Islam-Kennerin Saïda Keller-Messahli über Problem-Moscheen «Das Netzwerk der Extremisten zieht sich durchs ganze Land»

WINTERTHUR - Die An’Nur-Moschee in Winterthur ist nur eine von diversen Problem-Moscheen in der Schweiz. Mitunter haben sich ganze ausländische Netzwerke eingenistet. Islam-Expertin Saïda Keller-Messahli liefert einen Überblick.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Ärzte des Zürcher Kinderspitals schlagen Homöopathie-Alarm ...
2 Zürcher Versicherungs-Chef macht «Plauschfahrt» Mit 174,7 km/h auf der...
3 Frau (19) von hinten angegriffen In der Bahnhofs-Unterführung zu...

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
2 shares
9 Kommentare
Fehler
Melden

Bei der An’Nur-Moschee in Winterthur-Hegi greifen die Behörden nun endlich durch. Nach unzähligen Dschihad-Ausreisen, fragwürdigen Predigern und einem Mordaufruf gegen Muslime hat die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen die führenden Köpfe eröffnet.

Doch für Islam-Kenner ist klar: An’Nur ist nur die Spitze des Eisbergs. Expertin Saïda Keller-Messahli: «Das Netzwerk der Extremisten zieht sich quer durch die ganze Schweiz.»

«Viele haben radikale Tendenzen»

In der Schweiz gibt es rund 300 Moscheen, organisiert nach Ethnie, Sprache oder Nationalität ihrer Mitglieder. «Ein Dschungel», so Messahli. Viele Moscheen sind nach aussen gar nicht als Gotteshäuser ersichtlich. Und: «Viele haben radikale Tendenzen», so die Expertin. 

Brennpunkt Basel, König-Faysal-Moschee: In die Schlagzeilen geriet das saudische Islamische Zentrum wegen der beiden Handschlag-Verweigerer von Therwil BL. Der Vater der Schüler amtet als Imam der Moschee, will seine Söhne, was den Handschlag angeht, aber nicht beeinflusst haben.

Die Moschee steht laut Medienberichten im Dunstkreis von extremistischen Gruppen wie Al Kaida, steht unter Beobachtung der Behörden. Fazit der Expertin: «Zentrum und Faysal-Moschee gehören zu einem weltweiten Netzwerk, das von Saudi-Arabien geführt wird. In ihm sind 56 islamische Länder organisiert. Der Name: Islamische Weltliga.»

Gefahr in Genf

Gefahr in Petit-Saconnex GE: Die Problem-Moschee gehört ebenfalls zur umstrittenen Islamischen Weltliga. Im August 2015 wurde publik, dass mehrere Moscheebesucher in den Dschihad gezogen sind.

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Sicherheitsverantwortliche der Moschee in Frankreich überwacht wird, weil er als «potenziell staatsgefährdend» gilt. Auch zwei Imame stehen in Frankreich aus demselben Grund unter Überwachung. Fazit der Expertin: «Hier predigt man eine salafistische Doktrin.»

Die Erdogan-Connection

Das dichte Netz der Erdogan-Moscheen: Nach dem Putsch in der Türkei geriet die Türkisch-Islamische Stiftung für die Schweiz mit ihrem Netz aus landesweit 50 Moscheevereinen ins Rampenlicht.

Laut Medienberichten werden die eigens aus der Türkei eingeflogenen Imame von der türkischen Botschaft bezahlt. «Hier wird ein Islam saudischer Prägung praktiziert. Man ist eng mit der Islamischen Weltliga verbunden und missioniert mit denselben Methoden.»

Ausländische Mittel in Glarus

Die Prunk-Moschee von Netstal GL: Der Bau des Gotteshauses soll mehrere Millionen Franken gekostet haben. Woher das Geld kommt? Umstritten.

Saïda Keller-Messahli ist sicher: «Das Geld kommt aus dem Ausland, mit der Absicht, salafistisches Gedankengut zu streuen. Netstal ist nur eine von mehreren Luxus-Moscheen, die in der Schweiz gebaut wurden oder im Bau sind. Mit dem ausländischen Geld kommt aber auch der ausländische Einfluss.»

Publiziert am 04.11.2016 | Aktualisiert am 11.12.2016
teilen
teilen
2 shares
9 Kommentare
Fehler
Melden

9 Kommentare
  • jürg  frey aus teufen
    04.11.2016
    Aus muslimisch-islamistischer Sicht, ist sie das BESTE was unserem Land passieren kann. Sie setzt jeden Tag ihr Leben aufs Spiel mit ihren liberalen und fortschrittlichen Äusserungen. Das ängstigt die Radio- und TV Stationen, weil sie möglicherweise Ziel eines Anschlags werden könnten. Gell Roger Schawinski, Markus Gilli etc. Bitte einladen, dringenst.
  • Thomas  Müller Thurgau 04.11.2016
    Bei jedem Schweizer Bürger wird bei der Steuererklärung genau geschaut - woher das Geld kommt. Leider wieder ein Beispiel in Glarus - die Behörden wissen nicht genau woher das Geld stammt. Was ist da nur los mit dem Schweizer Staat??
  • jürg  frey aus teufen
    04.11.2016
    Danke Frau Keller- Messhali! Schade sind unsere Politiker taub, wenn Sie so etwas verkünden. Aber tja, wir haben es in Händen, wie wir wählen. Da müssen wir ehrlich sein: Ein Trump würde da radikal aufräumen. Nein, ich bin kein Fan, aber für mich wäre der beste Kandidat in den USA for President, der mit Russland den Dialog und den Frieden sucht.
  • Claudia  Boesch 04.11.2016
    Da fehlt mir aber noch eine Vereinigung. Nur weil er von Konvertiten geführt wird ist es nicht besser. Und Geld fliesst aus dem Ausland wohl auch in diesen Verein in Biel.
    Aber dieses Problem löst man über die Imame. Und hier muss ein Verbot her für solche welche nicht auf diesem Kontinent ausgebildet wurden, sobald dies machbar ist. Dafür braucht es aber eine solche Ausbildung in Europa.
  • Samuel  Sohm aus Willisau
    04.11.2016
    Ich muss immer mehr davon ausgehen, dass unsere Politiker den internationalen Konflikten nicht gewachsen sind oder wie immer, der wirtschaftliche Nutzen kommt zuerst. Kommt es immer mehr zu Konflikten ist niemand schuld. Weil ja das Volk die Entscheide trifft??