Kirschblütler-Opfer Sabine Bundschu (57) klagt an «Die Schweiz tut zu wenig gegen Sekten!»

LÜSSLINGEN-NENNIGKOFEN SO - Die Münchnerin Sabine Bundschu (57) besuchte acht Jahre lang die Kirschblütengemeinschaft in Lüsslingen SO. Nur mit Mühe konnte sie sich lösen.

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Sie ist die Stimme der Münchner Verkehrsgesellschaft. An jeder Haltestelle hört man die Ansagen von Sabine Bundschu (57). Nun erhebt die Deutsche schwere Vorwürfe gegen die Kirschblütengemeinschaft. Für die Solothurner Sekte fuhr sie acht Jahre lang regelmässig über die Grenze, um an Wochenend-Workshops teilzunehmen. Man versprach ihr auch, sie zur Therapeutin auszubilden. Heute sagt sie: «Die Schweiz tut zu wenig gegen Sekten!»

Im Solothurnischen stellte Sabine Bundschu schliesslich fest: «Es ging nur darum, wie wir uns dem Guru öffnen sollten.» Kosten pro Workshop: 600 Franken – exklusive Essen und Übernachtung. Sabine Bundschu rechnet vor, dass die Kirschblütler ihr insgesamt 20’000 Franken abknöpften. Zudem hätte sie fast ihr Leben aufs Spiel gesetzt.

Der Tiefpunkt: Ein Schlaganfall

«Mein Tiefpunkt war der Schlaganfall vor zwei Jahren. Zwei Wochen lag ich auf der Intensivstation, nachdem mich die Mitglieder 55 Stunden lang nicht ins Spital bringen wollten», sagt Bundschu. «Man bekam jedes Mal Drogen verabreicht. Danach hatten wir üble Trips. Viele mussten weinen und erbrechen.» 

Vorwürfe, denen sich die Kirschblütengemeinschaft nicht zum ersten Mal stellen muss. Gründer ist Therapeut Samuel Widmer (67), der im 1000-Seelen-Dorf Lüsslingen-Nennigkofen eine Gemeinschaft von geschätzt 300 Mitgliedern aufgebaut hat. Er lebt dort mit mehreren Frauen. «Das Netzwerk ist grösser als man vermutet», sagt Bundschu.

Ein Netzwerk mit Ärzten und Anwälten

«Unter den Teilnehmern waren viele Ärzte, aber auch Anwälte oder Polizisten. Nicht nur Schweizer, auch Deutsche und Österreicher», sagt Bundschu weiter. Die Spuren eines Berliner Psycho-Doktors, der vor sechs Jahren zwei Drogentote zu verantworten hatte, führen laut dem Ex-Mitglied ebenfalls in die Schweiz. Der deutsche Arzt sei von Widmer ausgebildet worden. 

Ein Kirschblüten-Mitglied dementiert gegenüber BLICK die Einnahme von Drogen und erklärt, dass der Therapeut das vor Jahren kurzfristig zu Forschungszwecken ausprobiert und dann eingestellt habe. Dennoch: Ermittlungen gegen Widmer sind weiter am Laufen. 

«Widmer ist ein gefährlicher Manipulator», ist Bundschu sicher. Sie fordert: «Ich hoffe, dass die Schweiz mehr gegen Sekten tut, härter eingreift und ihm die Approbation als Arzt entzieht!»

Publiziert am 30.11.2016 | Aktualisiert am 01.12.2016
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Jugend TV verbreitet Verschwörungstheorien

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8 Kommentare
  • Sonja  Zwicker 01.12.2016
    Ich kann mir die Reaktion all dieser "Bundschus" vorstellen, solange sie solche Kreise fanatisch verherrlichen!? Dann würde man nämlich wie immer in solchen Fällen vehement auf Religionsfreiheit und Menschenrecht pochen!
    Und genau deshalb sollte man nicht ständig auf solche ExtremistInnen Rücksicht nehmen, sondern rigoros gegen gefährliche Sekten und religiöse Gemeinschaften vorgehen!
    Besinnen sich die "Jünger" nämlich plötzlich eines Besseren, ist eh der Staat Schuld an ihrem Versagen!
  • Sabi  Limmar 01.12.2016
    Man kann sich selber lieb sein und solchen dubiosen Kreisen ausweichen! Der Staat ist keine Hortleiterin!
  • Erich  Winter , via Facebook 01.12.2016
    Am besten, wenn man es frühzeitig erkennt.Un es diesen Insektiven Verfassungswiedrigen klar macht, wo die Grenzen sind und ihnen in allen Belangen keine Nahrung gibt ,um sich zu vermehren.
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    01.12.2016
    .....und was machen die Steuerbehörden? Wird in siesen Organisationen jeder Cent versteuert, die sie den Mitgliedern abknöpfen ? Wo sind die Bewilliguingen für die Verabreichung von Drogen? Jeder einfache Junkie wird gleich in den Knast gesteckt...,..
  • Evelyne  Gygax 01.12.2016
    Sabine Bundschu bei diesen Seminare von diesen Sektenheinis so richtig Gehirn
    gewaschen wurde während sie dort ein und aus ging. Bei diesen Sekten vorallem
    ums Geld geht, die Mitglieder aber auch als Energie-Tankstelle benutzt werden.
    Darum gedauert hat, bis SIE sich befreien konnte aber genug Kraft und Glück hatte,
    aus dieser kriminellen Energie herauszukommen, zwar mit viel Geldverlust und
    einer eher negativen Erfahrung mehr, aber wenigstens noch am Leben ist..