Gault Millau-Chefredaktor Urs Heller über den Suizid von Benoît Violier (†44): «Über Crissier liegt ein Fluch»

Gault Millau Schweiz-Chefredaktor Urs Heller kennt Benoît Violier (†44) seit vielen Jahren. Für BLICK erinnert er sich an den aussergewöhnlichen Koch, welchen er 2013 zum Koch des Jahres kürte.

Gault-Millau-Chef Urs Heller (r.) ehrt Brigitte und Benoît Violier. play
Gault-Millau-Chef Urs Heller (r.) ehrt Brigitte und Benoît Violier. André Häfliger

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«Hotel de Ville» in Crissier. Eines der besten Restaurants der Welt. Grossartige Köche sorgen dort seit Jahrzehnten für Glücksgefühle.

Und trotzdem trägt Crissier immer wieder Trauer: Franziska Rochat-Moser, Philippe Rochat, Benoît Violier – sie alle haben uns völlig unerwartet verlassen; über Crissier liegt ein Fluch.

Die Nachricht vom Freitod ist ein Schock. Benoît Violier hatte Erfolg. Sein Restaurant war immer bis auf den letzten Tisch besetzt. Gäste und Mitarbeiter bewunderten ihn. Kritiker zückten in allen Guides die Höchstnote.

Benoît  Violier schien im Gleichgewicht: Er liebte seine Frau Brigitte, seinen kleinen Sohn Romain. Er liebte seinen Beruf, sein Team, die Hochwildjagd. Er war immer für alle da. Hilfsbereit, bescheiden, mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht.

Warum? Ich fürchte, Benoît Violier hat die Antwort mitgenommen ins Grab. Uns bleibt Fassungslosigkeit, Ratlosigkeit, tiefe Trauer.

Die Gourmet-Welt trauert um einen ihrer grössten Stars. Mehr dazu hier.

Publiziert am 01.02.2016 | Aktualisiert am 01.02.2016
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17 Kommentare
  • Max  Brunschweiler 01.02.2016
    R.i.P. Den hinterlassenen herzliches Beileid.
  • Adi  Kaiser 01.02.2016
    Die Flüche lauten Gault-Millau Punkte und Michelin Sterne! Sie zu erringen und eventuell wieder zu verlieren, muss einen ungeheuren psychischen Stress erzeugen. Die wahren Inquisitoren sind die oft fettleibigen Gastrokritiker, deren "unfehlbares" Urteil über Gedeih oder Verderb entscheiden, welch eine Anmassung! Siehe dazu auch den Animationsfilm "Ratatouille"
    • Roger  Berger 01.02.2016
      Da kann ich nur beipflichten. Und wenn man weiss, wie unanständig sich einige der Tester in den Betrieben benehmen, dann hat das nichts mit Kultur zu tun. Und genau diese sollen die Kochkultur bewerten?
  • Ludwig  Killermann aus Bülach
    01.02.2016
    Mann kann es auch anders machen, so wie ich es tat, als Bester zu gelten und gefeiert zu werden und dabei auf Hauben zu verzichten. Resultat "Heuriger des 20. Jahrhunderts"
    Luki Killermann
  • Hansjörg  Cartier , via Facebook 01.02.2016
    Wer so einen Erfolg genießen kann, ist stets in Gefahr sich selber nicht mehr zu Spüren und über Jahre diese natürlichen Grenzen zu übertreten. Und dies so lange bis der Körper einfach nur noch rebelliert. Wer da in dieser Fase nicht einen außenstehenden Betreuer hat, der kommt in diesen Strudel der Selbstvernichtung. Dieser mann durfte in seinem kurzen leben etwas Wunderschönes erleben. Leider hat er seine Eigene Selbstüberforderung nicht gespürt und keine Hilfe gesucht. RIP
  • werner   zuercher aus Pfaffnau
    01.02.2016
    solange jeden tag tausende an hunger sterben auf dieser welt, sollte solcher blödsinn mit gault millau punkten und sternen gar nicht geben!
    vielleicht wurde dies dem armen mann immer mehr bewusst!
    • Paul   Leuenberger aus Leukerbad
      01.02.2016
      Herr Zürcher, auch wenn es vielen nicht passt, im Grundsatz haben Sie recht - einfach pervers!