Ist das wirklich sicher? Rocker-Gang beschützt unsere Bundesämter

Das Bundesamt für Polizei warnt vor einem neuen Rockerkrieg. Die Broncos drohen zum Sicherheitsrisiko zu werden.

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Die Berner Broncos sind gefürchtet. Die Mitglieder des Motorradclubs sind berüchtigt als Türsteher und Rauswerfer. In früheren Interviews gab sich Broncos-Gründer Jimy Hofer (59) unzimperlich:  «Ein Messer hat bei uns jeder im Sack.» Wer der Rocker-Gang nicht den nötigen Respekt entgegenbringe, dem bringe man Respekt bei – im Notfall mit Prügel. «Abgekürztes Verfahren», nennt Hofer das.

Aus der Berner Motorrad-Gang ging die Broncos Security AG hervor – eine professionelle Sicherheitsfirma, die mittlerweile sogar Aufträge vom Bund bekommt. Die Rocker stehen am Eingang von vier Bundesämtern, darunter dem Bundesamt für Umwelt (Bafu), dem Bundesamt für Raumplanung (Are) und dem Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT). In den Logen empfangen sie Besucher, kontrollieren Personalien und entscheiden, wer ins Bundesamt darf und wer nicht.

Darüber hinaus patrouillieren Broncos in 15 Berner Gemeinden. Chef von Broncos Security ist Pesche Widmer (54). Bis vor drei Jahren war er Präsident des Motorradclubs.

Bisher war es in der Schweizer Rockerszene ruhig. Doch eine neue Gang gefährde den Frieden, warnt das Bundesamt für Polizei (Fedpol). «Wir beobachten bei rockerähnlichen Gruppierungen einen starken Mitglieder-Anstieg», sagt Fedpol-Sprecher Stefan Kunfermann. Besonders im Fokus der Ermittler: die im Süddeutschen gross gewordene Rockergang United Tribuns. In der Schweiz hat sie bereits mehrere Ableger gegründet und geht damit auf Konfrontation mit den etablierten Gangs, den Hells Angels und den Broncos (siehe Textbox).

Könnten die Broncos beim Bund zum Sicherheitsrisiko werden, falls unter den Clubs eine Fehde ausbricht? Fakt ist: Broncos Security hat Zugang zu den Ämtern mit sensiblen Daten. Einige Angestellte der Sicherheitsfirma sind gleichzeitig Mitglieder im Motorradclub – und bewegen sich damit in einer Szene, in der es laut Fedpol knallhart zugehen kann.

Sicherheitspolitiker sind alarmiert. Die Berner Nationalrätin Aline Trede (31, Grüne) sagt: «Sicherheitsaufgaben in den Bundesämtern müssen von Staatsangestellten wahrgenommen werden.» So wie am Eingang zum Bundeshaus. Hier stehen Beamte des Bundessicherheitsdienstes Wache. Das allerdings sei eine Kostenfrage, so Trede. Der Polizei fehlten die nötigen Mittel.

Auch für den Berner SVP-Politiker Erich Hess (33) ist klar: «Ich bin dagegen, dass private Sicherheitsfirmen am Eingang von Bundesämtern stehen oder in Gemeinden patrouillieren.»

Roland Steiner von Bronco Security beteuert trotzdem: «Das Sicherheitsunternehmen hat mit dem Motorradklub nichts mehr zu tun – weder finanziell noch operativ. Wir setzen auf Deeskalation und Professionalität.» Auch für die Ämter sind die Rocker am Eingang kein Problem: «Wir sehen hier kein Sicherheitsrisiko», sagt Bafu-Sprecherin Eliane Schmid.

Publiziert am 28.09.2014 | Aktualisiert am 28.09.2014
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Broncos, Hells Angels, Tribuns: Die Welt der Rocker

Broncos und Hells Angels  sind in der Schweiz vor allem im Rotlicht-Milieu aktiv. Territorial kommen sich die beiden Motorradclubs allerdings kaum in die Quere. In Bern, wo die Broncos ihr Stammland haben, mischen die Hells Angels nicht mit. Umgekehrt sind die Broncos nicht da aktiv, wo die Hells Angels stark sind.

Unruhe in die Rockerszene bringen die United Tribuns. Die Gruppe wurde 2004 in Süddeutschland gegründet. Sie bezeichnet sich als Vereinigung aus Bodybuildern, Kampfsportlern und Türstehern. Chef ist der ehemalige bosnische Boxer Almir Culum. Er wird in Deutschland von der Polizei gesucht, ihm wird Zuhälterei und Menschenhandel vorgeworfen.

Ende Juli gab Culum einem deutschen Journalisten ein Interview. Darin machte er klar: Die Tribuns sehen sich als klassischen Motorradclub. Für andere Rocker wie Hells Angels und Broncos eine Kampfansage.

Was passiert, wenn im Rockermilieu Krieg ausbricht, lässt sich in Deutschland seit Jahren beobachten: Hier tobt zwischen den verfeindeten Motorradclubs ein blutiger Kampf um die Vorherrschaft im Milieu.  Immer wieder kommt es zu Schlägereien, Messerstechereien und Schusswechseln.

Die Schweizer Clubs fürchten die neuen Player. Im Internet schreiben sie: «Wir brauchen keine anderen Zustände in der Schweiz!»

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21 Kommentare
  • Domenig  Wilhelm 28.09.2014
    Der Bericht scheint mir sehr Links gesteuert. Auf alle Fälle sehe ich lieber die Bronco oder die Hells Angels für Sicherheit und Ordnung weder wenn die Linken das an die Hand nehmen. Broncos und Hells Angels haben eine Struktur was man von den Linken nicht sagen kann. Heute Gutmenschen und Morgen bei einer Demo randalieren und Sachbeschädigung.
  • Christoph  Beck aus Thörigen
    28.09.2014
    Mit "Rocker" hat die Sicherheitsfirma überhaupt nichts mehr am Hut. Wie hier bereits angemerkt, handelt es sich vielmehr um eine hiochprofessionelle Organisation, die den Vorteil hat, dass bereits ihr Name Respekt einflösst.
  • Serge  Bucher , via Facebook 28.09.2014
    Ich habe es schon mal erwähnt: Die Broncos Security GmbH hat überhaupt keinen Zusammenhang mehr mit dem Broncos MC. Der Ausbildungsstandard dieser Mitarbeiter ist auf höchstem Niveau. Zum Thema Rockerkrieg: Von einem Rockerkrieg sind wir hier in der Schweiz noch weit entfernt. Das Thema Rockerkrieg ist in Deutschland oder Skandinavien wie in den U.S.A. aktuell.
  • Salomon  Rittergold aus Lausanne
    28.09.2014
    Eine seriöse professionelle und unabhängige Sicherheitsfirma, die unsere schweizerischen Grundwerte vertritt und dadurch in keiner Weise eine Gefahr darstellt. Würde ich auch engagieren.
  • heinrich  berger aus zürich
    28.09.2014
    die könnten doch auch die sogenannten Sondersettings übernehmen, egal in welcher Art, braucht werder ein Schiff noch 6 Betreuer mit Luxuswohnung und käme bestimmt 90 Prozent billiger, da die Zöglinge nach ein par Tage merken, wie der Hase läuft!!