mein Sohn in meinem Garderobenwagen. Plötzlich kamen zwei Männer herein und fragten, ob ich David Larible heisse. Als ich bejahte, sagte der eine, ich sei nun unter Arrest. Ich lachte, weil ich an einen Scherz meiner Kollegen dachte. Doch es war kein Witz. Nach einer Nacht im Gefängnis in Lugano wurde ich in einem Polizeitransportfahrzeug nach Zürich gefahren. Nach den Einvernahmen musste ich nochmals eine Nacht in einer Zelle verbringen. Es war wie ein Albtraum.

Wie geht es Ihnen jetzt?
Diese ganzen Anschuldigungen haben mein Herz gebrochen. Ich bin sehr verletzt. Doch neben der Unterstützung durch meine Familie erhalte ich viele aufmunternde E-Mails von Artistenkollegen und auch von Fans, die zur mir halten.

Warum haben Sie so lange geschwiegen?
Nun bringt sich Valentin Landmann, der die Verteidigung von David Larible übernommen hat, in das Gespräch ein. Er sagt:
«Herrn Larible wurde ein Kontaktverbot zu dem Mädchen und dessen Mutter auferlegt. Er dachte jedoch, er dürfe mit niemandem über den Fall sprechen. Mein Mandant hat übrigens nach dem Treffen vom 24. Oktober weiterhin von Anja Whatsapp-Nachrichten in unverändert bester Stimmung empfangen. Er hat sein Handy der Staatsanwaltschaft selbstverständlich zur Verfügung gestellt.»

* Name geändert

Publiziert am 03.12.2016 | Aktualisiert am 03.12.2016
Clown unter Verdacht

Der Fall Larible

Was passierte wirklich am 24. Oktober beim Treffen des weltberühmten Clowns David Larible (59) mit seinem 14-jährigen Fan? Das Mädchen behauptete laut «SonntagsZeitung» gegenüber der Polizei, der Knie-Clown habe ihr in einem Zürcher Hotelzimmer Zungenküsse gegeben. Das Mädchen hat einige Zeit nach dem Treffen im Oktober bei der Stadtpolizei Zürich Anzeige erstattet.

Zugriff im Tessin

Die Staatsanwaltschaft IV für Gewalt und Sexualdelikte übernahm den Fall. Sie beauftragte die Tessiner Kantonspolizei, Larible festzunehmen. Der Zugriff erfolgte am 20. November – nach der letzten Knie-Vorstellung in Lugano. Der Clown wurde vor den Augen seiner Familie verhaftet und nach Zürich überstellt.

Der Zirkusartist wurde von Staatsanwältin Françoise Stadelmann zum Tatvorwurf der sexuellen Handlungen mit einem Kind einvernommen. Larible bestreitet, dem Mädchen Zungenküsse verabreicht zu haben. Nach einer zweiten Nacht in Haft kam Larible auf freien Fuss. Er darf mit dem Mädchen und dessen Mutter nicht mehr in Kontakt treten.

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40 Kommentare
  • Peter  Stalder aus Winterthur
    03.12.2016
    Mit diesem Thema ist nicht zu spassen. Die Folgen für Missbrauchsopfer wie auch für fälschlich Beschuldigte sind absolut fatal.
    Ermitteln, Täter bestrafen und dem Opfer helfen, auf jeden Fall!
    Aber falls Herr Larible unschuldig ist, was dann? Darf man eine Karriere zerstören nur für eine vorschnelle, falsche Schlagzeile? Daran kann ein Mensch zerbrechen. Bei einer Verurteilung wäre doch früh genug, und auch gerechtfertigt jemanden medial durch den Dreck zu ziehen.
  • Rita  Küng aus Emmenbrücke
    03.12.2016
    Ich glaube das David Larible unschuldig ist,das sind flausen einer 14 Jährigen die in der Pupertät ist und abgeblitzt wurde.Er tut mir Leid.sein Ruf ist dahin.
    • Schmid  Edi 03.12.2016
      Frau Küng. Die Frage ist wohl erlaubt: Wieso brauchte Larible so lange um seine Version darzustellen? Hoffe es kommt die Wahrheit ans Licht.
  • Hans  Imglück 03.12.2016
    Wenn ich sein Interview lese, stellen sich mir schon die Nackenhaare. Wenn er sich seiner Unschuld so sicher ist, müsste er nicht Valentin Landmann anheuern. Landmann engagieren in meiner Wahrnehmung Leute, welche alle Mittel auschöpfen müssen, um noch ihren Kopf aus der Schlinge ziehen zu können. Hells Angels, Hassan Kiko und wer sie alle sind. Und noch was: dieser "Clown" war mir bisher gänzlich unbekannt, also Promistatus hat er höchstens in Zirkuskreisen...daher nicht als Argument tauglich.
    • David  Brunner aus Wetzikon
      03.12.2016
      An Hans Imglück, ich mit weniger Glück hätte das eine und andere Mal integre Awälte gebrauchen können. Leider musste ich feststellen und auch unabhängig von mir beobachten, dass Anwälte selten die Klienten und deren Rechte und Interessen vertreten. Darum hatte auch schon daran gedacht, in eigener Sache Herrn Landmann anzusprechen, ob er mir jemanden empfehlen kann.
    • Hans  Imglück 03.12.2016
      Herr Landmann würde ihnen vermutlich sich selber empfehlen...gegen entsprechende Bezahlung. Ich würde ihnen den jeweils Besten seines Fachgebiets empfehlen. Ist halt auch eine Frage des Honorars. Ein Pflichtverteidiger (Kosten werden oft vom Staat getragen) bekommt nun mal keine CHF 350.- die Stunde, denn dessen Aufgabe ist es, den formellen Ablauf eines Prozesses zu kontrollieren. Sie sehen: Geld regiert die Welt!
    • David  Brunner aus Wetzikon
      04.12.2016
      Hans Imglück, hoffentlich verkennen Sie nicht das Problem. Ich weiss nicht, wie Pflichtverteidiger getrimmt sind. Bei Zivilprozessen vermisse ich die Rechtsstaatlichkeit zuweilen schon bei formalen Vorgängen. Und wenn man sich den Anwalt nicht leisten kann oder will, dann wird man mit Prozesskostenvorschuss gepeinigt und vom Rechtsweg abgehalten.
  • Urech  Hanna aus Basel
    03.12.2016
    Ich bin eine Frau, die einige Kinder hatte.Und eine Mutter, die ihre Tochter wissentlich einen älteren Mann treffen lässt, ist genau so schuldig. Hier wird eine Existenz ruiniert- und keiner hat das Teenie gezwungen.Wenn ein Vater sein Baby jahrelang misbraucht bekommt zwei Jahre.Hier geschah nichts-und immer ist der Mann dann schuldig.Die Teenies und ihre Mütter unschuldige Opfer.Lächerlich!
  • alexander  geser aus oberengstringen
    03.12.2016
    Ich glaube die Geschichte von David Larible voll und ganz - wir leben heute in einer Zeit, wo junge Mädels unantastbar sind - oder wenn sie etwas von dir wollen, und das Ziel nicht erreichen, zeigen sie dich an. Jetzt gilt, das Gegenteil zu beweisen - wer glaubt denn dem Mann ??
    Es sei erinnert an einen Sportlehrer, welcher einem Mädchen auf den Stufenbarren verholfen hat, dabei hat er vielleicht ihre Brüstchen leicht touchiert, und schon ist der Mann straffällig. Wäre ich doch eine Frau !!